TRIGOS Tirol 2020: Nachhaltigkeit hat Wurzeln geschlagen!

Im Rahmen einer außergewöhnlichen Gala auf der Innsbrucker Villa Blanka wurden Anfang September die Tiroler TRIGOS-Gewinner gekürt. Der Corona-Schatten konnte die Strahlkraft der Nachhaltigkeits-Pioniere nicht dimmen. Ganz im Gegenteil.

Wir sind begeistert. Der Trigos erfüllt uns alle mit enorm viel Freude. Ich bin jetzt seit 43 Jahren im Dienst bei Raiffeisen und das ist für mich das absolute Highlight“, sagt Hubert Kuprian. Sie prickelt regelrecht, die positive Energie, mit welcher der Vorstand der Raiffeisenbank Vorderes Ötztal seiner Freude Ausdruck verleiht. Seiner Freude darüber, dass die hochkarätig besetzte Jury des TRIGOS Tirol, der Auszeichnung für herausragende Corporate Social Responsibility (CSR), die Raiffeisenbank Vorderes Ötztal 2020 in der Kategorie „Regionale Wertschaffung“ zur Siegerin kürte. „Das ist keine Ehrung, nach der man sich zurücklehnt. Der Trigos ist für uns ein Ansporn und ein Auftrag, dass wir im Sinn der SDGs – der UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung beziehungsweise nachhaltiges Wirtschaften, – im Rahmen unserer kleinen Möglichkeiten weiter einbringen“, stellt Kuprian klar.

„Für uns ist es eine Riesenfreude. Es ist ein Weg der kleinen Schritte und der ständigen Veränderung. Man sieht, dass es ein Prozess ist. Es geht nicht darum, einmal einen Preis zu bekommen, sondern darum, dass Substanz dahintersteckt“, sagt auch René Föger, Geschäftsführer des „Familien-Landhotel Stern“ in Obsteig, Sieger in der Kategorie „Klimaschutz“.

Nachhaltigskeits-Preis zum siebten Mal

Und im Namen der über 300 Mitarbeiter umfassenden Mannschaft des Alpenresort Schwarz in Mieming, dem TRIGOS-Sieger 2020 in der Kategorie „Vorbildliche Projekte“, hält Verena Bellony, Produktmanagerin und Projektleiterin fest: „Das ist super. Ich habe es gar nicht glauben können. Wir freuen uns wahnsinnig über diese Auszeichnung. Sie bestätigt unser ganzes Tun und unser Sein. Alle Mitarbeiter sind in den Prozess eingebunden. Der Trigos ist für uns wie ein Oscar.“ Stimmt.

Zum siebten Mal hatten Land und Wirtschaftskammer Tirol 2020 den Nachhaltigkeits-Preis ausgelobt, bei dem neben der unternehmerischen Verantwortung im Kerngeschäft auch die Wirkung und Zukunftsfähigkeit der Projekte bewertet werden. (wirtschaft.tirol berichtete: Tiroler TRIGOS-Sieger feierlich ausgezeichnet) Fürs Klima nette Eintagsfliegen haben dabei keine Chance. Die TRIGOS-Jury setzt sich aus Vertretern von Caritas, Rotes Kreuz, Umweltdachverband, Global 2000, RespACT, Industriellenvereinigung, Land Tirol und Tiroler Wirtschaftskammer zusammen. Um diese so kundigen wie kritischen Schwergewichte zu überzeugen, muss die zu bewertende Nachhaltigkeit der Projekte durchgängig authentisch sein. Erst das macht die Sieger zu Leuchttürmen. Die lebendige Verwurzelung der meist aus zahlreichen Einzelmaßnahmen bestehenden Projekte beziehungsweise Prozesse macht sie TRIGOS-würdig.

TRIGOS-Einreichungen – so viele wie noch nie

„Ich war skeptisch, das sage ich ganz ehrlich. Ich dachte, dass die Unternehmen zu sehr mit den Folgen des Lockdowns und der Corona-Pandemie beschäftigt sind“, spricht Marlene Hopfgartner, die als Nachhaltigkeitsexpertin der WK Tirol neuerlich federführend für die TRIGOS-Organisation verantwortlich zeichnete, die unsichere ökonomische Zitter-Zeit an, die auch Hopfgarnter selbst zittern ließ. Die ursprünglich für Juni 2020 vorgesehene TRIGOS-Gala musste verschoben werden, die Einreichfrist für die Projekte wurde bis Mitte Mai verlängert. Spätestens dann aber endete das Zittern für die Organisatorin. Und ließ sie erfreut staunen: „Es waren so viele Einreichungen wie noch nie.“ 45 Tiroler Unternehmen hatten ihre CSR-Projekte „beim“ TRIGOS eingereicht und Hopfgartner weiß: „Es waren so viele tolle Projekte dabei, dass sich die Jury schwergetan hat, die Sieger auszuwählen.“

Vieles war besonders und vieles auch anders im Vorfeld der 7. Gala für die Tiroler Nachhaltigkeits- und Innovationsmeister. Corona-bedingt war die Preisverleihung von Juni auf September verschoben und auch der Rahmen in der Villa Blanka war entsprechend der Vorsichtsmaßnahmen anders gesteckt worden. Aufgrund der Abstandsregeln kleiner selbstverständlich. Durch den Livestream (Highlights der TRIGOS-Gala 2020 sind auf youtube weiterhin „streambar“) der Veranstaltung wurde dieser Rahmen dann aber wieder gesprengt und fast nebenbei zeigte der Gala-Abend, wie auch in den aktuellen Ausnahmezeiten ein so würdiges wie feierliches Fest stattfinden kann. Dass trotz dieser Ausnahmezeiten so viele Unternehmen ihre Projekte einge-reicht hatten, beweist für Marlene Hopfgartner jedenfalls: „Das Thema Nachhaltigkeit ist angekommen!“ Und wie.

Vorbildliche Projekte

Allein der Streifzug durch die TRIGOS-Nominierten zeigt, wie vielfältig und einfallsreich die Tiroler Unternehmen ihre Verantwortung für den sozialen, ressourcenschonenden, regionalen und natürlich auch Umwelt und Klima auf angemessene Weise respektierenden und schützenden Kreislauf leben. In der TRIGOS-Kategorie „Vorbildliche Projekte“ werden Unternehmen ausgezeichnet, die eine Führungsrolle und besondere Vorbildwirkung für verantwortliches Wirtschaften und Nachhaltigkeit übernehmen und die in besonderer Weise Wirkung in der Gesellschaft entfaltet haben. Als Nominierte dieser Kategorie gingen neben dem Alpenresort Schwarz (Pirktl Holiday GmbH & Co KG) die AlpinSchule Innsbruck GmbH (ASI) und greenroot – der Zero Waste Shop in Innsbruck ins Rennen.

Die AlpinSchule Innsbruck (ASI) mit den nachhaltigen Aktivreisen, denen sich das in Natters „sitzende“ Unternehmen ganz im Sinne des Gründers Johannes Gasser verschrieben hat. Das Thema Nachhaltigkeit ist bei ASI fest in der Unternehmensstrategie verankert und Geschäftsführer Ambros Gasser erklärt: „Unser Fußabdruck soll ökologisch so gering wie möglich und ökonomisch so groß wie möglich sein. Wir wollen eine ordentliche Wertschöpfung hinterlassen.“
Die ordentliche Wertschöpfung, die Gasser anspricht, wird auch von Tirols modernstem verpackungsfreien Lebensmittelladen – greenroot Innsbruck – für die ausschließlich aus kleinen Betrieben bestehenden Partner angestrebt. „Das Biogütesiegel ist der Mindeststandard für alle Produkte“, erklärt Gründer Engin Dogan. Die breite Produktpalette wird lose angeboten, ohne Verpackung, sodass die Kunden nicht nur exakt jene Menge kaufen können, die sie brauchen, es wird auch nur das Produkt bezahlt. Das Leergewicht der selbst mitgebrachten oder von greenroot zur Verfügung gestellten Mehrwegbehälter wird zuvor gewogen und dann abgezogen.

Sieger „Vorbildliche Projekte“. Das Rundum-Engagement des Alpenresort Schwarz in Mieming überzeugte die Jury. Foto: Jan Hanser

Sieger „Vorbildliche Projekte“. Das Rundum-Engagement des Alpenresort Schwarz in Mieming überzeugte die Jury. Foto: Jan Hanser

Regionale Wertschaffung

In der Kategorie „Regionale Wertschaffung“ warenneben der Raiffeisenbank Vorderes Ötztal auch die Altenwohnheim Kitzbühel GmbH und Innsbruck Food Tours nominiert. In dieser Kategorie werden Unternehmen ausgezeichnet, die durch ihr verantwortliches, nachhaltiges Wirtschaften dazu beitragen, die jeweilige Region attraktiv und zukunftsfähig zu machen. Genau das macht Kurt Reindl mit den Innsbruck Food Tours, indem er auf den Food Tours durch Innsbruck seinen ausländischen aber auch den inländischen Gästen die Landeshauptstadt und das Land selbst schmackhaft macht. Die Aromen und die Kultur der Tiroler Kochkunst sind der kulinarische Kompass der Touren und Kurt Reindl sagt: „Bei mir gibt’s nicht nur zu naschen, sondern was ,Gscheits’ zum Essen – nur regionale Produkte.“ Regionale Produkte, mit denen der Nachhaltigkeit im Lebensmittelbereich der Stellenwert gegeben wird, der ihr gebührt.

Diesen Stellenwert bekommen die regionalen Lebensmittel auch im Altenwohnheim Kitzbühel, das ebenfalls für den TRIGOS nominiert wurde und mit seinem rundum stimmigen und positiv in viele Lebensebenen strahlenden Konzept als Vorreiter wahrgenommen werden muss. „Die Kardinalfrage ist, wie möchte ich, dass meine Eltern, wie möchte ich selber behandelt werden, wenn ich diese Dienstleistung Altenheim einmal in Anspruch nehmen muss. Da sind wir beim Qualitätsstandard schon ganz oben“, weiß Wolfgang Zeileis, Geschäftsführer des 118 Plätze bietenden und 152 Mitarbeiter beschäftigenden Altenwohnheims. Mit starker Konsequenz wurde an allen Schräubchen gedreht, um sinnlosen Verkehr und sinnlosen Müll zu reduzieren, innerhalb eines Jahres wurde etwa auf regionale Frischküche umgestellt und Zeileis bringt Sinn wie Ziel dieser Maßnahme auf den Punkt: „Wenn ich in einem Schlaraffenland lebe, warum soll ich externe Convenience-Produkte kaufen?“ Ja, warum?

Sieger „Regionale Wertschaffung“. Team der Raiba Vorderes Ötztal – mit den Vorständen Manfred Scheiber und Hubert Kuprian. Foto: Raiba Vorderes Ötztal

Sieger „Regionale Wertschaffung“. Team der Raiba Vorderes Ötztal – mit den Vorständen Manfred Scheiber und Hubert Kuprian. Foto: Raiba Vorderes Ötztal

Kategorie Klimaschutz

Preiswürdig in der Kategorie „Klimaschutz“ sind schließlich vorbildliche und innovative Maßnahmen und Projekte zur Verringerung der CO2-Emissionen. Bewertet wird auch bei dieser Kategorie nicht nur das Projekt, sondern auch die Verantwortung des Unternehmens in allen Bereichen des Kerngeschäfts und im Bereich des betrieblichen Klimaschutzes. Neben dem Familien-Landhotel Stern in Obsteig waren die Pohl Metall GmbH (Ötztal Bahnhof) und die SynCraft Engineering GmbH (Schwaz) für den TRIGOS Tirol 2020 nominiert.

Die 2008 von Friedl Pohl als technisches Entwicklungsbüro gegründete Pohl Metall GmbH hat nicht nur in puncto Wachstum einen sehenswerten Marathon hinter sich gebracht, sondern hat dabei auch bewiesen, wie nachhaltig in der Metallindustrie gearbeitet werden kann. „Ein Großteil der Produktionsenergie wird mit der eigenen Anlage erzeugt“, pickt sich Friedl Pohl einen entscheidenden Punkt heraus, der mit dem Gebäude im Passivhausstandard und der PV-Anlage ein Fixpunkt des Unternehmens ist. Vernünftige, biologisch verträgliche Arbeitsstoffe, tensidfreie Reinigungsmittel oder der Umstand, dass die Stanzabfälle zu 100 Prozent recycelt werden, zählen genauso zur nachhaltigen Basis, wie das „hauseigene“ CSR-Team, das ständig daran arbeitet, ebendiese Basis breiter und das Unternehmen selbst noch mitarbeiter- und noch umweltfreundlicher zu machen.

Der ganzen Welt die Technik zu bieten, um umweltfreundlicher und lebenswerter gemacht zu werden, ist das Ziel, das die Mitarbeiter des Unternehmens SynCraft in Schwaz verfolgen. Und das so effizient wie erfolgreich. 2007 ist dort einem Team von Verfahrenstechnikern die Entwicklung des so genannten Schwebefestbettvergasers gelungen, eines revolutionären Verfahrens zur Gewinnung von Strom und Wärme aus fester Biomasse. 2014 ging das erste moderne Rückwärtskraftwerk ans Netz. „Bei konventionellen Holzheizsystemen bleibt Asche über. Bei uns bleibt mit der Holzkohle ein Rohstoff über, der dringend in der Industrie und der Landwirtschaft benötigt wird“, erklärt SynCraft-Geschäftsführer Marcel Huber. Der positive CO2-Effekt ist sensationell, weil die Holzkraftwerke „ganz nebenbei“ klimapositiv wirken beziehungsweise eben CO2-negativ. Viele Anlagen wurden seit 2014 schon errichtet, die größte Anlage steht in Japan.

Sieger „Klimaschutz“. Die Familie Föger (Familien-Landhotel Stern in Obsteig) zündet Nachhaltigkeits-Feuerwerke. Foto: Familien-Landhotel Stern

Sieger „Klimaschutz“. Die Familie Föger (Familien-Landhotel Stern in Obsteig) zündet Nachhaltigkeits-Feuerwerke. Foto: Familien-Landhotel Stern

Lauter Pioniere

„Was für inspirierende Unternehmen!“ Mit diesen Worten trifft Charly Kleissner ins Schwarze. Damit adelte er gleichzeitig auch jene Tiroler Unternehmen, die dem TRIGOS Tirol eine nachhaltig starke Schubkraft verliehen haben. Der gebürtige Tiroler hat sich eben dieser Schubkraft verschrieben. In den 1980er- und 1990er-Jahren war Kleissner einer der wichtigsten Software-Entwickler weltweit gewesen, arbeitete zusammen mit Steve Jobs und war beispielsweise als Entwicklungsleiter federführend an der „Geburt“ der Apple-Betriebssoftware OS X beteiligt, bevor er zusammen mit seiner Frau daran ging, die Welt als Social-Impact-Investoren ein Stück weit besser zu machen.

Kleissner hielt die Key-Note im Rahmen der TRIGOS-Gala in der Innsbrucker Villa Blanka. Dabei erklärte er nicht nur, was unter Social-Impact-Investitionen verstanden wird, sondern auch, warum dieses tiefe, wirkungsorientierte – „von der Seele und nicht vom Gehirn“ geleitete – Investieren so wichtig ist. „Die globale Transformation hat schon begonnen, ob wir wollen oder nicht. Wir haben zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Wir gestalten die Wende mit oder wir werden passive Opfer der Konsequenzen“, so Kleissner. Das neue, wirkungsorientierte Wirtschaftssystem, das Kleissner skizzierte, ist von exakt jener verantwortungsvollen Achtsamkeit gekennzeichnet, die dem TRIGOS zugrunde liegt und die den starken roten Faden zwischen den Tiroler Unternehmen bildet, die sich der Nachhaltigkeit in all ihren Facetten und Spielarten verschrieben haben. „Regionale Unternehmen mit regionaler Wertschaffung stehen im Zentrum dieses neuen Wirtschaftssystems“, stellte Kleissner klar und hielt mit Blick auf die TRIGOS-Nominierten fest: „Ihr seid alle Pioniere.“ Genau das sind sie.

Die Sieger

Dass die Gala in der Villa Blanka mit der Oscar-Verleihung verglichen wurde, kommt nicht von ungefähr. Wie beim Oscar, wurden auch die TRIGOS-Nominierten in Kurzfilmen vorgestellt. Wie beim Oscar war die Dramaturgie perfekt. Von der Leidenschaft, die in allen Projekten steckt, fast zu Tränen gerührt, sagte etwa Landeshautmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe: „Es ist eine große Freude, unternehmerische Vorbilder in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz vor den Vorhang zu holen und sie für ihren Einsatz und ihr Engagement auszuzeichnen. Im eng verwobenen Wirtschaftssystem ist es wichtig, dass Unternehmen mutig vorangehen.“

Nicht minder begeistert von der Kraft der Nachhaltigkeit, welche die Tiroler Unternehmen zunehmend erkennen und zu verwandeln verstehen, freute sich WK-Präsident Christoph Walser, der auch die Laudatio für die Raiffeisenbank Vorderes Ötztal hielt. Die kleine Genossenschaft, die sich nicht so gerne als Bank tituliert, hat mit dem Regionalkredit ein starkes Zeichen dafür gesetzt, dass auch kleine Finanzinstitute höchst selbstständig arbeiten und Großes bewirken können. „Ich mache das nicht nur als WK-Präsident sehr gerne, sondern auch als Bürgermeister, weil ich weiß, dass die Raikas vor Ort der zentrale Ansprechpartner für die Wirtschaft und die Bürger vor Ort sind“, leitete Walser die Laudatio ein, deren Basis ein Kredit für Bauen, Wohnen und Renovieren ist, den die Kunden bzw. Mitglieder der Raiba nur erhalten, wenn mindestens 50 Prozent des Kreditwunsches mit Aufträgen oder Angeboten aus Betrieben der Region belegt werden. „Das ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Arbeitsplätze werden geschaffen und gehalten und nicht zuletzt ist das Involvieren einer breiten Vielfalt an Stakeholdern hervorzuheben“, so Walser weiter. Es ist aber nicht nur der Regionalkredit allein, der die Raiba Vorderes Ötztal so besonders macht. Das Leben und Wirtschaften in und mit der Region ist es, das die Raiba auszeichnet und Manfred Scheiber, Hubert Kuprians Vorstandskollege, dazu animierte, dieses herausragende Kreditinstrument zu initiieren, das sich längst bewährt und das Vordere Ötztal mit neuem Leben gefüllt hat.

Nachhaltigkeits-Feuerwerk

Ein paar Kilometer weiter Richtung Innsbruck, in der sanften Idylle des Mieminger Plateaus findet ein regelrechtes Nachhaltigkeits-Feuerwerk statt – wie es scheint. In Mieming etwa im von der Familie Pirktl mit umsichtiger Hand geführten Alpenresort Schwarz, wo die Sustainable Developement Goals (SDG) einer DNA gleich auf allen Unternehmensebenen und in allen Geschäftsprozessen eingebunden wurden – und immer weiter werden. „Es ist ein ständiger Prozess und auch ein ständiges Lernen“, beschreibt Projektleiterin Verena Bellony das Rad, das schon lange nicht mehr aufgehalten werden kann. Etwa, weil alle Mitarbeiter eingebunden sind und an jedem Dienstag – Dienstag ist SDG-Tag im Alpenresort Schwarz – zu einzelnen Themen informiert und zu eigenen Ideen animiert werden. Das reicht auch tief in das Privatleben hinein und Bellony sagt: „Spitze wäre, wenn wir als Vorbild oder Vorreiter gesehen werden und auch für andere Branchen etwas bewirken können.“

Die Mit-arbeiter des Alpenresort Schwarz sind Multiplikatoren der Nachhaltigkeits-Strategie. Foto: Stelzl Bernhard

Die Mit-arbeiter des Alpenresort Schwarz sind Multiplikatoren der Nachhaltigkeits-Strategie. Foto: Stelzl Bernhard

Derartige Impulse werden seit gut einem Jahrzehnt aus Obsteig wahrgenommen, wo mit dem Familien-Landhotel Stern nicht nur Österreichs erstes klimaneutrales und 2012 bereits mit dem TRIGOS ausgezeichnete Hotel, sondern ein Innovationstreiber zu verorten ist, dessen liebevoller Umgang mit dem Klimaschutz rundum Wurzeln schlägt und beständig neue Blüten treibt. Dass Geschäftsführer René Föger Motor dieser bewegten Entwicklung ist, muss er korrigieren: „Die Mitarbeiter überholen mich von links und rechts und von hinten kommen die Gäste mit ihren Anregungen und Ideen. Das ist das Schöne an diesem Prozess, der nie endet.“

Föger sieht im Jahr 2019, in dem auch von Seiten der WK Tirol das Thema Nachhaltigkeit auf vielfältige Weise gepuscht wurde, einen Hintergrund dafür, dass sich „sehr, sehr viel“ getan hat. Die Einreichungen für den TRIGOS 2020 sind ein Zeichen dafür und Föger sagt: „Es ist eine Riesenfreude, dass unser Weg trotz der tollen Projekte, die eingereicht und nominiert wurden, bestätigt wurde.“ Ja, Charly Kleissner hat schon Recht, wenn er sie alle zusammenfasst, indem er verbal seinen Hut vor den Tirolern zieht und sagt: „Was für inspirierende Unternehmen. Ihr seid alle Pioniere.“

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