Bezirk Schwaz: Die Lehre ist im Aufwind

Die WK-Bezirksstelle Schwaz ist in Sachen Lehrlinge äußerst bemüht. Die Zahlen zeigen, der Erfolg stellt sich langsam ein. Bezirksobfrau Martina Entner und Bezirksstellenleiter Stefan Bletzacher dazu im Interview.

INTERVIEW

wirtschaft.tirol: Das Thema Lehre hat stark an Präsenz gewonnen. Wie beurteilen Sie das Image der Lehre? Hat es sich verbessert?

Stefan Bletzacher: Das Image hat sich ganz klar verbessert. Wir sehen das auch daran, dass die Lehre auch für Maturanten eine attraktive Option geworden ist:Die Zahl der AHS-Maturanten, die sich nach Ihrer fundierten schulischen Ausbildung in Tirol für eine duale Fachkräfteausbildung entscheiden hat sich in den letzten 12 Jahren mehr als verzehnfacht. Es ist auch bei den Eltern angekommen, dass die Berufs- und Verdienstaussichten gerade mit einer handwerklichen oder technischen Ausbildung zu einem guten Teil besser sind als mit so manchem Studienabschluss.

Welche Vorteile bieten sich für junge Menschen, die sich dafür entscheiden einen Lehrberuf zu ergreifen?

Martina Entner: Viele Jugendliche finden ganz einfach in einer praktischen Tätigkeit im Rahmen einer Lehre wesentlich mehr Motivation als in einem schulisch-theoretischen Umfeld. Junge Leute, die schon auf eine berufliche Praxis verweisen können, das ist auch nach Abschluss der Lehre, sind bei den Betrieben gefragt. Zudem werden neben den fachlichen Qualifikationen auch die sogenannten Schlüsselqualifikationen im Rahmen der betrieblichen Ausbildung durch den ständigen Umgang mit Kunden und Arbeitskollegen sehr gut ausgebildet. Die Kombination von Fachtheorie in der Berufsschule und Fachpraxis im Lehrbetrieb ist es letztlich, was die duale Ausbildung so attraktiv macht.

Sind wir im Bezirk Schwaz gut aufgestellt was die Lehrlingsausbildung betrifft?

Bletzacher: Ja, das kann man durchaus sagen. Es gibt einen guten Branchenmix. Lehrstellen können in allen Bereichen in ausreichender Zahl angeboten werden (Tourismus, Gewerbe, Handel, Industrie). Darunter sind auch eine ganze Reihe von Unternehmen, die das Prädikat „Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb“ führen.

Wieviele Lehrlinge gibt es derzeit im Bezirk Schwaz?

Bletzacher: Schwaz gehört zu den 4 Tiroler Bezirken mit besonders vielen Lehrlingen (31.8.2020 = 1.395 Lehrlinge, das sind in etwa gleich viele wie im letzten Jahr).

Wie sieht es mit den Rollenbildern aus? Stichwort typische Mädchen- bzw. Jungenberufe?

Entner: Trotz zahlreicher Bemühungen (Girlsday) gibt es diese geschlechtstypischen Lehrberufe noch immer. Wenngleich durchaus ein bisschen Bewegung zu erkennen ist. So gibt es in Tirol zum Beispiel etwa 100 Mädchen in Metalllehrberufen. Aber auch im Lehrberuf Maler und Beschichtungstechnik sind Mädchen keine Ausnahme mehr.

In welchen Branchen werden die meisten Lehrlinge gesucht?

Bletzacher: In Tirol haben wir einen extrem hohen Bedarf an Fachkräften im Tourismus. Hier gibt es viele freie Lehrstellen. Aber auch in den Bereichen Metall, Elektro, Sanitär, Bau- und Bauhilfsgewerbe, Friseure, Tischler, Zimmerer oder KFZ-Technik gibt es viele freie Lehrstellen. Mit 31.8.2020 gibt es in Tirol 1.705 freie Lehrstellen und 789 Lehrstellensuchende. Die Situation ist daher ähnlich wie im letzten Jahr.

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