Reisewarnungen für Reisebus-Branche katastrophal

Für viele Reisebusbetriebe ist 2020 wohl das schwärzeste Jahr in ihrer Geschichte. Oft steht der Fuhrpark seit März fast vollständig in der Garage. Die wenigen Reisen, die man jetzt im Herbst durchführen wollte, sind aufgrund der Reisewarnung Deutschlands und der Ampelregelung Österreichs meist bereits wieder storniert worden.

“Es bedarf keiner umfassenden betriebswirtschaftlichen Kenntisse, um zu erahnen, wie es der Reisebusbranche geht. Seit März ist der nationale und internationale Reiseverkehr fast vollends zum Erliegen gekommen und die Aussichten für nächstes Jahr sind auch ernüchternd”, zeichnet Franz Sailer, Obmann der Tiroler Autobusbranche, ein düsteres Stimmungsbild.

Viele Busbetriebe halten sich derzeit noch mit Kurzarbeit und dem ein oder anderen Linien- und Schülerverkehr über Wasser. Der Fixkostenzuschuss Phase 2, der derzeit noch auf sich warten lässt, ist für viele überlebenswichtig, denn erst hier werden die für die Busbranche so wichtigen Kosten wie Abschreibung und Leasingraten berücksichtigt.

Reisewarnungen zur Unzeit

Angesichts der ohnehin schwierigen Situation kommen die kürzlich ausgesprochenen Reisewarnungen zur Unzeit. “Viele unserer Betriebe hätten jetzt im Herbst Ausflüge nach Deutschland durchgeführt, manche auch Mehrtagesfahrten. Nachdem der Fahrgast aus Tirol nunmehr einen negativen Covid-19-Test bei der Einreise vorweisen muss, der wiederum 100 Euro kostet, hat sich das für viele unserer Gäste wieder erledigt. Für unsere Kollegen, die sich dieses Geschäft in den letzten Wochen und Monaten mühsam wieder aufgebaut haben, eine absolute Katastrophe“, so Branchensprecher Sailer, der in diesem Zusammenhang die Vorgangsweise der Nachbarländer kritisiert: “Die Zahlen in Tirol sind in den letzten Wochen sogar gesunken und trotzdem kommt die Reisewarnung. Das ist nicht nachvollziehbar.“ Verägert ist Sailer allerdings auch über die österreichische Ampelregelung: “Die hat bislang mehr geschadet als gebracht. Seitdem Innsbruck orange und Tirol schon fast flächendeckend gelb ist, hält sich der Ansturm von Reisewilligen in sehr überschaubaren Grenzen.“

Vor diesem Hintergrund fordert er eine europaweit einheitliche Lösung statt regionaler Alleingänge. „Für unsere Branche, die vor allem vom grenzüberschreitenden Verkehr lebt, braucht es eine einheitliche Betrachtungsweise der Pandemie. Der derzeitige Fleckerlteppich ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass die EU in wichtigen Dingen keine Lösungen parat hat und Österreich wieder einmal massiv über das Ziel hinausschießt“, bringt Sailer seinen Unmut zum Ausdruck.

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