Neue Hotelsterne am Tiroler Himmel

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wurden die europäischen Klassifizierungskriterien für Hotelsterne den neuesten digitalen, technologischen und nachhaltigen Entwicklungen angepasst.

Derzeit steht die ganze Branche jeden Tag vor neuen Herausforderungen, welche wir bestmöglich bewältigen müssen. Ich bin davon überzeugt, dass das Tourismusland Nummer 1 diese Krise – auch wenn es mit den derzeitigen Maßnahmen nicht oder nur schwer möglich durchführbar erscheint – mit unserer hervorragenden Qualität gut überstehen wird“, stellt der Obmann der Sparte Tourismus und der Tiroler Hotellerie, Mario Gerber, fest und ergänzt: „Bereits der Sommer ist verhältnismäßig gut verlaufen und wir haben unsere Gäste von einem ’sicheren Tirol’ überzeugt. Es wird jedoch auch ein Leben nach bzw. mit Corona im Tourismus geben und ich bin davon überzeugt, dass dann auch die Qualität unserer Häuser einen enormen Stellenwert hat und deshalb dieses Thema für uns noch wichtiger wird. Diesbezüglich darf ich mitteilen, dass am  Tiroler Himmel neue Hotelsterne stehen“.

Wettbewerbsfähigkeit garantieren

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wurden die europäischen Klassifizierungskriterien den neuesten digitalen, technologischen und nachhaltigen Entwicklungen der Hotellerie angepasst. Der neue Kriterienkatalog zur österreichischen Hotelklassifizierung, welcher alle fünf bis sechs Jahre überarbeitet wird, wurde von 270 auf 247 Kriterien reduziert und gilt mit 1.1.2021. Das HSU-Klassifizierungssystem wurde modernisiert und vereinfacht sowie auch für neue Hotelkonzepte geöffnet, u.a. wurde auch die nötige Flexibilität für die neuen Technologien rund um Telefonie und digitale Services geschaffen wie zum Beispiel folgende Kriterien:

  • Telefon ist nicht mehr zwingend notwendig und kann durch ein „Gerät zur internen/externen Kommunikation“ (Smartphone, Phablet, Tablet etc.) ersetzt werden.
  • Rezeption wird durch einen „ausgewiesenen (gestalteter und gekennzeichneter) Bereich“ ersetzt.
  • Statt einer Hotelbar ist künftig auch ein Lounge-Bereich mit Bedienung möglich.

Als Obmann der Fachgruppe Hotellerie und damit auch Vorsitzender der Klassifizierungskommission begrüßt Mario Gerber die Neuerungen der Kriterien, denn nur so können Betriebe zukunftsfit werden und dem Gast von morgen gerecht werden sowie auch neue Hotelkonzepte in der Klassifizierung teilnehmen. Auch die Appartementrichtlinien – die es nur in Österreich gibt – wurden entsprechend den neuen Hotelkriterien angepasst. Alle Informationen zur Klassifizierung und die neuen Kriterienkataloge sind online unter der Adresse www.hotelsterne.at zu finden.

Neue Kommission in 5*-Klassifizierung

Eine weitere Erneuerung gab es aufgrund der Wirtschaftskammerwahlen Anfang März 2020 im Aufgabenbereich der Fachgruppen in den Bundesländern sowie dem Fachverband in Wien. Bis zum Frühjahr 2020 führte der Fachverband in Wien zentral die Klassifizierung aller 5*-Betriebe in Österreich durch. Aufgrund der Umstrukturierung ist nun jedes Bundesland für die Klassifizierung ihrer 5*- und 5*-Superior-Betriebe selbst zuständig. Vor allem Obmann Mario Gerber ist froh über die Umstellung der Kommissionen, da er lange in Wien gekämpft hat, dass jedes Bundesland seine eigenen 5*Betriebe klassifiziert.

Mario Gerber: „Tirol ist qualitätsmäßig eines der besten Bundesländer in Österreich und deshalb können die Abgrenzungen nur an den eigenen 4*-Superior-Betrieben gemessen werden.“ Durch die konstituierende Sitzung im Sommer wurde auch bereits eine neue 5*-Kommission bestellt, welche ausschließlich aus langjährigen Tiroler Kommissionsmitgliedern besteht. Somit führt die Fachgruppe Hotellerie in Tirol die Klassifizierungvon 1* bis 5*Superior durch. Der Fachverband in Wien übernimmt nun die strategischen Aufgaben und ist für die Fachgruppen in den Bundesländern die Schnittstelle zur Hotelstars Union.

Die Vorteile der Klassifizierung

Neue Hotelsterne-Kleber: Gültigkeit 2021 – 2025

Ende des Jahres laufen die aktuellen Kleber aus und die neuen Aufkleber mit Gültigkeit 2021-2025 werden automatisch Anfang Dezember an alle 2.300 klassifizierten Betriebe über das Büro der Fachgruppe Hotellerie  ausgeschickt. Eine Beantragung des Aufklebers ist daher nicht notwendig.

Die Anfänge der Klassifizierung in Tirol waren bereits in den 80er-Jahren. Sie bietet seit 1996 dem Fachverband Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich und deren Fachgruppen mit dem Markenprodukt „Österreichische Hotel- und Appartementklassifizierung“ ein bundesweit vollkommen einheitliches Klassifizierungssystem an. Seit über 20 Jahren bereits als feste Marke in der Tourismusbranche etabliert, besteht für das System heute markenrechtlicher Schutz – zur Sicherheit der Hoteliers und der Gäste.

In Tirol sind cirka 2.300 Betriebe mit Sternen klassifiziert und jährlich werden bei cirka 350 davon Betriebsbesichtigungen durchgeführt. Die große Aufgabe dabei ist, dass jeder Betrieb individuell ist und doch fast alle gleich in den Kriterien Platz finden. Die Kommission führt neben den Besichtigungen von Neuanträgen und Altbetrieben auch Beratungen durch, generell werden die Klassifizierungen als beratende Tätigkeit gesehen und haben keinen behördlichen Charakter. Die Klassifizierung ist deshalb freiwillig und grundsätzlich kostenlos, ausgenommen sind die Superior- und 5*-Kategorie.

Bild oben: Mario Gerber, Fachgruppenobmann Hotellerie und Vorsitzender der Klassifizierungskommission, sowie Simone Pfandler, Mitarbeiterin der Klassifizierung, begrüßen die Neuerungen der Hotelsterne-Kriterien.

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