Wenn Lehrlinge auf Reisen gehen

Auslandsaufenthalte sind vor allem bei Studierenden beliebt. Auch Lehrlinge haben die Möglichkeit, ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Mathias Hinterseer von der Swarovski Optik KG in Absam hat diese Chance genutzt.

Als internationales Unternehmen, welches auf fünf Kontinenten angesiedelt ist, wollen wir auch unsere Lehrlinge in die Welt schicken und ihren Weitblick schärfen. Wir leben nicht nur Weltoffenheit, wir wollen das auch unseren Lehrlingen für ihren weiteren Lebensweg mitgeben“, motiviert Kurt Schneider, Leiter der Lehrwerkstätte Zerspanungstechnik bei Swarovski Optik in Absam. Derzeit absolvieren bei der Swarovski Optik KG 21 Jugendliche ihre Lehre als Zerspanungstechniker, davon vier Mädchen. Auslandspraktika während der Lehrzeit sind eine besonders nachhaltige und interessante Chance für junge Menschen, erste internationale Erfahrungen zu sammeln. „Nicht jeder Lehrling darf ins Ausland. Die Schulleistungen und das Verhalten im Unternehmen müssen natürlich passen, das Auslandspraktikum soll ja auch eine Art Belohnung für die täglich erbrachten Leistungen sein.“

Kurt Schneider (l.), Leiter der Lehrwerkstätte Zerspanungstechnik mit Matthias Hinteresser. Foto: WK Tirol

Kurt Schneider (l.), Leiter der Lehrwerkstätte Zerspanungstechnik mit Matthias Hinteresser. Foto: WK Tirol

Mathias Hinterseer aus Baumkirchen ist Metalltechniker bei der Swarovski Optik KG in Absam. Im dritten Lehrjahr durfte er für fünf Wochen nach Gran Canaria fliegen. Die Lehrlinge müssen den Auslandsaufenthalt teilweise selbst organisieren, zum Beispiel in welchem Land es Angebote für den Lehrberuf gibt. Natürlich wird die Hauptorganisation von der IFA (Internationaler Fachkräfteaustausch) unterstützt, dennoch sollen die Lehrlinge ihre eigenen Interessen einfließen lassen, um eine neue Selbstständigkeit zu erlangen.

Unter Spaniens Sonne

In Las Palmas absolvierte Mathias seine Praktika bei den Firmen „Inexa“ und „Rodtriol“. „Die erste Woche hatten wir einen Ganztages-Sprachkurs. Dann habe ich zwei Wochen bei einem Ingenieurbüro gearbeitet, in dem Wasseraufbereitungsanlagen geplant werden. Dort war ich als technischer Zeichner beschäftigt. Beim zweiten Unternehmen habe ich große Elektromotoren von Siemens gewartet. Gewohnt habe ich mit anderen Praktikanten in einer Wohngemeinschaft“, erzählt der 20-jährige.

Matthias Hinterseer nützte die Chance und arbeitete fünf Wochen auf Gran Canaria. Foto WK Tirol

Matthias Hinterseer nützte die Chance und arbeitete fünf Wochen auf Gran Canaria. Foto WK Tirol

Neben dem Kennenlernen anderer Länder, Leute und Kulturen verbessern Lehrlinge gleichzeitig ihre sprachlichen Kompetenzen. „Spanisch zu sprechen, war eine große Herausforderung für mich – und Englisch reden die Spanier ja nicht so gerne. Mit Händen und Füßen ging es dann irgendwie und ich habe mich riesig gefreut, dass mir trotzdem sehr viel Vertrauen und Verantwortung entgegenbracht wurde. Einmal musste ich auf einer Servicenummer anrufen und habe mit einem Spanier solange auf Englisch geredet, bis alles wieder funktioniert hat“, so Hinterseer lachend. „Die Erfahrung und die Erlebnisse im Praktikum auf Gran Canaria werde ich nie vergessen. Es erweitert einfach den Horizont und ich würde jedem empfehlen, die Chance auf ein Auslandspraktikum zu nutzen.“ Zudem haben Jugendliche im Auslandspraktikum die Möglichkeit sich neue Arbeitsmethoden und -techniken anzueignen und diese im eigenen Unternehmen dann anzuwenden.

Vorteile fürs Unternehmen

„Zurück in der Heimat, strahlen die Augen der Lehrlinge und das macht auch mich als Ausbildner stolz“, freut sich Kurt Schneider. „Beim Auslandspraktikum müssen die Lehrlinge fotografieren und viele Eindrücke sammeln, um anschließend daheim vor der Geschäftsführung ihre Reise und Erfahrungen im Praktikum zu präsentieren. Die Vorteile für ein Unternehmen liegen auf der Hand: Die Lehrlinge gewinnen an Selbstvertrauen, es ist persönlichkeitsbildend und sie kommen gestärkt aus dem Ausland zurück.

Auf der fachlichen Seite lernen die Jugendlichen neue Arbeitsweisen und Denkansätze kennen, die auch uns schon beeindruckt haben“, erklärt Kurt Schneider von der Swarovski Optik KG. Zudem können sich Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, profitieren von motivierten Lehrlingen und können Kontakte zu Betrieben im Ausland knüpfen. „Mit gutem Willen und ein bisschen Organisation ist viel möglich. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann das Auslandspraktikum ein attraktiver Anreiz sein, eine Lehre zu absolvieren. Denn eine Lehre hat goldenen Boden und ich wünsche mir, dass dies viel mehr in unseren Köpfen verankert werden würde“, schließt Kurt Schneider ab.

Weiter Informationen
Unterstützende Programme:
xchange: www.xchange-info.net
Tirolerinnen auf der Walz: www.standort-tirol.at
IFA – Internationaler Fachkräfteaustausch: www.ifa.or.at/auslandspraktika
Alle Informationen zu Förderungen für Auslandspraktika:  www.lehre-foerdern.at
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