Hammer & Amboss: Jeder ist seines Glückes Schmied

Mit Hand, Kopf und Herz verbindet Michael Wilberger traditionelle Schmiedearbeit und Kunsthandwerk in seiner Werkstatt „Hammer & Amboss“ in Fulpmes. Mit jungen 25 Jahren hat er sich hier seinen Traum vom eigenen Betrieb erfüllt.

Seit ein paar Monaten geht in Fulpmes sprichwörtlich „der Rauch auf“ und es ertönt gleichmäßiges Hämmern aus der Riehlstraße. Michael Wilberger ist dort mit seiner Schmiedewerkstatt eingezogen und entwickelt sich mehr und mehr zum ausgezeichneten Fachbetrieb für Schlosserei und Schmiedekunst. Die Kunden haben einen Wunsch, Wilberger dazu das handwerkliche Geschick.

Begonnen hat alles mit der Absolvierung der HTL für Maschinenbau in Fulpmes. Dort wurde die Faszination für Feuer und Stahl des jungen Stubaiers geweckt. „Nach meinem Präsenzdienst hatte ich das Glück beim Schlosser- und Schmiedemeister Urban Unger das Handwerk weiter zu erlernen. Eigentlich wollte ich vor dem Studium nur etwas Praxis sammeln. Daraus sind dann mehrere Jahre, die Meisterprüfung und ein eigenes Unternehmen geworden“, so der 25-jährige lachend. Im Oktober 2017 absolvierte Wilberger die Meisterprüfung im Bereich Metalltechnik für Schmiede- und Fahrzeugbau. „Mit meinem Betrieb „Hammer & Amboss“ möchte ich meine Leidenschaft und Ideen fürs Schmieden den Kunden näherbringen.“ Er kann bei Exklusivität und Anpassung an den Kundenwunsch punkten. „Das Schönste ist der zufriedene Kunde für mich. Das Schleifen, das Härten, eine gelungene Wärmebehandlung. Das ist was Wunderschönes.“

Feuer und Stahl

Egal ob geschmiedet, gegossen oder geschweißt – ob Tore, Skulpturen oder Messer, durch Handarbeit wird jedes Stück zum Unikat. Mit Bronze, Eisen und Stahl können die schönsten Gegenstände kreiert werden. „Ich darf jeden Tag ein anderes Produkt fertigen und mir aufs Neue überlegen, wie ich das am besten umsetzen kann. Das fordert mich täglich und macht einen riesen Spaß“, erzählt der Kunstschmied von seiner täglichen Arbeit. Durch Mundpropaganda wird die Handwerkskunst des jungen Kreativen vor allem im Raum Innsbruck und Innsbruck-Land gut angenommen. Durch den familiären Rückhalt kann Michael Wilberger auch bei Engpässen den Kundenwünschen nachgehen. „Der Großvater war Werkzeugmacher, der Vater unterrichtet Werkzeugbau an der HTL in Fulpmes – damit wurden mir gewisse Grundvoraussetzungen schon in die Wiege gelegt und Unterstützung ist quasi immer griffbereit“, erzählt der Stubaier schmunzelnd.

Feuer und Stahl sind die große Leidenschaft von Michael Wilberger. Foto: WKT

Feuer und Stahl sind die große Leidenschaft von Michael Wilberger. Foto: WK Tirol

„Wir gießen Statuen aus Bronze, letzte Woche haben wir einen Käfig für Katzen gemacht und im
Alpenzoo eine Voliere für die Geier mit 2500m Drahtgitter bespannt – dazu haben wir über 100.000 Drahtringe gebraucht, das war ein riesiges Projekt und viel Verantwortung.“ Die Aufgaben sind vielfältig. Auch mit hochqualifizierten Klingen hat der 25-jährige eine Nische gefunden. „Ich veranstalte regelmäßig Messerschmiedekurse. In diesem Seminar werden den Besuchern die Grundtechniken des Schmiedens vermittelt. Jeder hat die Möglichkeit sein ganz individuelles Messer zu gestalten. Das findet großen Anklang und die Rückmeldungen sind immer positiv“, freut sich der Schmied.

Auf Messers Schneide

Vor vier Monaten hat er gemeinsam mit seinem Cousin, der selbstständiger Glaser ist, die Werkstatt in Fulpmes gekauft. „Wie es der Zufall so wollte, haben wir diese Räumlichkeiten gefunden und die Corona-Zeit für den Umzug genutzt. Aus unseren beiden Arbeitsbereichen ergeben sich sehr gute Synergien und wir unterstützen uns gegenseitig.“ Der mutige Schritt in die Selbstständigkeit ging fast von allein, unkompliziert und ohne viel Getöse: „Die Bürokratie war das Einzige, das mich Anfangs abgeschreckt hat. Sonst habe ich gar nicht viel darüber nachgedacht. Andere machen ein Jahr Auszeit oder studieren länger – falls es nicht hinhaut, dann habe ich es zumindest probiert und an Erfahrung gesammelt.“ Die viele Arbeit hat sich ausgezahlt. Ich weiß wofür ich arbeite und gehe jeden Tag gerne in meine Werkstatt“, so der Jungunternehmer motiviert.

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Mit Bronze, Eisen und Stahl können die schönsten Gegenstände kreiert werden. Foto: WK Tirol

Hammer & Amboss schmiedet Pläne

Für die Zukunft wünscht sich Michael Wilberger nicht viel Veränderung. Eine gute Auftragslage und ein bis zwei Mitarbeiter in den nächsten Jahren. Authentizität und selbst noch sein Handwerk ausüben zu können ist ihm weiter wichtig: „Ich bin vollkommen zufrieden, wie es gerade läuft. Glück heißt für mich, dass mir bewusst ist, was ich mir in den letzten drei Jahren aufbauen konnte. Dass ich die Freiheit habe das zu machen was ich will. Ich habe immer genug Projekte im Hinterkopf und kann mich ausprobieren. Das ist das schönste Gefühl.“

» Weitere Informationen: www.hammerundamboss.com

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