Kommentar: Vom Leben nach Corona

Ja, es wird ein Leben NACH Corona geben; und derzeit gibt es ein Leben MIT Corona. Beides mag banal klingen, aber wir haben uns diesen Zugang erst erarbeiten müssen.

KOMMENTAR

In den letzten Monaten waren wir nämlich völlig mit einem Leben GEGEN Corona beschäftigt. Jetzt aber ist es langsam Zeit, dass wir uns in dieser neuen Normalität einrichten. Das bringt einen kompletten Perspektivenwechsel. Denn wer nur einen einzigen Gegner im Auge hat, verliert alles andere aus dem Blickfeld.

Deswegen sind wir jetzt in der Phase angekommen, in der wir MIT dem Virus leben. Das ist nicht mehr ganz so panisch wie zu Beginn der Krise und lässt mehr Planung und differenzierteres Handeln zu. Für die Wintersaison heißt das, dass wir unsere Instrumente schärfen müssen. Einfach Zusperren ist keine Option mehr. Wir brauchen klare, verständliche Regeln für alle Betriebe und den Ausbau der Testinfrastruktur, um speziell im Tourismus bei auftauchenden Clustern gezielt und punktuell begrenzt handeln zu können. Das alles wird aber nur funktionieren, wenn jeder einzelne den sprichwörtlichen Babyelefanten verinnerlicht und seinen Beitrag dazu leistet, das Virus in Schach zu halten.

Investitionen sind die Arbeitsplätze von morgen

Es ist aber auch notwendig, langsam an die Zeit NACH Corona zu denken. Gut, noch ist es nicht so weit – aber vorausschauende Firmen fahren nicht nur auf Sicht, sondern haben auch entfernte Ziele im Auge. Das ist nicht ganz leicht, aber alleine der Wille dazu führt zu ganz anderen Ergebnissen. Zum Beispiel wird klar, dass man sich jetzt um den Fachkräftenachwuchs kümmern muss und nicht in ein, zwei Jahren, wenn das alle tun. Strategisch denkende Firmen bilden daher nach wie vor Lehrlinge aus. Dasselbe gilt für Investitionen. Auch diese brauchen einen entsprechenden Blick voraus. Der zahlt sich aus, denn Investitionen sind die Arbeitsplätze von morgen. Der Staat belohnt diese Weitsicht mit der Investitionsprämie.

Auch der Staat selbst tut gut daran, an die Zeit „danach“ zu denken. Dass es bei der einen oder anderen Unterstützung doch nicht hieß „Koste es, was es wolle“, zeugt davon, dass der Finanzminister im Auge behält, dass wir sämtliche Milliarden auf Euro und Cent wieder zurückzahlen müssen. Die Feuerwehr in Form zahlreicher Corona-Unterstützungen war und ist wichtig, aber auch die Feuerwehr tut gut daran, nicht den letzten Tropfen Wasser zu verbrauchen.

Die Wirtschaftskammer erlebt Corona aus der eigenen Erfahrung und hat in vielen Bereichen auf digitale Serviceleistungen umgestellt. Eines bleibt gleich: Ob digital oder analog – die WK ist der verlässliche Partner für ihre Mitglieder, in guten und in schlechten Zeiten.

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