HTL Reutte – eine neue Ära beginnt

Im Außerfern wird ein Traum wahr: 34 zukünftige Wirtschaftsingenieure – davon sechs Mädchen – schreiben Schulgeschichte und debütieren in der „eigenen“ Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) im Reuttener Schulcampus.

„Wir haben lange geschlossen dafür gekämpft“, zeigt sich WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler, der als Ideengeber gilt, sichtbar glücklich. „HTL Reutte“ ist allerdings unkorrekt, dazwischen muss man ein „in“ hineinquetschen. Die HTL in Reutte ist (noch) keine eigenständige Schule, sondern eine so genannte dislozierte Klasse (lat. Locus-Ort) der Innsbrucker HTL Anichstraße unter der Führung der dortigen Direktion. Ein Schulbeispiel einer Bündelung der Kräfte. Man ist trotzdem mehr als zufrieden! Es sei ein „nie dagewesener Schulterschluss“ sagte etwa Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann, als vom Bildungsministerium im vergangenen November das Okay kam. Sozusagen ein Schulbeispiel einer Bündelung der Kräfte. Auch aller politischen Ebenen von den Bürgermeistern bis zur hohen Landespolitik inklusive Bildungsdirektion.

In Zeiten des Kampfes um jeden Schüler war man naturgemäß nicht allerorts begeistert. Es brauchte in der Zielgeraden schon Schwergewichte zur Finalisierung. Das politische: der Landeshauptmann. „Ich glaube, Platters persönlicher Einsatz war das Zünglein an der Waage“, ist Winkler, selbst HTL-Absolvent, überzeugt. Das wirtschaftliche: Der Weltkonzern Plansee Group, der sich für diese HTL vehement einsetzte. Nicht zu vergessen der kognitive Mastermind: BHAK-Direktor Werner Hohenrainer. Er erarbeitete den Masterplan für die Genehmigung bis ins letzte Detail. Plansee investierte elf Mio. Euro in Praxisräume. Er ist es vor allem, der die Anmeldung von 40 Aspiranten als „sensationell“ bezeichnet. Hohenrainer: „Wir dürfen nicht vergessen, dass im kleinen Bezirk Reutte die durchschnittliche Schülerzahl eines Jahrganges nur rund 300 ist.“ 34 von ihnen – übrigens alle aus dem Bezirk – erleben also heute den historisch ersten HTL-Tag in Reutte.

HTL vereint Theorie und Praxis

Die künftigen Wirtschaftsingenieure sind gespannt auf die Ausbildung in Theorie und Praxis. Für den Praxispart steht ein besonderes Ambiente zur Verfügung: die nagelneuen Plansee-Lehrwerkstätten und Labore. Das Unternehmen investierte rund elf Millionen Euro in die neue Praxisausbildung auf über 3000 Quadratmetern. Dass Plansee lediglich die anfallenden Betriebskosten verrechnet, wird als Beweis der Wertschätzung dieser Ausbildung gesehen. „Es warten auf die Absolventen mit dieser breitest möglichen Ausbildung exzellente Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch im Bezirk Reutte, der ja in Relation der industrialisierteste in Tirol ist“, prophezeit Klassenvorstand Hohenrainer. Da nickt Wolfgang Winkler heftig und formuliert das klare Ziel: Eine HTL Reutte ohne „in“, also die Eigenständigkeit!

Hubert Daum, Tiroler Krone

Bild oben: Wolfgang Winkler (l.) und Werner Hohenrainer: Hier werden ab sofort die Debütanten sitzen. 

»Weitere Informationen: HTL in Reutte

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