Im Gewerbe und Handwerk sind Lehrlinge gefragt

Im Tiroler Gewerbe und Handwerk werden Lehrlinge ausgebildet wie immer. Und sie sind gefragter denn je: Aktuell warten an die 750 freie Ausbildungsplätze auf engagierte Jugendliche.

„Es hat nur wenige Stunden gedauert, dann hatten wir fast 750 freie Lehrstellen im Gewerbe und Handwerk zusammen“, hält Gewerbeobmann Franz Jirka fest. Wozu aber die Umfrage in den Betrieben? „Es geistern leider immer wieder Falschmeldungen herum, dass unsere Betriebe wegen Corona heuer keine Lehrlinge ausbilden würden. Das ist falsch! Vielmehr das Gegenteil ist der Fall.“

Bei den Installations- und Gebäudetechnikern stehen an die 100 freie Ausbildungsplätze zur Verfügung, in den Baubranchen 150, die Tiroler Bäcker, Konditoren und Fleischer würden jederzeit 40 engagierten Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bieten, bei den Tischlern sind es 80. „Die Liste ist noch viel länger und umfasst 30 verschiedene Lehrberufe und Unternehmen aus ganz Tirol“, so Jirka weiter. Wie lässt es sich aber erklären, dass beim ams viel weniger freie Lehrstellen gemeldet sind? Die Antwort ist laut Jirka einfach und hat nichts mit der guten Arbeit des ams zu tun. „Leider melden inzwischen viele Betriebe die freien Ausbildungsplätze dem ams gar nicht mehr. Viele greifen zur Selbsthilfe und suchen selbst so gut sie können.“ Die Sache hat allerdings auch einen Haken: die freien Lehrstellen scheinen nicht in der offiziellen Statistik des ams auf. Jirka appelliert deshalb auch an die Unternehmen: Bitte meldet eure offenen Lehrplätze!

Lehrlinge und Fachkräfte zum Durchstarten

Von mangelndem Interesse der Unternehmen oder gar „Ausbildungsmüdigkeit“ kann also keine Rede sein. „Ganz im Gegenteil. Unsere Unternehmen wollen wieder richtig durchstarten – und dafür brauchen wir auch sehr gut ausgebildete Lehrlinge und Fachkräfte“, fasst der Obmann der Tiroler Gewerbe- und Handwerksbetriebe zusammen. Wirtschaft und Politik haben dafür laut Jirka die Weichen gestellt: „Die Ausbildung wurde komplett unter die Lupe genommen und modernisiert. Bestes Beispiel für den frischen Wind in der beruflichen Ausbildung ist die Gleichstellung des ,Meisters‘ mit dem ,Bachelor‘. Und ab Ende August können sich unsere ,Meister‘ ihren Titel in offiziellen Dokumenten eintragen lassen. Das ist ein mehr als deutliches Zeichen für den Stellenwert der beruflichen Ausbildung in unserem Land!“

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