Fahrradmechatroniker: Einer der ersten in ganz Tirol

Felix Baumann ist einer der ersten Fahrradmechatronik-Lehrlinge in Tirol. Auf den E-Bike-Boom der letzten Jahre hat die Wirtschaftskammer reagiert und diesen Lehrberuf 2019 ins Leben gerufen

In der Fahrradbranche läuft es rund. Ob Mountainbike, E-Bike oder E-Scooter – die Auswahl verschiedener Fahrradtypen und elektrischer Zweiräder steigt und treibt die Verkaufszahlen nach oben – und zugleich steigen die Anforderungen an die Fahrradexperten. In Städten setzen sich Menschen immer öfter aufs Rad, weil es umweltfreundlich und oft praktischer ist, als das Auto oder den Bus zu nehmen. Die komplexer werdende Technik der verschiedenen Fahrräder verlangt auch mehr Fachwissen und technisches Know-how vom Hersteller und Verkäufer der Räder. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, gibt es seit August 2019 in Österreich den Lehrberuf zum Fahrradmechatroniker.

Felix Baumann ist einer der ersten Lehrlinge in ganz Tirol. Bikepalast-Geschäftsführerin Rosi Schneider ist glücklich, dass es diese Möglichkeit jetzt gibt.

Felix Baumann ist einer der ersten Lehrlinge in ganz Tirol. Bikepalast-Geschäftsführerin Rosi Schneider ist glücklich, dass es diese Möglichkeit jetzt gibt. Foto: WK Tirol

Fahrradmechatroniker braucht Liebe zum Detail

Einer der ersten 15 Lehrlinge in ganz Tirol, Felix Baumann, absolviert seine Lehre zum Fahrradmechatroniker beim Bikepalast in Volders. „Wir sind so froh, dass dieser Lehrberuf endlich gekommen ist. Das ist eine Erleichterung für die ganze Branche“, freut sich Rosmarie Schneider, Bikepalast-Geschäftsführerin. Die Aufgaben eines Fahrradmechatronikers sind die Montage, Reparatur, Wartung, Um- und Aufrüstung von Fahrrädern und E-Bikes. Der 15-jährige Felix aus Volders ist ein begeisterter Fahrrad- und Mopedfan. „Ich habe schon immer gern alles auseinander- und wieder zusammengebaut. Jedes meiner Fahrräder wurde mindestens einmal zerlegt“, schmunzelt der Fahrradmechatronik-Lehrling. Felix hatte während des Polytechnischen Lehrgangs schon die Möglichkeit im Bikepalast zu schnuppern. Zu der Zeit gab es den Lehrberuf noch nicht. Einen Monat später änderte sich alles und er bekam den entscheidenden Anruf: „Das war im Juli letzten Jahres. Ich habe sofort gewusst, dass ich das unbedingt machen will.“

Hightech-Know-how

Im Gegensatz zum herkömmlichen Fahrradmechaniker kümmert sich ein Fahrradmechatroniker ebenso um hydraulische, hydropneumatische und elektronische Elemente am Rad. Auch kommt im Vergleich zu früher eine größere Vielzahl von Werkstoffen zum Einsatz. Nicht zuletzt ist die Kundenberatung beim Kauf, bei der Reparatur und bei der Umrüstung von Fahrrädern ein wichtiger Arbeitsbereich des Fahrradmechatronikers. „Das Wissen und Können eines Fahrradmechatronikers ist mittlerweile enorm geworden. Das hat sich vor allem in den letzten zehn Jahren unglaublich verändert“, erzählt Rosi Schneider. Den Bikeplast Volders gibt es seit elf Jahren und es sind zwölf Mitarbeiter beschäftigt. „Bis in die 70er-Jahre hat es ja den Lehrberuf Fahrradmechaniker gegeben. Dann wurde dieser abgeschaffen, weil er angeblich nicht zeitgemäß genug war. Eine Lehre in diesem Bereich war deshalb nur im Verkauf möglich. Gerade wegen der rasanten Weiterentwicklung technischer Komponenten in der Fahrradtechnik bin ich froh, dass wir jetzt Fahrradmechatroniker ausbilden dürfen.“

Für Felix Baumann liegen die Vorteile der Lehre klar auf der Hand: „Wir haben ein tolles Betriebsklima und ich kriege von allen Bereichen etwas mit. Mein Arbeitgeber ist innovativ und bemüht, immer auf den neuesten Standards zu bleiben. Zudem lerne ich früh eigenständig zu sein und mit meinem Gehalt auszukommen.“ Rosmarie Schneider hat in den letzten elf Jahren sieben Lehrlinge ausgebildet. Die Arbeitstage gehen von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr. „Die jungen Menschen haben mit 19 Jahren eine fixfertige Ausbildung und den Fachkräften stehen alle beruflichen Türen offen“, so Schneider. Es handelt sich um eine duale Ausbildung, die von einer Fahrradwerkstatt oder einem Fahrrad-Produktionsunternehmen betreut wird. Die Berufsschule kann in Kufstein besucht werden, die Berufsausbildung dauert drei Jahre.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Fahrradmechaniker, kümmert sich ein Fahrradmechatroniker ebenso um hydraulische, hydropneumatische und elektronische Elemente am Rad.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Fahrradmechaniker, kümmert sich ein Fahrradmechatroniker ebenso um hydraulische, hydropneumatische und elektronische Elemente am Rad. Foto: WK Tirol

Geänderte und neue Lehrberufe 2020

Neben dem Fahrradmechatroniker wurden 2020 eine ganze Reihe von Lehrberufen von der Wirtschaftskammer Österreich überarbeitet und aktualisiert, so gab es eine Neuordnung der Bauberufe, aller kaufmännisch-administrativen Lehrberufe, der Lehrberuf Masseur wurde aktualisiert und auf drei Ausbildungsjahre verlängert sowie der Buchbinder erweitert und in die Schwerpunkte Buchbindetechnik und Postpresstechnik unterteilt.

Daneben wurden 2020 auch völlig neue Lehrberufe verordnet. Hierzu zählen der Lehrberuf Eventkaufmann, der auf die Planung, Vorbereitung, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen fokussiert ist. Der Lehrberuf Assistent in der Sicherheitsverwaltung. Hier geht es vor allem um die allgemeine öffentliche Verwaltung, berücksichtigt aber die speziellen Anforderungen des Polizeibetriebes. Beim Lehrberuf der Fertigungsmesstechnik zählen Kenntnisse und Fertigkeiten wie Auswählen und Festlegen von unterschiedlichen Messstrategien, Messverfahren uvm. und wird als Bestandteil des betrieblichen Qualitätsmanagements gesehen. Und last but not least der Lehrberuf des Hotel- und Restaurantfachmanns. Der Vorteil dieser Doppellehre liegt vor allem in einem eigenen Lehrplan für die Berufsschule.

 

Weiter Informationen
Helmut Wittmer
Lehrvertragsservice der Tiroler Wirtschaftskammer
T 05 90 905 7301
E helmut.wittmer@wktirol.at
W Wko.at/bildung
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