Die erste Fuckup Night in Landeck

Der Bezirk Landeck wurde zum Austragungsort der Fuckup Nights und damit Teil dieser weltweiten Bewegung. Die WK-Bezirksstelle Landeck, die Junge Wirtschaft sowie die Raiffeisenbanken des Landeck lockten mehr als 100 Besucher aufs Parkdeck des Einkaufszentrums “Der Grissemann” in Zams.

Dass Scheitern und Fehler machen, zum Leben gehören und uns weiterbringen können, davon erzählten Markus Noppeney, Elke Bachler und Albert Ehrenreich emotional und mitreißend. Durch den Abend führte Bettina Wenko, die das Reden übers Scheitern mit diesen Events seit 2015 in Tirol salonfähig macht. Das Event und vor allem seine Vortragenden überzeugten durch Mut, Authentizität und spannende Lernerfahrungen, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden. Die Lehren, die die Protagonisten aus ihrem Scheitern gezogen haben, fielen durchaus unterschiedlich aus.

Markus Noppeney, der 2000 sein erstes Unternehmen, eine Fortbildungsagentur, aufgrund der Finanzkrise in den Sand setzte, lernte, nicht im Problem verhaftet zu bleiben, sondern Teil der Lösung zu werden. Dazu braucht es aus seiner heutigen Sicht viel Mut, die Bereitschaft und Fähigkeit laufend zu innovieren und sein Unternehmen weiter zu entwickeln, aber auch Demut.

Mit ihrem ersten Beratungsunternehmen fand Elke Bachler für sich kein finanzielles Auslangen, weil sie sich schwer tat, Geld dafür zu verlangen. Im zweiten Anlauf setzt sie daher aktuell auf ein Produkt, das sich leichter kalkulieren lässt. Aber auch die Produktentwicklung birgt ihre Tücken. Rückschläge beeindrucken sie wenig, denn das Scheitern ist nicht umsonst. Es bringt sie aufgrund der gemachten Erfahrungen immer einen Schritt weiter ans Ziel.

Gewinn, Ansehen und persönlicher Erfolg waren die Ziele von Albert Ehrenreich. Mit der Organisation der ‚Supermoto Landeck 2001‘ wollte er diese erreichen. Übrig geblieben sind viele tausend Schilling Schulden. 20 Jahre später ist das oberste Ziel, den Überblick über das Geschäft zu wahren und nicht in operative Hektik zu verfallen. Dazu kam die Einsicht, dass man als Unternehmer die Aufgabe hat, seine MitarbeiterInnen zu begleiten anstatt nur Aufgaben an sie zu verteilen.

Bettina Wenko fasst den Abend zusammen und zeigt sich zufrieden mit dem erfolgreichen Auftakt der Fuckup Nights im Oberland: “Vielleicht waren die Einsichten, Erkenntnisse und Erfahrungen, die an diesem Abend geteilt wurden, nicht neu oder bahnbrechend. Die Emotionen und Konsequenzen, die mit dem Versagen verbunden sind, kennen wir alle. Die Offenheit, mit der darüber auf offener Bühne gesprochen wird, ist es für mich durchaus. Und genau das ist es, was die Fuckup Nights zur Bewegung machen. Ein ehrlicher, lernbereiter Umgang mit dem Thema bringt uns so viel weiter als ein Unter-den-Teppich-Kehren”.

Für Roger Klimek fördert die Offenheit der Speaker das Verständnis für’s Scheitern: “Nachdem wir Raiffeisenbanken im Bezirk Menschen begleiten, begleiten wir auch das mögliche Scheitern. Umso wichtiger ist es uns, dass scheiternde Projekte kein Scheitern des Unternehmers als Mensch bedeutet.”

WK-Bezirksobmann Michael Gitterle ist vom Format der Veranstaltung begeistert: „Uns ist es einfach wichtig, dass wir die Offenheit haben, auch über das Scheitern zu sprechen. Scheitern ist erlaubt und sollte nicht verurteilt werden. Es war sehr spannend, den Speakern zuzuhören. Der Abend war geprägt von Emotionen, von den Erfahrungen, warum es sich unter dem Strich nicht ausgegangen ist, bis hin zur Erkenntnis, dass man daraus für‘s Leben und den weiteren Erfolg lernen kann“. Gitterle bedankt sich bei den Gästen, die in ihrem Feedback mit 91 % bestätigt haben, dass es eine Fuckup Night Landeck #2 unbedingt geben muss.

Speaker Markus Noppeney - erfolgreich durch Höhen und Tiefen.

Speaker Markus Noppeney – erfolgreich durch Höhen und Tiefen.

Hintergrundinformation Fuckup Night

Die Fuckup Nights sind eine 2012 in Mexiko entstandene globale Bewegung, die Geschichten übers Fehler machen und Scheitern von UnternehmerInnen auf die Bühne bringt. Die Bewegung ist in 321 Städten in 90 Ländern aktiv und verzeichnet mittlerweile 1.000.000 Zuschauer jährlich. Sie ist somit eine der größten Bewegungen im Bereich Unternehmertum weltweit. Seit 2015 ist Tirol Teil der Community und in Innsbruck, Wattens, Kufstein, Bozen, Bruneck und neuerdings auch Landeck aktiv. Die Fuckup Nights Tirol werden unterstützt von Startup.Tirol und More than Metrics.

Erfunden wurden die Fuckup Nights von fünf Freunden aus Mexiko City, die aus ihren unternehmerischen Scheiter-Geschichten ein abendfüllendes Event-Format machten und dieses in die Welt hinaustrugen. Format und Ablauf der Veranstaltung sind bestechend klar und einfach. Drei Speaker erzählen in je 10 Minuten anhand von 10 Bildern ihr Scheitern, danach stellt das Publikum Fragen.

Die Fuckup Nights haben es sich zur Aufgabe gemacht, das negative Stigma, das dem Scheitern anhaftet, abzuschütteln und in positive Energie umzuwandeln. Sie zeigen auf, dass Scheitern nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Neuem, Besserem ist. Kernbotschaft ist, dass Scheitern keine negative Brandmarkung in unserer Gesellschaft und innerhalb eines modern geführten Unternehmens sein darf. Viel mehr sind Fehler eine notwendige Lernerfahrung und wichtig für jeden persönlichen oder unternehmerischen Entwicklungsprozess. Deshalb sind die Fuckup Nights für angehende sowie erfahrene UnternehmerInnen und Führungskräfte so spannend. Denn gerade sie können es sich nicht leisten, die wertvollen Erfahrungen, die aus Fehlern heraus entstehen, links liegen zu lassen und unter den Tisch zu kehren.

Bild oben: Fuckup Night in Landeck: Das Organisationsteam Otmar Ladner, Michael Gitterle, Roger Klimek, Bettina Wenko mit den Speakern Albert Ehrenreich, Elke Bachler, Markus Noppeney sowie dem Hausherrn Thomas Walser (v.l.).

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!