Glocknerblick – Genuss mit Aussicht

Elisabeth und Konrad Rogl stehen mit dem Braugasthof Glocknerblick in Kals für Nachhaltigkeit und Regionalität. Im Sommer überrascht Tochter Theresa als Österreichs beste Jungköchin die Gäste mit ihren Speisenkreationen.

Wo lässt sich der Ausblick auf Österreichs höchsten und für viele auch schönsten Berg, den Großglockner, am besten genießen? Der Ortsteil Arnig der Großglockner-Gemeinde Kals ist ein solcher Platz. Dort betreiben Elisabeth und Konrad Rogl seit 2007 den Braugasthof Glocknerblick. Elisabeths Großvater hatte hier schon in den 1940er-Jahren eine kleine Jausenstation errichtet, die dann nach seinem Tod noch von der Witwe bzw. einer Tochter bis 1992 weitergeführt wurde. „Als sich 2005 die Möglichkeit ergab, das Haus zu erwerben, haben wir uns nach 14 Jahren, die wir in Oberösterreich gelebt und gearbeitet haben und wo auch unsere drei Kinder zur Welt gekommen sind, entschlossen, in unsere alte Heimat zurückzukehren. Nach einer ersten Umbauphase konnte das Gasthaus 2007 wiedereröffnet werden – zuerst als Restaurant und zwei Jahre später nach dem Ausbau der Obergeschosse auch mit Gästezimmern“, erzählt die Gastwirtin.

„Im Einklang mit der uns umgebenden grandiosen Natur- und Kulturlandschaft zu leben und zu wirtschaften, ist uns ein echtes Anliegen. Mit dem Zertifikat ‘Offizieller Nationalpark-Partnerbetrieb‘ – wofür ein umfangreicher Kriterienkatalog zu erfüllen war – verfügen wir über ein Qualitätssiegel, das unser Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, Ökologie und Regionalität unterstreicht und unseren Gästen Orientierung gibt.“ Dazu passend gibt es im Betrieb natürlich auch das „Osttirol-Frühstück“ mit hochwertigen Lebensmitteln von Osttiroler Bauern und gewerblichen Produzenten.

Selbstgebrautes Bier exklusiv im Glocknerblick

Seit 2017 verfügt der Gasthof über eine Haus-Brauerei als weiteres Alleinstellungsmerkmal. Die Idee, sein eigenes Bier zu brauen, beschäftigte Konrad Rogl schon seit längerer Zeit. Das notwendige Know-how vermittelte ihm ein befreundeter Braumeister; Hilfestellung kam auch von Stefan Borer, Präsident des Vereins der Haus- und Kleinbrauereien Österreichs. Von ihm konnte Konrad eine gebrauchte Brauanlage erwerben, die dann im Keller des Gasthofes aufgebaut wurde. „Zuvor mussten wir allerdings ausprobieren, ob unser Arniger Quellwasser auch zum Brauen geeignet war. Dazu habe ich das Wasser in Kanistern zu meinem Freund transportiert, wo wir nach seiner Rezeptur Bier gebraut haben. Ich war natürlich erleichtert, als sich die hervorragende Eignung unseres Wassers bestätigt hat.“

Genießen kann man das naturtrübe Bier nur im Gasthof der Familie Rogl. Vor kurzem wurde erstmals auch dunkles Bier gebraut. „Die Verkostung ist sehr erfolgreich verlaufen“, freut sich das Gastwirte-Ehepaar. Konrad, der übrigens noch 13 Jahre lang von Kals aus zu seinem Arbeitsplatz in Salzburg gependelt ist, widmet sich seit heuer ganz dem Brauen und der Arbeit im Gastbetrieb. Interesse für die väterliche Profession zeigt auch der Sohn Leo, der an der HBLA Ursprung bei Salzburg den Aufbaulehrgang für Landwirtschaft besucht und dort gerade an einem Projekt mitarbeitet, welches die Braueignung alter Gersten-Sorten untersucht.

„Kitz nose to tail“ taufte Theresa Rogl diese Speisenkreation, mit der sie den HOGAST-REGIO-Genusspreis 2019 für den Braugasthof Glocknerblick und den Landwirtschafts-Partner Philipp Jans, Figerhof in Kals, gewann. Dazu schmeckt am besten das „Unsas“ getaufte Bier, das Vater Konrad Rogl selbst mit Hingabe braut. Foto: Braugasthof Glocknerblick

„Kitz nose to tail“ taufte Theresa Rogl diese Speisenkreation, mit der sie den HOGAST-REGIO-Genusspreis 2019 für den Braugasthof Glocknerblick und den Landwirtschafts-Partner Philipp Jans, Figerhof in Kals, gewann. Dazu schmeckt am besten das „Unsas“ getaufte Bier, das Vater Konrad Rogl selbst mit Hingabe braut. Foto: Braugasthof Glocknerblick

Liebe zur Kochkunst

Schon seit der Wiedereröffnung punktet der Gasthof mit seiner bodenständigen Küche, für die Chefin Elisabeth verantwortlich zeichnet. Seit einigen Jahren übergibt sie während der Sommersaison aber gerne das „Küchen-Regiment“ an die Tochter Theresa. Kein Wunder – ist Theresa doch amtierende Staatsmeisterin der Jungköche.

Ihren bisher größten internationalen Erfolg feierte Theresa vor einem Jahr, als sie bei der Weltmeisterschaft der Jungköche in Calgary, Kanada, den sensationellen dritten Platz erkochte. „Als ich nach dem erfolgreichen Abschluss der Hotelfachschule in Lienz, wo die Osttiroler Haubenköche Ernst Moser und Hans-Peter Sander in mir bereits die Liebe zur Kochkunst weckten, zunächst noch einen Aufbaulehrgang für Tourismus und Marketing begann – angeblich geht heute ohne Matura gar nichts mehr – stand für mich fest: Ich will Köchin werden!“, erzählt Theresa.

„Daher entschied ich mich für die Kochlehre im Gradonna Montain Resort in meiner Heimatgemeinde, die ich 2017 mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss. Wegen meiner ersten Erfolge bei den Lehrlingswettbewerben der Wirtschaftskammer wurde man auf mich aufmerksam und ermöglichte mir die Teilnahme an den nationalen bzw. internationalen Koch-Wettbewerben“. Theresas nächstes Ziel ist es, sich beim nationalen Ausscheidungswettbewerb, der im November in Linz stattfindet, für die „Euro-Skills“, die 2022 in St. Petersburg über die Bühne gehen, zu qualifizieren. „Im Oktober beginnen die Vorbereitungen im WIFI Innsbruck, wo ich von tollen Trainern des österreichischen Kochverbandes (ÖKV) hervorragend unterstützt werde“, berichtet die leidenschaftliche Jungköchin.

Berufung als Köchin

Für den elterlichen Betrieb hat sie im Vorjahr bei einem von der Einkaufsgenossenschaft HOGAST veranstalteten Wettbewerb für bäuerliche Direktvermarkter und ihre Gastro-Partner den „REGIO-Genusspreis“ zusammen mit dem innovativen Kalser Ziegenkäse-Produzenten Philipp Jans gewonnen. Im heurigen Sommer konnte man sich auch bei „Osttirol de luxe“ am Lienzer Hauptplatz, wo abwechselnd die besten Köchinnen und Köche der Region Gourmets verwöhnten, von Theresas Kochkünsten überzeugen.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Tochter, die mit unglaublicher Zielstrebigkeit und Begeisterung ihre Berufung als Köchin lebt und freuen uns, dass sie den Sommer über unseren Betrieb mit ihrer Kreativität bereichert. Sie soll sich aber frei von jedweden ‚familiären Zwängen‘ entfalten können. Sie könnte sich ja mittlerweile die Jobs fast nach Belieben aussuchen; dennoch legt sie den Fokus darauf, in den nächsten Jahren noch viel bei Spitzen-Köchen dazuzulernen. Für den nächsten Winter hat sie natürlich schon die Stelle, die sie sich gewünscht hat“, erzählen Theresas Eltern.

Bild oben: Das Wirteehepaar Konrad und Elisabeth Rogl, Tochter Theresa und die beiden Söhne Leo und Alois (v.l.). Stolz präsentiert Kochtalent Theresa (23) die Trophäen, die sie als beste Jungköchin Österreichs und WM-Dritte errungen hat. Als Mitglied des Jugendnationalteams hat sie auch schon Olympia-Medaillen erkocht. 

»Weitere Informationen: Braugasthof Glocknerblick

Der Braugasthof Glocknerblick in Kals – wie sollte er angesichts der großartigen Aussicht auf den Großglockner auch anders heißen? Bei der Familie Rogl nächtigt man in Zirbenzimmern und genießt mit allen Sinnen. Foto: Braugasthof Glocknerblick

Der Braugasthof Glocknerblick in Kals – wie sollte er angesichts der großartigen Aussicht auf den Großglockner auch anders heißen? Bei der Familie Rogl nächtigt man in Zirbenzimmern und genießt mit allen Sinnen. Foto: Braugasthof Glocknerblick

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