Gewerbe & Handwerk fordert kostenlose Tests für Mitarbeiter

Die Auftragslage im Gewerbe ist besser als erwartet. Obmann Franz Jirka fordert vom Bund dennoch kostenlose Tests und klare Vorgaben, “sonst stehen wir im Winter vor einem Scherbenhaufen!”

“Es kann nicht sein, dass ein nachweislich negativ getesteter Mitarbeiter zehn Tage zu Hause sitzen muss”, deshalb fordert Gewerbeobmann Franz Jirka heute klare Vorgaben des Bundes für seine über 20.000 Tiroler Mitglieder. “So wie es momentan läuft, bringt man unsere ganze Sparte in Gefahr – trotz voller Auftragsbücher!”

Klare Vorgaben fordert auch Bernhard-Stefan Müller, Obmann der über 2.000 gewerblichen Dienstleister in Tirol: “Die Quarantäne kostet unsere Betriebe einen Haufen Geld, besonders dann, wenn Mitarbeiter aus Vorsorgegründen in Quarantäne geschickt werden. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter und die Gesundheit der Bevölkerung steht klar an erster Stelle. Aber warum soll sich ein Mitarbeiter als K1 (Kontaktperson 1) nicht freitesten und mit negativem Test wieder arbeiten gehen können?”

Der Fachkräftemangel war schon vor Covid ein riesiges Problem für die Betriebe im Gewerbe und Handwerk. Zur Verdeutlichung: laut aktueller Erhebung sind allein im Gewerbe über 700 freie Lehrstellen nicht besetzt. “Wenn dann im Herbst trotz zweifach negativem Test ein Mitarbeiter nach dem anderen in Quarantäne geschickt wird, dann können wir Aufträge nicht mehr abarbeiten, fallen uns Partien aus, springen uns Kunden ab. Das kann einer gutgehenden Sparte wie unserer absolut zum Verhängnis werden”, hält Jirka weiter fest.

Jirka fordert kostenlosen Test für Mitarbeiter im Gewerbe

Die Zeit bis zum Beginn der Grippesaison ist nicht weit. Jirka fordert deshalb jetzt klare Vorgaben und kostenlose Tests für die Mitarbeiter. Jirka dazu: “Das Gesundheitsmanagement hat bisher bestens funktioniert und einen super Job gemacht, deshalb stehen wir heute so gut da. Es braucht aber auch mehr Mut zur Lücke sowie schnellere und flächendeckende Tests für unsere Mitarbeiter.” Eine Forderung, die laut Jirka, für alle Sparten und Branchen in der Wirtschaft Gültigkeit hat, auch im Handel, auch in der Industrie.

“Die Gewerbebetriebe haben sich in den letzten Monaten immer an alle Vorgaben gehalten, “und dafür “, so Jirka weiter, “mag ich mich jetzt nicht abstrafen lassen”. Den vom Bundeskanzler Kurz propagierten “gesunden Menschenverstand” fordert Jirka jetzt ein, “sonst bekommen wir im Winter arge Probleme und unsere Mitarbeiter sind gesund zu Hause gesessen!”

Gewerbe gut unterwegs – einige Branchen hat es dennoch schwer getroffen

Grundsätzlich ist das Gewerbe und Handwerk recht gut durch die Krise gekommen. Einige Branchen natürlich besser, als andere. “Ich hätte das nie erwartet, aber im Bau und baunahen Bereich haben wir fast volle Auftragsbücher”, berichtet der Spartenobmann.

Am anderen Ende des Spektrums befinden sich zum Beispiel die Arbeitskräfteüberlasser, wie Bernhard-Stefan Müller berichtet. “Unsere Arbeitkräfteüberlasser gehören sicher zu den Verlierern der Krise. Teilweise hatten die Betriebe über 100 Mitarbeiter, die aufgrund der Situation einfach nicht vermittelt werden konnten.” Andere Berufsgruppen, wie etwa die Bewacher oder die Sicherheitsfachkräfte, haben ihr Berufsbild in der Krise komplett umgekrempelt und sorgen als Covid-Beauftragte für Schutz und Sicherheit in Unternehmen und in der Bevölkerung, insbesondere bei Veranstaltungen.

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