Liebherr Hausgeräte – von Osttirol in die ganze Welt

Die Liebherr-Hausgeräte Lienz GmbH ist seit 40 Jahren auf die Entwicklung und Produktion energieeffizienter Kühl- und Gefriergeräte für den privaten wie auch für den gewerblichen Gebrauch spezialisiert.

Die Erleichterung bei den drei Geschäftsführern Holger König, Lucas Nerud und Marcel Snelder sowie bei der Belegschaft der Liebherr-Hausgeräte Lienz GmbH war groß, als am 6. April – drei Wochen nach der coronabedingten Zwangspause – die Kühl- und Gefriergeräte-Produktion in Osttirols größtem Unternehmen wieder schrittweise hochgefahren werden konnte. „Natürlich beschert uns die Krise Umsatzrückgänge. Unter der Voraussetzung, dass es nicht noch unvorhersehbare Rückschläge gibt, konnten wir die schwierigen Zeiten aber vergleichsweise gut bewältigen“, zieht Lucas Nerud ein vorläufiges Resümee.

„Die Gesundheit unserer Mitarbeiter hatte von Anfang an höchste Priorität. Für die Angestellten in der Verwaltung haben wir Homeoffice-Lösungen bereitgestellt, alle Mitarbeiter wurden mittels eigens entwickelter App bzw. einem SMS-Nachrichtendienst ständig über alle getroffenen Maßnahmen am Laufenden gehalten. Versand, Ersatzteilservice und Warenannahme blieben auch während des Produktionsstillstandes aufrecht. Wir waren daher für einen Großteil unseres Produktionsprogrammes aus den Lagerbeständen permanent lieferfähig. Die Beschaffung lief ebenfalls weiter, so dass es zu keinen dramatischen Einbrüchen bei den Zulieferungen kam. Für die Rückkehr der Mitarbeiter am ‚Tag X‘ wurden alle notwendigen Vorkehrungen getroffen – so mussten wir Checkpoints an den beiden Werkszugängen mit Körpertemperaturmessungen einrichten, Schutzmasken und Desinfektionsmittel beschaffen, die Eigenproduktion von Gesichtsschutzvisieren starten und Veränderungen bei den betrieblichen Abläufen vornehmen, um etwa ‚Social Distancing‘ auch beim Schichtwechsel zu gewährleisten“, ergänzt Holger König seinen Kollegen.

Wirtschaftslicher Aufschwung durch Produktionsstätte

Mittlerweile sind auch die meisten Verwaltungsmitarbeiter wieder an ihre Büro-Arbeitsplätze zurückgekehrt; die Kurzarbeit ist seit 16. Juni Geschichte. Apropos Geschichte: Am 29. Februar 1980 wurde die Liebherr Hausgeräte Lienz GmbH gegründet. Im Mai erfolgte der Spatenstich für eine 40.000 m2 große Halle; bereits im Jänner 1981 liefen dort die ersten Gefriertruhen vom Band. Für Osttirol, als damals noch besonders strukturschwache Region mit hoher Arbeitslosigkeit, erwies sich die Entscheidung des renommierten Familienunternehmens Liebherr, hier eine Produktionsstätte zu errichten, als wahrer Glücksfall und Initialzündung für den wirtschaftlichen Aufschwung.

Damals zählte die gesamte Osttiroler Industrie gerade einmal 1.000 Beschäftigte; heute sind es mehr als 3.700. Damit liegt die Sparte Industrie als Arbeitgeber bereits vor dem traditionell starken Handwerk und Gewerbe; bezogen auf den Anteil an den Gesamtbeschäftigten hat sich die Osttiroler Industrie auf den Platz 2 im Tiroler Ranking emporgearbeitet. Dem Beispiel des Liebherr-Konzerns folgten eine Reihe weiterer Technologieunternehmen und siedelten sich in den Osttiroler Tallagen an. Die beruflichen Perspektiven, die sich nun für die heimische Bevölkerung auftaten, beschleunigten den Auf- und Ausbau eines adäquaten Aus- und Weiterbildungsangebotes rund um das breite Themenfeld Mechatronik, welches zuletzt im Campus Technik Lienz als gemeinsamen Standort für Berufsschule, HTL und Mechatronik-Universität einen vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Lehrlingsausbildung bei Liebherr

Mit aktuell 1.320 Beschäftigten ist das Liebherr-Werk in Lienz weiterhin mit Abstand größter Arbeitgeber im regionalen, auch Teile Oberkärntens umfassenden Wirtschaftsraum. „Dem großen Konkurrenz- und Kostendruck in unserer Branche begegnen wir in der Sparte Liebherr-Hausgeräte, die neben dem Stammwerk in Ochsenhausen (Deutschland) noch Standorte in Bulgarien, Malaysia und Indien umfasst, mit einem längerfristig ausgelegten Reorganisationsprogramm, das sich an den jeweiligen Stärken orientiert. In Lienz liegt der Fokus ganz klar auf der Entwicklung und Produktion besonders komplexer und hochwertiger Geräte für den professionellen Einsatz in Gastronomie, Handel und Labors. Weiterhin fertigen wir Kühl- und Gefriergeräte für den privaten Bedarf – aber auch in diesem Segment gibt es Produkte, die gehobenen Ansprüchen gerecht werden und daher einem aufwändigen Herstellungsprozess unterliegen. Wir verfügen über eine sehr leistungsfähige Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die für noch mehr Energieeffizienz und laufende technische Innovationen sorgt. Außerdem betreuen wir von Lienz aus auch Projekte für die anderen Werke, wobei aufgrund der enormen Typenvielfalt der Standardisierung von Komponenten eine besondere Bedeutung zukommt“, erklärt Marcel Snelder.

Bereits seit 1985 werden in Lienz auch Lehrlinge ausgebildet – derzeit sind es 23 in vier verschiedenen Lehrberufen – wobei das Prädikat „Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb“ den Stellenwert, den man bei Liebherr der Nachwuchsförderung einräumt, eindrucksvoll unterstreicht. „Wir wissen um die Bedeutung unserer Mitarbeiter für den Erfolg des Unternehmens und werden als attraktiver und verlässlicher Arbeitgeber geschätzt. Wir wünschen uns aber auch ein gutes Umfeld mit ausgewogener Wirtschaftsstruktur, wozu leistungsfähige Gewerbebetriebe ebenso zählen wie ein qualitätsvoller Tourismus. Das alles passt in Osttirol; obendrauf gibt’s hier dann noch die besondere Lebensqualität“, meint Holger König, der, bevor er vor sechs Jahren nach Osttirol übersiedelte, in verschiedenen Sparten des Unternehmens tätig war, und zuletzt Erfahrungen als Geschäftsführer in Indien sammelte.

Bild oben: Das Führungstrio von Liebherr-Hausgeräte Lienz: Holger König, Lucas Nerud und Marcel Snelder (v.l.).

»Weitere Informationen: home.liebherr.com

In dieser Produktionshalle werden jährlich 400.000 Kühl- und Gefriergeräte für Gewerbe und Haushalt in einer enormen Typen- und Variantenfülle hergestellt. Mehr als 80 Prozent gehen in den Export.

In dieser Produktionshalle werden jährlich 400.000 Kühl- und Gefriergeräte für Gewerbe und Haushalt in einer enormen Typen- und Variantenfülle hergestellt. Mehr als 80 Prozent gehen in den Export.

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