Das Comeback der Wirtschaft und der steinige Weg zurück

Covid-19 hat der Wirtschaft einen argen Dämpfer verpasst. Doch jetzt gibt es erste positive Entwicklungen und es ist Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Einfach ist das Comeback nicht – aber mit den richtigen Impulsen der Politik machbar.

Covid-19 und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben nicht nur in Österreich, sondern weltweit zu gravierenden Einbrüchen in der Wirtschaftsleistung geführt. Die OECD erwartet einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um 6 Prozent im Jahr 2020, in der Eurozone sogar ein Minus von 9,1 Prozent. Österreich ist als kleine, exportorientierte Volkswirtschaft nicht nur im Hinblick auf die Warenströme eng mit anderen Ländern verflochten, sondern außerdem stark vom Tourismus abhängig. „Auf Tirol treffen diese Feststellungen in besonderem Ausmaß zu: Der Tourismussektor ist im Österreichvergleich überdurchschnittlich und die Exporte aus Tirol haben im Vorjahr mit 13 Milliarden Euro einen neuen Rekord erreicht“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Hoffnung auf Tourismus

Aktuell liegt das von der Österreichischen Nationalbank geschätzte wöchentliche Bruttoinlandsprodukt Österreichs um rund 12 Prozent unter dem Vorjahr. Positiv ist, dass die Arbeitslosenzahlen weiter sinken und nun bereits um 16 Prozent unter dem Höchststand von Mitte April liegen. Ein Wermutstropfen bleibt die hohe Anzahl der Personen in Kurzarbeit, bei der sich aber auch erste Tendenzen zum Rückgang erkennen lassen. In Tirol spiegelt sich diese gesamtösterreichische Entwicklung wider: Während die Arbeitslosenquoten im Vorjahr zwischen März und Mai im Bereich von 4 bzw. 6 Prozent pendelten, liegen wir heuer deutlich jenseits der 10-Prozent-Marke. Immerhin ist der Höhepunkt überschritten und die Tendenz fallend. Die große Hoffnung für Tirol liegt auf dem Anspringen des Tourismus und einer im Rahmen des Möglichen „normalen“ Sommersaison.

Ins Bild passen auch aktuelle Zahlen der KMU-Forschung Austria, die sich die Tiroler Betriebe im Gewerbe und Handwerk näher angesehen hat. In den Monaten März bis Mai hat es massive Rückgänge der Auftragseingänge und Umsätze gegeben: Im März -21 Prozent, im April, -31 Prozent, im Mai -17 Prozent. Nach dem wirtschaftlich extrem schwierigen April ist somit immerhin eine deutliche Erholung erkennbar. Der Blick in die Zukunft fällt verhalten optimistisch aus: Zwei Drittel der Betriebe erwarten sich bis zum Jahresende eine Erholung auf das Umsatzniveau vor Corona. Damit werden auch der Fachkräftemangel und die Suche nach Lehrlingen wieder zu einem Thema für die Betriebe. Bereits im 2. Quartal 2020 verzeichneten 49 Prozent der Betriebe einen Mangel an Fachkräften, 19 Prozent einen Mangel an Lehrlingen.

Wirtschaft braucht rasche Unterstützungen

„Vieles deutet darauf hin, dass der Weg zurück kein Selbstläufer ist und es weiterhin die Unterstützung der Politik brauchen wird“, erklärt Walser. Die Maßnahmen der letzten Wochen haben spürbar dazu beigetragen, die Situation zu entschärfen. Dazu gehört das österreichische Modell der Kurzarbeit, das als Vorbild für andere Länder dient. Ebenfalls zu nennen ist der Corona-Hilfsfonds mit Fixkostenzuschüssen und Liquiditätshilfen für die heimischen Betriebe. Darüber hinaus stellen Kreditgarantien und Haftungen sowie Stundungen von Steuern und Abgaben wichtige Maßnahmen dar. Und beim Härtefallfonds versucht die mit der Abwicklung betraute WK bestmögliche Ergebnisse für die Unternehmer zu erreichen.

„Die Situation ist immer noch angespannt, aber es wird Licht am Ende des Tunnels sichtbar. Der Weg zurück ist steinig. Die Politik kann einiges dazu beitragen, den Betrieben die größten Felsbrocken aus dem Weg zu räumen“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser. Vor allem müssen die Unterstützungen möglichst einfach und rasch abgewickelt werden. In Zukunft brauchen die Betriebe eine Senkung der Lohnnebenkosten und der Unternehmenssteuern, um Reserven aufbauen zu können. Darüber hinaus gilt es, die Nachfrage anzuregen, etwa durch Abschaffen der kalten Progression. „Die beste Zukunftsvorsorge sind immer noch Investitionen – mit der Einführung einer Investitionszuwachsprämie würden diese den Unternehmen wesentlich leichter fallen“, stellt Christoph Walser fest.

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Drei Fragen an...Stefan Garbislander, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik, Innovation und Strategie
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