Christoph Walser wiedergewählt: „Betriebe brauchen Luft zum Atmen!“

Das Wirtschaftsparlament der WK Tirol wählte heute Christoph Walser zum Präsidenten. Dieser forderte von der Politik deutliche Entlastungen – sowohl bei der Bürokratie als auch bei der hohen Steuerlast.

In der konstituierenden Sitzung des Wirtschaftsparlaments der WK Tirol wählten die Delegierten einstimmig Christoph Walser zum Präsidenten und Manfred Pletzer sowie Martina Entner zu Vizepräsidenten. Ebenfalls als Vizepräsidenten kooptiert wurden Franz Hörl und Barbara Thaler.

Christoph Walser bedankte sich in seiner Rede für das Vertrauen und den intensiven Einsatz der Funktionäre und Mitarbeiter sowohl bei der WK-Wahl als auch in den vergangenen Wochen, die von der Corona-Krise gekennzeichnet waren. Walser betonte, dass sich die Tiroler Betriebe in der aktuellen Situation auf den Rückhalt einer starken Vertretung verlassen können. „Es waren und sind immer die Unternehmer in unserem Land, die nach Krisen wieder aufgestanden und mit positivem Beispiel vorangegangen sind. Das wird auch diesmal so sein!“ hob Walser die Bedeutung des Unternehmertums in Tirol und der damit verbundenen Lehrausbildung hervor.

Von der Politik forderte er rasche und vor allem unbürokratische Unterstützungen. „Wir sehen es bei der Abwicklung des Härtefall-Fonds selbst: Die Instrumente sind – trotz Nachbesserungen – immer noch zu schwerfällig und zu kompliziert. Die Betriebe brauchen zudem das Geld jetzt und nicht erst in einigen Monaten“, so Walser. Positiv hob der Präsident das heute auf den Weg gebrachte Konjunkturpaket des Landes hervor und kündigte ein gemeinsames Projekt von Land und WK Tirol an, das eine Lücke bei den Unterstützungsmaßnahmen für die Betriebe schließen wird. Im Fokus stehen dabei Unternehmen, die Umsatzrückgänge zwischen 25 und 40 Prozent verkraften müssen.

„Tirol wird diese Krise meistern, davon bin ich zutiefst überzeugt“

Mittelfristig forderte Walser spürbare Entlastungen für die Betriebe: „Unternehmer-Sein ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Damit sich die Betriebe wieder Reserven aufbauen können, sind eine deutliche Reduktion der Steuerlast und ein beherztes Ausmisten bei der Bürokratie nötig. Die Firmen brauchen wieder Luft zum Atmen“, erklärte der WK-Präsident.

Nach dem harten, aber unvermeidbaren Shutdown gehe es jetzt darum, den Blick wieder nach vorne zu richten. „Tirol wird diese Krise meistern, davon bin ich zutiefst überzeugt“, so Walser, „wir müssen jetzt alle gemeinsam unsere Wirtschaft wieder in Schwung bringen und dabei auf Zukunftsthemen setzen.“

Tirol könne bei erneuerbaren Energieformen sowie neuen Mobilitätskonzepten eine Vorreiterrolle einnehmen. Dazu gehören auch Angebote für ökologische An- und Abreisen unserer Gäste. Im Warenverkehr sei es auch notwendig, die derzeit unterdimensionierten Verkehrsknotenpunkte auszubauen: „Nur mit leistungsfähigen Verladeterminals werden wir die vielzitierte Verlagerung von der Straße auf die Schiene auch tatsächlich schaffen“, zeigte Walser auf.

WKÖ-Präsident Harald Mahrer hob in seiner Videobotschaft hervor, dass sich Christoph Walser auch auf dem Wiener Parkett für die Anliegen der Tiroler Wirtschaft höchst engagiert einsetzt. „Christoph Walser ist auch in diesen durch Corona geprägten schwierigen Zeiten immer an vorderster Front, wenn es darum geht, Verbesserungen und Erleichterungen für unsere Betriebe zu erkämpfen“, erklärte der WKÖ-Präsident.

Keine defensive Politik: Wir müssen jetzt investieren!

LH Günther Platter und Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf hoben den Stellenwert der funktionierenden Sozialpartnerschaft in Tirol hervor. “Die Wirtschaftskammer nimmt bei der Bewältigung der Coronakrise eine zentrale Rolle ein und agiert als verlässlicher Partner und Input-Geber der Tiroler Landesregierung” erklärte der Landeshauptmann.

Gleichzeitig kündigte der Landeshauptmann zwei umfangreiche Konjunkturpakete für Tirol an. Diese seien jetzt möglich, da Tirol in den letzten Jahren das Motto “Spare in der Zeit, dann hast du in der Not” ernst genommen habe. Jetzt sei die Zeit des Sparens vorbei und es sei das einzig Richtige, mit öffentlichen Impulsen die Wirtschaft wieder anzukurbeln, so der Landeshauptmann.

Direktorin Evelyn Geiger-Anker skizzierte im Wirtschaftsparlament die vergangenen Wochen. Diese bedeuteten für die Betriebe, aber auch für die Wirtschaftskammer permanenten Ausnahmezustand. Das lässt sich auch an den Servicezahlen ablesen: Allein im März und April nahmen die Mitarbeiter der WK Tirol 67.000 Anrufe entgegen.

Um den Mitgliedsbetrieben topaktuelle Neuigkeiten zukommen zu lassen, wurden rund 40 Newsletter verschickt, die sich als krisensicheres Kommunikationsmittel bewährt haben. „Von der Abwicklung des Härtefall-Fonds über Rechtsberatungen bis hin zu laufenden Verhandlungen mit Politik und Sozialpartnern – die heimischen Betriebe können sich auf ihre Wirtschaftskammer verlassen, in schwierigen Zeiten erst recht“, betonte die Direktorin abschließend.

 

Video zum Nachsehen: Sitzung des Tiroler Wirtschaftsparlaments, Mittwoch 3. Juni 2020

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