Technische Lösungen von eos-perspectives

Bei eos-perspectives von Christoph Waldauf kann das „eos“ als „effizient, optimistisch, systematisch“ gelesen werden. Mit breitem Know-how und guter Vernetzung zu Experten hilft er, wenn Entwicklungen stocken oder Ideen auf Eis liegen.

Technische Innovationen können ihre verflixten Momente haben. Wenn die knifflige Entwicklung stockt, die Mitglieder des Teams schon leicht verzweifeln und die an sich überzeugende Idee im unternehmerischen Alltag unterzugehen droht. Diese Situationen sind es, in denen sich der Physiker mit Erfahrung und Kreativität einbringt. „Unternehmen holen mich, wenn nichts weitergeht oder sie anstehen“, erzählt er und hält fest: „Dabei geht es nicht darum, dass ich etwas besser kann, sondern vielmehr darum, von außen zu kommen und einen frischen, unvoreingenommenen Blick auf das Problem zu werfen.“ Die detailverliebte Perspektive verhindert nicht selten den Blick auf das Ganze. Erst dieser Blick ermöglicht es aber im Fall der Fälle, Hindernisse in der Entwicklung aus dem Weg zu räumen.

„Bei einem meiner letzten Aufträge wurde einfach auf den falschen Punkt in den Daten geschaut. Ich habe es aus der Vogelperspektive betrachtet und andere Zusammenhänge gesehen. Mit Abstand wird das für alle anderen auch ersichtlich“, erklärt der Diplomingenieur. So logisch und leicht das klingt, ist sein vernetztes und vernetzendes Wissen doch ziemlich ungewöhnlich. Der gebürtige Osttiroler ist externer Technologieberater und bezeichnet sich selbst als anwendungsorientierten Physiker. Sein Know-how-Bogen reicht von IT, Datenanalyse, Bilderkennung oder Sensorik hin zu Maschinenbau, Elektronik und Automatisierung. „Physik ist die Mutter der Technik“, betont er und genau diese Tatsache war es auch, die ihn dazu veranlasste,  Technische Physik zu studieren: „Als Kind wollte ich Erfinder werden. Ich habe die Elektronik-HTL besucht und wollte dann der Basis auf den Grund gehen und die Physik der Halbleiter verstehen.“

Waldauf verändert den Blickwinkel

Halbleiter stellen heutzutage das Herz der gesamten Elektronik dar. Waldaufs erstes Halbleiter-Spielfeld war Datacon (mittlerweile Besy) in Radfeld. In der Abteilung Advanced Technology ging es darum Präzision und Geschwindigkeit der automatisierten Platzierung von Chips auf Leiterplatten zu erhöhen. Materialneuentwicklungen in der organischen Photovoltaik für Siemens in Erlangen führten ihn wieder tiefer in die Physik und öffneten ihm die Augen für die Wichtigkeit der korrekten Dateninterpretation. Zuletzt war er als Entwicklungsleiter bei einer Solarfirma zwar für die Prozessoptimierung und Entwicklung der Produktion näher am Maschinenbau, aber auch seine Materialexpertise war in der Schwesterfirma gefragt. „Die Halbleiter in der Photovoltaik haben mich geprägt. Ich wollte mich aber nie beschränken“, erklärt Waldauf seinen in technischen Fragen recht unzähmbaren Geist. Irgendwann hat er erkannt, dass ihm ein auf bestimmte Art nervendes Problembewusstsein fehlt, um Erfinder zu werden. Was ihm aber ganz und gar nicht fehlt, ist der kreative Blick auf Fragen, die lösungsorientiert beantwortet werden wollen.

Einem Detektiv nicht unähnlich, nähert er sich als externer Entwicklungskoordinator den Problemen, die der Weiterentwicklung im Wege stehen. Bei der Entwicklung autonom fliegender Drohnen war er beispielsweise hinzugezogen worden, als die Flugzeit der Drohnen verlängert werden sollte: „Es ging letztlich darum, den Tausch der Batterie zu automatisieren.“ Ein auf Medizinlogistik spezialisiertes Unternehmen unterstützte er dabei, eine Dichtheitsprüfung für Plastikbeutel zu entwickeln, in denen Medizinprodukte transportiert werden. Als Prüfgas wird Helium verwendet, doch weiß jeder, der schon mal einen mit Helium gefüllten Luftballon beim recht raschen Schrumpfen beobachtet hat, dass Plastik durchlässig für das edle Gas ist. „Da ging es darum, zu unterscheiden, ob da ein Mikro-Loch ist oder es die Gesamtheit der Hülle betrifft. Sehr oft geht es um Dateninterpretation und oft auch darum, dass die Mitarbeiter des multidisziplinären Teams zueinander finden“, so Waldauf. Wenn etwa der Maschinenbauer nicht die richtigen Worte findet, um dem Informatiker glasklar zu machen, was er braucht, stockt der Prozess genauso, wie wenn der Informatiker seinen Programmiercode nicht in „Normalsprache“ übersetzen kann.  Hier ist nicht nur Empathie und eine spezielle Dolmetscher-Funktion gefragt, sondern auch Kreativität.

Der Durchbruch von eos-perspectives

Und eben dieser neue Blickwinkel von außen, der auch bei der Entwicklung der Sensor-Matratze des Salzburger Start-ups Sanvisio in den richtigen Momenten zum Durchbruch führte. „Ursprünglich stand dabei die Idee im Raum, eine Matratze zu konzipieren, die automatisch die Lage korrigiert“, erzählt Waldauf. Um die Lage zu korrigieren, muss aber zuerst erkannt werden, wie die Lage ist und genau darauf lag bald der konzentrierte Blick der Entwickler. Im Pingpong mit Waldauf wurde die Idee seines Physiker-Kollegen Dietrich Huber immer konkreter. Die Sensoren waren eine erste Herausforderung, galt es doch, das Bett aufgrund der Sensibilität der Menschen, die darin liegen, frei von Strom und Metall zu halten. „Dietrich hatte die Idee, es mit Lichtwellen zu lösen“, erinnert sich Waldauf. Schon bei der Feinabstimmung des Sensors und der Optimierung seiner Kennlinie war die externe Expertise gefragt. Damit war dann der Sensor so weit entwickelt, dass die Software zwar ein grob aufgelöstes Bild zeigte, der Körper aber nicht zu erkennen war. „Das war zuerst ein Problem der Dateninterpretation und in der Folge musste auch der mathematische Kern für den Programmiercode entwickelt werden. Ich habe die Daten geladen und verschiedene Verfeinerungsschritte angewandt“, so Waldauf. Wieder ging es darum, die Daten entsprechend zu interpretieren und dabei beispielsweise zu erkennen, wo und wie der Patient im Bett liegt – auf dem Rücken, dem Bauch oder gegebenenfalls schon zu weit am Rand des Bettes. Waldauf: „Mit dem Finden der Lösung, geht es jetzt darum, die Zuverlässigkeit und Allgemeingültigkeit  zu testen und mit einem Feedback von außen die Perspektive zu erweitern.“

Der lange und durchaus komplexe Weg führte dazu, dass Sanvisio eine Matratze  zum Prototypenstatus entwickelte, mit der Pflegekräfte oder Angehörige bettlägriger Menschen entlastet werden können. Die mit 160 druckempfindlichen Sensoren ausgestattete intelligente Matratze reagiert auf jede Bewegung, speichert die Daten und stellt die Ergebnisse direkt in der Sanvisio-App auf dem Smartphone oder Computer dar. Der Pflegende kann darauf in Echtzeit erkennen, ob der Patient zu lange auf einer Seite liegt und die Gefahr von Schädigungen der Haut durch Druckstellen (Dekubitus) droht. Ob der Patient unruhig schläft oder das Bett verlassen hat, zeigt die App ebenso, die zudem das Schlafverhalten analysieren oder beispielsweise bei einem epileptischen Anfall Alarm schlagen kann. „Das Bett übernimmt einen Teil der Last der Pflegenden und macht die Pflege empathischer, weil man sich mehr auf den menschlichen, den sozialen Kontakt konzentrieren kann“, ist Christoph Waldauf von der Entwicklung begeistert. Dieses „Bett 4.0“ ist ein schönes Beispiel für das breite Spektrum, in dem die Kreativität des Physikers gefragt war – und ist. Für den entscheidenden Kick.

» Weitere Informationen: www.eos-perspectives.at

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