Hotellerie hat Grund zu vorsichtigem Optimismus

Mit 29. Mai geht auch die Hotellerie wieder in Betrieb. Unter ausgeklügelten Sicherheitsstandards, um sowohl Gesundheitsschutz als auch Praxistauglichkeit zu gewährleisten, wie Branchensprecher Mario Gerber unterstreicht.

Lange mussten die Hoteliers zuwarten – ab dem 29. Mai ist es nun soweit. Auch sie dürfen wieder aufsperren. Zusammen mit dem ebenfalls erfolgenden Anlaufen der Seilbahnen und den seit zwei Wochen geöffneten Wirtshäusern startet damit der Tiroler Tourismus wieder durch. Dieser Branche kommt die Funktion eines Anlassers für den gesamten Wirtschaftsmotor zu. Der Tourismus strahlt auf zahlreiche andere Sparten aus – von der Bauwirtschaft über Gesundheitsberufe bis hin zum Sporthandel. Speziell in vielen ländlichen Regionen und Tiroler Seitentälern sind die Tourismusbetriebe der zentrale Faktor in den regionalen Wirtschaftskreisläufen.

Laut einer IMAD-Umfrage durch die Fachgruppe Hotellerie wird das Hochfahren flächendeckend sein: 56 Prozent sperren fix auf, 39 Prozent sind noch unentschlossen, nur fünf Prozent der Betriebe bleiben zu. „Wir haben Grund zum Optimismus“, betont der Obmann der Tiroler Hotellerie, Mario Gerber, „in den letzten Wochen sind wichtige Weichenstellungen erfolgt.“ Dazu gehört die Öffnung der Grenzen Richtung Deutschland ab Mitte Juni, die Rahmenbedingungen für die Betriebe, die umfangreichen Hilfsmaßnahmen sowie die Testungen der Tourismus-Mitarbeiter.

Sicherheit auf Weltmeister-Niveau

„Die Hotellerie steht hinter dem unvermeidbaren Lockdown, Gesundheit steht an erster Stelle“, erklärt Gerber. Natürlich freuen wir uns jetzt auf den Neustart und haben diesen auch wochenlang vorbereitet. Die WK-Tourismusvertreter haben lange Verhandlungen hinter sich – schließlich standen in vielen Bereichen wesentlich strengere Vorgaben zur Debatte, welche die Betriebe teilweise vor unlösbare Aufgaben gestellt hätten. Umso erfreulicher ist es, dass in intensiven Gesprächen mit Politik, Behörden und Medizinern gelungen ist, bei den Verordnungen den schmalen Grat zwischen Sicherheit und Praxistauglichkeit zu gehen. „Tirol genießt internationalen Weltmeisterruf. Bislang hat das die Qualität und die Gastfreundschaft betroffen – jetzt wollen wir diesen Level auch bei der Sicherheit erreichen. Unsere Gäste sollen sich uneingeschränkt wohlfühlen können“, so Gerber.

Einen wichtigen Mosaikstein des Sicherheitskonzepts stellen die Testungen der Tourismus-Mitarbeiter dar. „Das verschafft uns einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Destinationen“, ist sich Branchensprecher Mario Gerber sicher. Als äußerst positiv begrüßt Gerber die Übernahme der Kosten seitens des Bundes sowie die intensiven Planungen für umfangreiche Testungen seitens des Landes. Diese professionellen Vorbereitungen werden dazu beitragen, dass die Tests schnell erfolgen. Zeit stellt ein wesentliches Kriterium bei der Eindämmung des Virus dar und erhöht die Sicherheit im Tourismusland Tirol für Einheimische und Gäste.

Hilfsgelder für Hotellerie müssen jetzt fließen

Unverzichtbar für die Branche sind auch die Unterstützungsmaßnahmen seitens des Staates. Kaum ein Betrieb ist in der Lage, einen derart langen Lockdown und zu erwartende Umsatzeinbußen in den kommenden Wochen und Monaten wegzustecken. Gerber begrüßt, dass bei den Hilfsfonds laufende Nachbesserungen vorgenommen wurden und nun mit dem Fixkostenzuschuss ein weiteres Instrument dazu gekommen ist. Problematisch für die Betriebe ist allerdings, dass es noch zu keinen Geldflüssen gekommen ist. „Wir haben Verständnis für nötige Kontrollen – aber der Bund muss die Auszahlung beschleunigen und den bürokratischen Aufwand verringern“, fordert der Landtagsabgeordnete, „unsere Betriebe brauchen das Geld jetzt und nicht erst in einigen Monaten.“

Die Tourismusvertreter der WK erhalten derzeit auch viele Rückmeldungen von Betrieben, die zwar eine Betriebsunterbrechungs-Seuchenversicherung teilweise schon seit Jahrzehnten abgeschlossen haben, aber deren Versicherungen nun bei der Auszahlung auf der Bremse stehen. „Gerade jetzt können Versicherer zeigen, wie sehr sie hinter ihren Kunden stehen. Ein großer heimischer Versicherer in Tirol macht vor, wie die Auszahlungen unbürokratisch und schnell gehen können. Zum Paragrafenreiten ist in dieser kritischen Situation definitiv kein Platz“, erklärt Gerber, „wenn Covid-19 keine Seuche ist, was dann?“ Den erfolgten Start der Gastronomie bewertet Gerber positiv, auch wenn die Nachfrage noch zurückhaltend ist. „Die Auflagen sind mit Augenmaß gewählt und vereinen maximale Sicherheit mit Umsetzbarkeit in der Praxis. Ich bin überzeugt, dass nach dem Abtasten in den ersten Tagen jetzt die Tirolerinnen und Tiroler sehen, dass man auch in Corona-Zeiten den Besuch beim heimischen Wirt genießen kann.“

Corona: Infos für Betriebe
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