Tirols Freibäder starten mit Verspätung durch

Am 29. Mai ist es endlich soweit: Die Tiroler Freibäder öffnen ihre Tore. Zahlreiche Herausforderungen und neue Regelungen sowohl für Betreiber als auch Gäste prägen die Sommersaison.

Tirols Bäder stehen einmal mehr vor einer großen Herausforderung: Sie müssen den Spagat zwischen Freibadvergnügen und Rentabilität schaffen. „Die Anzahl der Besucher zu beschränken, zählt zu den wichtigsten Maßnahmen und sorgt bei den Betroffenen für Kopfzerbrechen. In den Freibädern wird die Regelung aber voraussichtlich nicht existenzbedrohend sein, da meist große Grünflächen zur Verfügung stehen und so werden nahezu alle Freibäder am 29. Mai öffnen. Düsterer sieht es hingegen bei Hallenbädern bzw. Saunabetrieben aus“, gibt Berufsgruppenobmann Ulrich Mayerhofer einen kurzen Überblick und führt weiter aus: „Die 6m2 Wasserfläche pro Badegast sind schon schwieriger einzuhalten. Wir versuchen neben strengen Kontrollen durch unser Fachpersonal auch auf die Eigenverantwortung der Gäste zu setzen und werden mit entsprechender Beschilderung unterstützen bzw. die Regeln laufend in Erinnerung rufen.“

Vorverkaufskarten für Freibäder?

Im Auftrag der WK Tirol wurden kürzlich 520 Tirolerinnen und Tiroler zu den aktuellen Maßnahmen für die kommende Freibadsaison befragt, um herauszufinden, wie die potenziellen Besucher mit den coronabedingten Auflagen umgehen. „Immerhin müssen sich nicht nur die Bäderbetreiber, sondern auch die Gäste in der anstehenden Saison mit einer Menge neuer Regeln auseinandersetzen. Erstaunlicherweise finden über 70 Prozent der Befragten die Regierungsmaßnahmen für den richtigen Schritt, damit die Frei- und Seebäder ihre Pforten öffnen können. Vor allem Jüngere legen dabei großen Wert darauf, dass alle Maßnahmen korrekt eingehalten werden“, erklärt Mayerhofer. 50 Prozent der Befragten sprachen sich außerdem für einen online Kartenvorverkauf aus. Die Einführung von Vorverkaufskarten spaltet aber nicht nur aufgrund des Onlinekaufs die Bevölkerung. Zwar sieht mehr als die Hälfte einen Vorteil darin, dass das Bad mit dieser Karte jederzeit direkt betreten werden kann, doch die Spontanität eines Besuches bleibt auf der Strecke. „Durch diese ,Platzkarten‘ ist eine bessere Entflechtung an der Kasse gewährleistet. Die Betreiber müssen ohnehin dafür sorgen, dass die Gäste geordnet anstehen und es zu keiner Traubenbildung kommt. Wir hoffen daher, dass viele Gäste dieses Angebot nutzen, wenn es ihnen seitens des Bades zur Verfügung gestellt wird.“

Hygiene und Sicherheit geht vor

Dass die Qualität der Tiroler Bäder hoch ist, bestätigt unterdessen ein Test, der noch vor Corona – im Zeitraum Februar und März – von geschulten Mystery-Kunden in 13 Hallenbädern durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt standen sowohl der Kontakt zu den Mitarbeitern des Bades als auch die Gestaltung und Ausstattung aber vor allem die Sicherheit in allen Bereichen. Der Gesamteindruck – vom Betreten bis zum Verlassen des Bades – wurde mit der Note 1,3 beurteilt. Spitzen-Noten erhielten die Hallenbäder bei den Punkten Hygiene und Sicherheit. Ein Zeichen, dass sich die Besucher wohlfühlen und eine Bestätigung für die Betreiber, den seit Jahren eingeschlagenen Kurs so fortzuführen.

„Dieser Rückblick auf die vergangene Wintersaison zeigt uns, dass die Badegäste auch in der anstehenden Freibadsaison darauf vertrauen, dass alle Auflagen eingehalten werden und sie eine entspannte Erfrischung im kühlen Nass genießen können“, so Fachgruppengeschäftsführer Bernhard Wanner, der gemeinsam mit Branchensprecher Ulrich Mayerhofer unterstreicht: „Die Regelungen für den Freibadbereich werden laufend evaluiert, wir gehen jedoch davon aus, dass sie über die Saison bestehen bleiben werden. Das ist für uns alle eine total neue Erfahrung, wir werden sehen wie wir damit umgehen können. Wir sind aber jedenfalls gut aufgestellt mit einem vielfältigen Angebot, das Jung und Alt sowohl Spaß als auch Erholung verspricht.“

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