Online-Turbo für die Unternehmerprüfung

Die Neugestaltung der Unternehmerprüfung ist ein gutes Beispiel, wie Umbrüche Verbesserungsprozesse beschleunigen können. Für Corona wurde die Unternehmerprüfung nicht nur online, sondern komplett neu strukturiert.

Die Unternehmerprüfung gab es schon bisher. Und auch das dazu passende Unternehmertraining am WIFI Tirol, das auf die Prüfung und vor allem das Unternehmertum selbst vorbereitet. Denn eines ist fix: Unternehmer-Sein ist eine der größten Herausforderungen, die es gibt, in turbulenten Zeiten wie heute erst recht. Kommunizieren, kalkulieren, verhandeln, organisieren, verkaufen, führen: Das Anforderungsprofil eines Unternehmers ist ebenso spannend wie abwechslungsreich. Doch das Abenteuer Wirtschaft macht nur dann Spaß, wenn man ihm gewachsen ist. Selbst und ständig, 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche – das braucht das entsprechende Training und Profis, die als Trainer wissen, wovon sie sprechen. Das WIFI ist als Nummer 1 in der beruflichen Bildung genau die richtige Adresse dafür.

An der Erwartungshaltung, welches das Unternehmertraining und die Unternehmerprüfung zu erfüllen hat gibt die Unternehmerprüfungsordnung vor – daran hat sich nichts geändert. Und doch ist durch Corona alles anders. Das WIFI Tirol hat das Unternehmertraining sofort auf Live Online Kurse umgestellt. Doch wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen. Was hilft ein guter Online Kurs, wenn man anschließend keine Prüfung ablegen kann? Das Prüfungsservice der WK Tirol hat umgehend reagiert, und die schriftliche und mündliche Unternehmerprüfung online angeboten. „Dazu reicht es allerdings nicht, ein WLAN einzurichten und alles so weiter zu betreiben, wie wir es immer gemacht haben“, betont der Leiter des Prüfungsservices Hansjörg Steixner, „das erfordert auch eine inhaltliche Neuausrichtung, um die technischen Bedingungen und den Inhalt aufeinander abzustimmen.“

Orientierung an Praxiskompetenzen

Daher wurde die aktuelle Situation zum Anlass genommen, schon lange geplante Verbesserungen zeitgleich umzusetzen. „Die virtuelle Unternehmerprüfung ist nicht nur online, sie orientiert sich mehr an den Praxiskompetenzen, die angehende Unternehmerinnen und Unternehmer mitbringen müssen“, so Steixner. Möglich wurde dies im Rahmen der geltenden Unternehmerprüfungsordnung. Diese sieht nämlich vor, dass die Prüfung festzustellen hat, ob der Kandidat die Zusammenhänge der Bereiche eines Unternehmens versteht und dieses Wissen bei der Gründung eines Unternehmens und bei der Bewältigung der häufigsten Aufgaben und Problemsituationen in einem Unternehmen anwenden kann. Eine Abhaltung der Prüfung online ist in der Prüfungsordnung nicht explizit ausgeschlossen und damit durchführbar. „Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen im virtuellen Raum waren Änderungen im Prüfungsaufbau und –ablauf unumgänglich“, so Steixner, „das war die ideale Gelegenheit, die Unternehmerprüfung nicht nur anders, sondern definitiv besser zu machen.“

Diese neue Form der Unternehmerprüfung entfernt sich vom bloßen Abprüfen theoretischen Wissens und konzentriert sich auf die Reflexion des Gelernten auf die eigene berufliche Weiterentwicklung. Das beginnt schon bei Änderungen der schriftlichen Prüfung: Für die Wissensüberprüfung steht ein Fragenpool aus 800 Fragen bereit, die auf der Lernplattform geübt werden können. Falsche Antworten werden zwar gekennzeichnet, aber bewusst nicht aufgelöst, damit sie von den Kandidaten selbst erarbeitet werden.

Neue Richtung der Unternehmerprüfung stimmt

Einen wichtigen Bestandteil des neuen Konzepts bildet das Verfassen einer Projektarbeit, die als Reflexion angelegt ist und 30 Prozent der schriftlichen Prüfung abdeckt. Diese Projektarbeit gibt den Kandidaten die Gelegenheit, ihre Beweggründe für ihre berufliche Entscheidung darzulegen und stellt Querverbindungen zum Lernstoff der Unternehmerprüfung her. „Das verbessert den Wissenstransfer deutlich – schließlich wollen wir nicht in Theorie und Praxis trennen, sondern mit einer ganzheitlichen Betrachtung die Basis für eine erfolgreiche selbständige Arbeit legen. Erst durch die Reflexion des Wissens entsteht Kompetenz“, betont WIFI-Produktmanagerin Andrea Czerny.

Die ersten virtuellen Unternehmerprüfungen wurden bereits durchgeführt und haben eindeutig gezeigt: Die neue Richtung stimmt. Die nächsten Schritte sind schon in Planung: Eine eigene Arbeitsgruppe in der Wirtschaftskammer Österreich überarbeitet derzeit die Verordnung, in der die Unternehmerprüfung geregelt ist. In dieser Arbeitsgruppe sind auch zwei Experten der Wirtschaftskammer Tirol vertreten. Das Ziel ist, unsere sehr guten Erfahrungen mit diesem zeitgemäßen „Tiroler Modell“ der Unternehmerprüfung auch für alle anderen Bundesländer in diese Novelle der Unternehmerprüfungsordnung zu übertragen.

»Weitere Informationen: www.tirol.wifi.at

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