Tourismus zwischen Hoffen und Bangen

„Bitte warten”, heißt es derzeit noch für die Tourismusbranche. Der für Tirol so wichtige Wirtschaftssektor braucht praxistaugliche Rahmenbedingungen und Unterstützungen, um aus dieser Krise zu kommen.

Tourismus und Freizeitwirtschaft gehören zu den am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Branchen in Tirol. Problematisch ist dabei das Zusammentreffen von zwei Faktoren: Zum einen muss der Tourismus den längsten Lockdown verkraften, zum anderen ist ein Drittel der Betriebe aufgrund geringer Reserven akut gefährdet, in der Gastronomie sogar noch mehr. Diese Einschätzung wird auch von der Tiroler Bevölkerung geteilt: Zwei Drittel befürchten längerfristige negative Folgen für den Tourismus.

Wesentliche Maßnahmen erreicht

Umso wichtiger ist es, Strategien aus der Krise zu entwickeln. Für den Obmann der Fachgruppe Hotellerie, Landtagsabgeordneten Mario Gerber, sind in den vergangenen Wochen wesentliche Maßnahmen für die heimischen Touristiker umgesetzt worden: Es wurden mehrere tausend Anfragen beantwortet und Förderanträge abgewickelt sowie zahlreiche Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern geführt. Etliches ist gelungen – wie die Ausweitung der Kriterien beim Härtefallfonds, bis zu hundertprozentige Haftungsübernahmen bei Krediten oder die Erlaubnis für Abhol- und Lieferservice. Auch bei der Ausgestaltung praktikabler Regelungen ab 15. Mai für die Gastronomie und ab 29. Mai für die Hotellerie waren die Tiroler Touristiker federführend.

„Es gibt allerdings noch viel zu tun“, betont der Obmann der Tiroler Gastronomie, Alois Rainer, „speziell die Kurzarbeit muss praxistauglicher werden. Dieses Modell ist für den Tourismus derzeit zu bürokratisch, zu langsam und zu starr.“ Ein großes Manko ist auch, dass neue Mitarbeiter nicht mit Kurzarbeit starten können. Es fehlt derzeit die Planungssicherheit, um wieder den Vollbetrieb aufzunehmen. „Unser Ziel muss es sein, so viele Mitarbeiter wie möglich rasch wiedereinzustellen. Dafür brauchen wir aber ein angepasstes, einfaches Kurzarbeitsmodell für unsere Branche“, fordern Gerber und Rainer.

Tourismus braucht Unterstützung

Ähnliches trifft auf den Bereich der Förderungen zu: Die Tiroler Touristiker arbeiten mit Hochdruck daran, Beschleunigungen bei den Förderauszahlungen zu erreichen. „Die Betriebe brauchen das Geld jetzt – und nicht erst dann, wenn es für viele schon zu spät ist“, erklärt Gerber. Dass die Regierung grundsätzlich den Ernst der Lage erkennt, zeigt das diese Woche geschnürte Gastronomiepaket in der Höhe von 500 Millionen Euro. Es braucht aber auch ein zusätzliches Fördermodell für all jene, die unter den aktuellen Bedingungen nicht öffnen dürfen, wie zum Beispiel Nacht- und Barbetriebe.

Zum einen gilt es nun, mit entsprechenden Rahmenbedingungen und Unterstützungen den Großteil der Betriebe über diesen brutalen Shutdown zu bringen. Dazu gehört auch eine rasche Öffnung der Seilbahnen und anderer Freizeitbetriebe, die zum Angebot in Tirol für Einheimische und Gäste einfach dazu gehören. Zum anderen muss die Politik in der Zeit nach Corona dringend dafür sorgen, dass die Betriebe mehr Stabilität erhalten. „An vorderster Stelle muss dabei die Möglichkeit stehen, mehr Eigenkapital und damit Reserven zu bilden. Das geht nur mit einer Reduktion der Steuerlast und weniger Bürokratie“, hält Tourismus-Spartenobmann Josef Hackl fest.

„Wir als Tiroler Tourismusvertreter werden jedenfalls alles dazu beitragen, dass unsere Betriebe durch diese Krise kommen und wieder als Leitbranche den Motor für Wohlstand und Arbeitsplätze in Tirol darstellen“, geben sich Gerber, Rainer und Hackl kämpferisch.

» Weitere Informationen: www.sichere-gastfreundschaft.at

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