Temporäre Fußgängerstraßen verärgern Wirtschaft

Bezirksobmann Karl Ischia setzt auf ein dringend benötigtes Wirtschaftspaket für Innsbruck und sieht in den Erweiterungen der Gehsteige zu sogenannten Fußgängerstraßen eine wirtschaftsfeindliche Vorgehensweise.

Die von der Stadt temporär umfunktionierten Fußgängerstraßen sollen es erleichtern, die coronabedingten vorgeschriebenen Mindestabstände einzuhalten. Beim Großteil der lokalen Unternehmer hingegen sorgt diese Maßnahme lediglich für Ärger, denn sie erschwert die tägliche Arbeit in einer ohnehin schon sehr belastenden Situation. Die WK-Bezirksstelle Innsbruck hat erst im Ermittlungsverfahren davon erfahren und eine Stellungnahme abgegeben, welche allerdings keine Berücksichtigung fand. Bezirksobmann Karl Ischia kann dem Vorgehen der Stadt nichts abgewinnen: „Diese Maßnahme ist absolut nicht notwendig und schadet der derzeit geschwächten Wirtschaft zusätzlich. Potenzielle Kundenparkplätze fallen diesen Zonen zum Opfer, die Kundenfrequenz wird daher deutlich verringert und nicht, so wie von der Stadt angedacht, durch Laufkundschaft erhöht.“

Ein konkretes Beispiel ist die Innstraße in Anpruggen-St.Nikolaus. Dort wurden über Nacht auf den Flächen, wo sich bisher Anwohner- oder Kurzparkzonen-Parkplätze befanden, Blumentröge aufgestellt und die Straße verschmälert. Mit Stand 11. Mai, 8.30 Uhr hat Innsbruck glücklicherweise nur mehr 28 aktiv-positiv getestete Corona-Patienten und die Anzahl der Fußgänger am Gehsteig ist in der Innstraße außerdem sehr überschaubar (siehe Beispielfoto).

Fußgängerstraßen vs. Parkplätze

Der ein oder andere Gastronom mag diesem Projekt durchaus etwas Positives abgewinnen, weil dadurch ein (größerer) Gastgarten verwirklicht werden kann. Doch durch die Verlegung der Lieferzonen wird für alle Betroffenen die Belieferung erschwert und die Kunden werden vergrault. „Wir benötigen in Innsbruck dringend ein Wirtschaftspaket, da wir die Gesundheitskrise vorläufig glücklicherweise unter Kontrolle haben. Stattdessen wurde seitens der Stadt aber eine Bestimmung aus dem Konvolut der vielen, teilweise verfassungsrechtlich bedenklichen Corona-Bestimmungen herausgesucht, um das bisherige politische Programm – Parkplätze entfernen, Straßen verkleinern, Staus produzieren – als Notmaßnahme zu deklarieren und jetzt auch ohne Gemeinderatsbeschluss fort- und umzusetzen“, so Ischia.

Anreize sollten ganz oben auf der Agenda stehen, um die Menschen aus dem Umland von Innsbruck, aus dem Inntal und den Tälern Tirols in die Stadt zu bringen, sie willkommen zu heißen und ihnen positive Stadterlebnisse zu vermitteln. „Da aus Angst vor einer zweiten Corona-Welle die öffentlichen Verkehrsmittel nach wie vor gemieden werden, müssen wir Möglichkeiten für Autofahrer bieten und diese nicht aus den Stadtteilen aussperren. Es gäbe auch viele grüne Ideen, die den Restart der Wirtschaft unterstützen würden und keine Kollateralschäden anrichten, aber die sind bei den Innsbrucker Grünen leider noch nicht angekommen“, zeigt sich Ischia enttäuscht.

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