Gemeinsam versorgt: Turbo für Nachbarschaftshilfe und Händler

Die Corona-Krise stellt neue Fragen und verlangt nach neuen Antworten. Mit der Nachbarschaftshilfe „Gemeinsam versorgt“ werden gleich mehrere Hürden genommen. Als WK Tirol-Präsident und Bürgermeister begrüßt Christoph Walser die Initiative: „Das ist eine tolle Chance für regionale Händler.“

Gebündeltes, Gekreuztes oder Vermischtes wird gerne mit dem Wort hybrid beschrieben. Meist wird es für die Kombination verschiedener technischer Antriebe verwendet, doch eignet es sich auch, um die Initiative zu beschreiben, die seit April 2020 digital und analog Versorgungslücken in den Tiroler Gemeinden schließt, Nachbarschaftshilfe neu definiert und vor allem den regionalen Händlern neue Chancen bietet. Mit der Corona-Krise wurden viele als selbstverständlich wahrgenommene Wirtschaftskreisläufe auf den Kopf gestellt. Das mit Unterstützung des Landes Tirol von MPreis, GemNova und Raiffeisen in die Wege geleitete Einkaufshilfe-Projekt „Gemeinsam versorgt“ gibt handfeste neue Antworten auf damit nicht mehr so beunruhigende neue Fragen.

Es handelt sich dabei um eine unkomplizierte Möglichkeit, Produkte des täglichen Bedarfs bei lokalen Händlern zu bestellen und bargeld- und kontaktlos von freiwilligen „Einkaufsengeln“ der Gemeinde geliefert zu bekommen. Vor allem ältere, kranke oder weniger mobile Einwohner der Tiroler Gemeinden, die zu den so genannten Corona-Risikogruppen zählen und eines besonderen Schutzes bedürfen, werden mit „Gemeinsam versorgt“ gemeinsam versorgt.

Hürden nehmen

„Den Betroffenen ist es teils nicht mehr, teils nur schwer möglich, Besorgungen zu erledigen“, weiß WK Tirol-Präsident Christoph Walser. Als Bürgermeister der Gemeinde Thaur kennt er die Hürden, die auch in der knapp 4.000 Einwohner zählenden Gemeinde nahe Innsbruck genommen werden müssen. Der Fußweg zur nächsten Tabaktrafik, dem nächsten Lebensmittelgeschäft, Bauern- oder Hofladen kann im zwar idyllisch gelegenen topografisch aber durchaus herausfordernden Thaur weit sein und auch im Zusammenhang mit dem sozialen Distanzgebot beschwerlich. „Die Initiative vernetzt auf unkomplizierte Art die Menschen, die ihr Haus derzeit nicht verlassen sollen oder können, mit den lokalen Händlern und den freiwilligen Helfern. So bleiben die Betroffenen geschützt und werden mit dem, was sie täglich brauchen, versorgt“, erklärt Bürgermeister Walser, der in seiner Funktion als WK-Präsident besonders begrüßt, dass diese clevere Form der Nachbarschaftshilfe für Unternehmen aller Bereiche offen ist: „Das ist eine tolle Chance für regionale Händler.“ Lokale Lebensmittelhändler machten kurz nach Ostern den Anfang, jüngst wurden Tabaktrafiken mit ins Boot geholt und „thematisch“ sind den potenziellen Partnern keine Grenzen gesetzt.

Stärkung regionaler Kräfte

Alternativ können die Bestellungen zwar auch telefonisch aufgegeben werden, doch Kern der Initiative ist eine von „Brain Behind“ entwickelte App, über welche die Bestellungen aufgegeben werden können. Die über die Gemeinden organisierten Freiwilligen vor Ort, die „Einkaufsengel“, erhalten die Einkaufslisten auf ihr Mobiltelefon und liefern die Bestellung ohne Zeitdruck vor die Haustüre. Die Bezahlung der Waren erfolgt über die App, sodass kein „Zettelwerk“ mehr anfällt und komplizierte administrative Umwege wegfallen. Charmant ist nicht nur die Tatsache, dass die Versorgung der Menschen mit „Gemeinsam versorgt“ unterstützt und die mit Corona aufgeblühte Nachbarschaftshilfe in den Tiroler Gemeinden befeuert wird, sondern auch, dass die Initiative die regionalen Kräfte stärkt. „Die Corona-Krise macht vielen Konsumenten deutlich, wie wichtig lokale Geschäfte und regionale Wirtschaftskreisläufe sind“, weiß Präsident Walser. Mit der Initiative wird es ein Stück leichter, dieses Wissen in die Tat umzusetzen und den regionalen Wirtschaftskreisläufen in den Heimatgemeinden neuen Schwung zu verleihen.

 

So funktioniert 'Gemeinsam versorgt'
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