Unternehmer beim Bau der Schlossgalerie übergangen

Die Totalsperre der Landecker Straße L76 im Zuge des Baus der Schlossgalerie wird auf 28 Wochen bis Ende November ausgeweitet. Diese Entscheidung fiel ohne Mitwissen der Unternehmer in der betroffenen Region.

Der gestrige Beschluss über die Verlängerung der Totalsperre hat die Unternehmerschaft im Bezirk Landeck schwer erschüttert. „Wir fühlen uns von der Politik bewusst ausgeschlossen. Eine solch folgenschwere Entscheidung zu treffen, ohne vorher das Gespräch mit den Vertretern der Unternehmer zu suchen, ist inakzeptabel“, stellt Bezirksobmann Michael Gitterle unmissverständlich fest und ergänzt: „Die nun ausführende Firma hatte aufgrund der Vorgaben ein Angebot gestellt. Jetzt auf Grund COVID-19 diese Änderung durchzuführen und diese Vorgehensweise beim Bau der Schlossgalerie zu wählen – hier muss wohl ein Geschäftsmodell vermutet werden. Es liegt uns hier keine Begründung vor, warum nun die vereinbarte Totalsperre von zehn Wochen auf 28 Wochen angehoben wird. Die Anhebung der Totalsperre verursacht für über 30 Betriebe mit mehr als 150 Mitarbeitern in der Fließerau und Urgen stark steigende Kosten und nicht unwesentliche Umständlichkeiten.“

Alibiverfahren bei Schlossgalerie

Auch wenn coronabedingt die touristische Frequenz in den kommenden Monaten weiterhin niedrig sein wird, darf die Situation der Unternehmer nicht außer Acht gelassen werden, denn für diese stellt die Sperre sehr wohl ein großes Problem dar. Alle Betriebe kämpfen aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation bereits ohnehin ums Überleben. Nun werden über 140 Dienstgeberbetriebe und die vielen Einzelunternehmer der Stadt Landeck mit dieser bevorstehenden Totalsperre erst recht an den Rand der Existenz gedrängt.

„Die Politik und die Behörde hat eine Entscheidung gefällt, ohne die Interessenvertretung miteinzubeziehen. Die Unternehmerschaft wurde hier wohl bewusst ausgebremst und das ist für uns nicht tragbar“, betont Bezirksstellenleiter Otmar Ladner und bezeichnet das Anhörungsverfahren, welches immer bei verkehrsbedingten Maßnahmen stattfindet und bei dem die Wirtschaftskammer nun zu einer Stellungnahme aufgefordert wird, als ein Alibiverfahren, da in der Presseaussendung des Landes bereits die Baumaßnahmen angekündigt wurden.

„Es ist uns natürlich bewusst, dass wir die Schlossgalerie dringend brauchen. Doch die Betriebe benötigen in den kommenden Monaten dringend Unterstützung. Ein erster Schritt der Stadt Landeck wäre beispielsweise eine Gratisparkzeit von zwei bis drei Stunden, um potenziellen Kunden einen Anreiz zu bieten“, so Gitterle abschließend.

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