Enormer Schaden für den Handel durch Corona – sterben bald die Innenstädte?

Seit 14. April darf zumindest ein Teil der Geschäfte öffnen. Auch nach dieser Öffnung auf Raten ist die Lage dramatisch – viele Händler brauchen rasche Unterstützung, sonst steht zu befürchten, dass sie auf Dauer schließen müssen.

Aktuelle Berechnungen diverser Institute zeigen deutlich, dass der Handel am massivsten von Umsatzeinbrüchen durch die Corona-Krise betroffen ist. Österreichweit ist der geschätzte Schaden etwa viermal so groß wie beispielsweise im Tourismus. In Anbetracht dessen, ist die Situation äußerst angespannt – auch wenn seit Dienstag ein großer Teil der Geschäfte wieder öffnen darf. „Wir sind froh, dass ein erster Schritt zum Neustart getan ist, allerdings sind wir weit davon entfernt in Euphorie zu verfallen. Nicht nur, weil starke Umsatzbringer im großflächigen Handel und ganze Einkaufszentren nach wie vor geschlossen halten müssen, sondern vor allem, weil wir nach heutigem Wissensstand nach der Krise eine völlig andere Handelslandschaft erleben werden. Es ist zu befürchten, dass viele Handelsunternehmen dem Corona-Virus zum Opfer fallen und damit auch ganze Innenstädte mitsterben werden“, zeichnet Martin Wetscher, Obmann des Tiroler Handels, ein drastisches Bild.

Zielgerichtete Unterstützung notwendig

Die ersten paar Tage nach dem „Neustart“ haben gezeigt, dass von der Rückkehr zur Normalität noch lange keine Rede sein kann. „Bilder von Menschenschlangen, wie es sie am Dienstag vereinzelt vor Baumärkten gegeben hat, spiegeln in keiner Weise die Gesamtsituation im Handel wieder. Zwar dürfen rund 80 Prozent der Geschäfte wieder offenhalten, aber in vielen Bereichen fehlt einfach noch die Kundenfrequenz und damit nach wie vor ein großer Teil der üblichen Umsätze“, weiß Wetscher und betont: „Das ist vor allem in Branchen ein enormes Problem, in denen ein Großteil der Waren für heuer bereits bestellt und vorfinanziert wurde – etwa im Mode- und Sportartikelhandel. Aktuell wird das in den geplanten Hilfspaketen des Staates nicht berücksichtigt. Es braucht dringend Maßnahmen, die speziell auf die Anforderungen im Handel zugeschnitten sind. Nur so können unsere Unternehmen liquide bleiben. Andernfalls droht vielen Händlern und damit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein jähes Aus.“

Sicherheits- und Hygienemaßnahmen werden eingehalten

Die erste Woche nach dem kompletten Shutdown hat laut Spartenobmann Wetscher aber auch positive Aspekte aufgezeigt – zum Beispiel die Tatsache, dass die vorgeschriebenen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen weitestgehend eingehalten werden. „Die Rückmeldungen, die wir bekommen, zeigen, dass sowohl Kundinnen und Kunden als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesbezüglich sehr diszipliniert sind. Diese Disziplin ist auch dringend notwendig, weil wir nur so Corona rasch besiegen und die Krise hinter uns lassen werden können.“

Appell für ein “Ja zu Tirol”

Bis dahin ist es – auch wenn alle Geschäfte wieder öffnen dürfen – aber noch ein langer, steiniger Weg, den der Tiroler Handel aber jedenfalls zu gehen bereit ist. „Es liegt in der Natur des Unternehmertums, sich Herausforderungen zu stellen und Lösungen für Problem zu finden. Viele Tiroler Händlerinnen und Händler bauen gerade jetzt ihr Service aus, bieten neue Lieferdienste an und erweitern ihr Online-Angebot. Immer mehr nutzen auch die Möglichkeit, sich auf der Plattform ja-zu.tirol zu präsentieren“, unterstreicht Wetscher und appelliert abschließend an die Tirolerinnen und Tiroler auch „Ja zu Tirol“ zu sagen: „Bestellen und kaufen Sie im Tiroler Fachhandel – egal ob direkt im Geschäft, telefonisch oder via Internet. Das hält die Wertschöpfung in unserm Land und sichert Arbeitsplätze!“

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