Wege aus der Corona-Krise für die Tiroler Baubranche

Die Folgen des Covid-19-Virus sind für viele Unternehmen weitreichend und stellen auch die Baubranche vor Herausforderungen. Innungsmeister Anton Rieder ruft dazu auf, die Krise als Chance zu nutzen.

Wie fast jede Branche erschüttert die aktuelle Ausnahmesituation auch die Bauwirtschaft. Dank den vereinbarten einheitlichen Schutzmaßnahmen darf nun zwar grundsätzlich weitergearbeitet werden, doch zahlreiche Baustellen werden aus unterschiedlichsten Gründen kurzfristig gestoppt oder verzögern sich auf ungewisse Zeit. Nahezu jedes Bauunternehmen ist davon betroffen, allerdings stehen vor allem Aufträge von Tourismusbetrieben derzeit auf der Kippe. „Angesichts der Lage sind sowohl im privaten Sektor als auch im tourismusnahen Bereich die Auftraggeber stark verunsichert darüber, ob sie geplante Vorhaben umsetzen möchten“, erklärt Innungsmeister Anton Rieder und ergänzt: „Davon abgesehen sind unsere Mitarbeiter nach wie vor höchst motiviert, Leistungen zu erbringen. Aufgrund äußerer Bedingungen müssen aber voraussichtlich in einigen Wochen Arbeiten unterbrochen werden, weil Vorleistungen fehlen, Lieferungen nicht rechtzeitig kommen, Verfahren stocken oder Bescheide ausständig sind.“

Um diese künftigen Lücken zu überbrücken, ist das Kurzarbeitsmodell eine gute Lösung. Rieder fordert für die Baubranche aber ausdrücklich eine gesonderte Handhabe: „Wir brauchen bei der Kurzarbeit eine Hyperflexibilität, da wir das System nicht ausnutzen, sondern es sinnvoll einsetzen möchten. Exakte monatliche Abrechnungen im Nachhinein sind für Bauunternehmer selbstverständlich, jedoch können sie unmöglich jetzt schon vorhersagen, was in sechs bis acht Wochen sein wird. Ein hyperflexibles Modell ist zwangsläufig erforderlich, um die Unberechenbarkeit der Planung abzufedern.“

Mittel- und langfristige Situation der Baubranche

Damit die Baubranche auch weiterhin leistungsfähig bleibt und diverse Ungewissheiten in den Griff bekommt, appelliert Rieder an die Öffentliche Hand: „Um die Wirtschaft in Gang zu halten, ist es essenziell, dass Landesbaustellen weiterlaufen, geplante Projekte verstärkt vergeben sowie Behörderverfahren dringend abgehalten werden. Gravierende Auswirkungen auf die Raumordnung, da alle noch laufenden Verfahren nach der Quarantäne erneut durchzuführen sind, können wir nicht hinnehmen. In Zeiten der Digitalisierung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um auch ohne persönliche Anwesenheit erfolgreich Prozesse abzuwickeln.“

Zudem könnten Förderungen und bessere Abschreibungsmodelle einen wesentlichen Beitrag leisten. „Eine höhere Förderung für thermische Sanierungen sowie vorgezogene Abschreibungen für Investitionen in klimaschonende Neubauten wären beispielsweise Möglichkeiten, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und zusätzlich einen nachhaltigen Beitrag für das Klima zu leisten. Solche Maßnahmen sollten im Regierungspaket schnellstmöglich verwirklicht werden“, betont Rieder und führt weiter aus: „Die Bauwirtschaft ist und bleibt ein starker Wirtschaftsmotor, der für hohe Beschäftigung sorgt. Deshalb muss es auch im Sinne der Politik sein, dass wir unsere Mitarbeiter weiterhin beschäftigen. Nutzen wir diese Krise als Chance, um das Bewusstsein für regionale Anbieter zu stärken sowie in den kommenden Wochen und Monaten lokale Kräfte bestmöglich auszulasten.“

Corona: Info für Betriebe
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