Einzelhändler stehen mit dem Rücken zur Wand

In der ersten „Corona-Woche“ hat der Tiroler Einzelhandel 50 Mio. Umsatz verloren – Hilfsmaßnahmen müssen unverzüglich greifen. Spartenobmann Wetscher appelliert an Kunden: „Sagen Sie Ja zu Tirol!”

Seit fast zwei Wochen sind unzählige Tiroler Händlerinnen und Händler gezwungen, ihre Geschäfte aufgrund der umfassenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus geschlossen zu halten. Laut Berechnungen der KMU-Forschung Austria gingen im Tiroler Einzelhandel deshalb allein in der ersten „Corona-Woche“ rund 50 Millionen Euro an Umsatz verloren. Das entspricht mehr als 45 Prozent der Umsätze des letztjährigen Vergleichszeitraumes.

Händler brauchen dringend Unterstützung

Dementsprechend wird die wirtschaftliche Lage für viele Unternehmen zunehmend prekär, wie der Obmann des Tiroler Handels, Martin Wetscher, betont: „Die Situation im Non-Food-Bereich ist extrem angespannt. Weil die Einnahmen komplett fehlen, aber viele Kosten weiterhin bezahlt werden müssen, sind viele Händler was die Liquidität anbelangt am Limit – speziell jene mit Saisonware.“ Das unterstreicht auch Wolfgang Feucht, Sprecher des Handels mit Mode und Freizeitartikeln: „Das Betretungsverbot für Geschäfte trifft unsere Branche extrem. Dadurch, dass die Kundschaft fehlt, bleiben die Lager voll mit Frühjahrsware, die erstens komplett bereits bezahlt ist und zweitens jeden Tag weniger Wert wird. Viele Händler brauchen unverzüglich finanzielle Unterstützung, sonst droht ihnen das Aus und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern damit die Arbeitslosigkeit.“ Ähnlich stellt sich die Situation auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel im Elektro- und Einrichtungsfachhandel, im Maschinen- und Technologiehandel, im Papier- und Spielwarenhandel oder im Uhren- und Schmuckhandel dar.

Vor diesem Hintergrund sind die gestern von Bundesregierung vorgestellten Sofortmaßnahmen zur Unterstützung der heimischen Unternehmen ein positives Signal – der Ankündigung müssen aber unverzüglich Taten folgen. „Der Faktor Zeit spielt eine ganz wesentliche Rolle. Die Abwicklung der Unterstützungsmaßnahmen muss jetzt schnell und unbürokratisch von Statten gehen, damit die Händlerinnen und Händler zu Liquidität kommen“, fordert Spartenobmann Wetscher.

“Ja zu Tirol” listet Liefermöglichkeiten online

Unabhängig von den dringend notwendigen politischen Maßnahmen ist aktuelle jede Initiative zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts gefragt. Ein Beispiel dafür ist, unter dem Motto „Ja zu Tirol!“ mit einer neuen Onlineplattform für den Tiroler Handel, erfolgreich gestartet. „Unternehmen, die Waren online oder über ein telefonisches Bestell- und Zustellservice anbieten, können sich auf ja-zu.tirol registrieren und werden dadurch sichtbarer für potenzielle Kunden“, so Martin Wetscher, der abschließend an die Tirolerinnen und Tiroler appelliert: „Sagen Sie Ja zu Tirol statt zu den internationalen Online-Riesen. Bestellen Sie gerade jetzt bei Tiroler Anbietern – etwa den Gutschein vor Ostern für das Geschenk nach Ostern. Schieben Sie außerdem Anschaffungen auf, die nicht dringend notwendig sind, und tätigen Sie sie zu einem späteren Zeitpunkt bei Ihrem Tiroler Fachhändler.“

» Ja zu Tirol

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