Coronavirus ist für die Tiroler Autobusbranche existenzbedrohend

Buchungsausfälle von nahezu 100 Prozent, zudem noch die Schließung von Kindergärten und Schulen und daher der Wegfall der Schülerbeförderung – all das trifft die Tiroler Autobusbranche in einem Ausmaß, das existenzbedrohend ist. Die Fachgruppe der Tiroler Autobusse fordert daher eine Soforthilfe für die betroffenen Betriebe und deren Lenker.

Aufgrund des Coronavirus werden nicht nur Italienreisen abgesagt, auch Schulen stornieren sämtliche Reisen und das teilweise bis zum Ende des Schuljahres. „Wir verzeichnen Stornos von nahezu 100 Prozent“, berichtet Franz Sailer, Obmann der Tiroler Autobusbetriebe. Die Folgen der zunehmenden allgemeinen Verunsicherung seien für die Branche existenzbedrohend: „Betroffen sind in der Zwischenzeit alle Reisedestinationen. Selbst Fahrten innerhalb Österreichs werden abgesagt und die Buchungen für den Sommer sind praktisch zum Erliegen gekommen“, so Sailer.
Das Problem dabei: Die Kosten der Betriebe laufen uneingeschränkt weiter. In der Regel sind die Busse geleast, die Raten können durch den Komplettausfall aber nicht mehr erwirtschaftet werden. Neben den reinen Geschäftseinbußen, die durch Stornos der Reisen entstehen, bleibt den Busunternehmen zusätzlich noch der Schaden bereits geleisteter Vorauszahlungen für Hotels, Eintrittskarten, Einfahrtsgebühren etc., die selbst getragen werden müssen. „Wir brauchen dringend Lösungen für eine Kostenübernahme dieser Schäden. Ohne staatliche Unterstützung schaffen wir das nicht“, appelliert Sailer an die Bundesregierung.

Schaden von 2,5 bis 3 Millionen Euro pro Tag

„Die ersten Maßnahmen der Bundesregierung nehmen wir natürlich gerne an, diese reichen aber bei weitem noch nicht aus. Fakt ist, Unterstützungskredite helfen uns nur bedingt. Es braucht unverzüglich eine Regelung zur Einführung von Kurzarbeit und vor allem einen finanziellen Ausgleich des entstandenen Schadens“, so Sailer. „Der Reisebus steht in Österreich aktuell zu 95 Prozent und das auch für die nächsten Wochen. Der Schaden beläuft sich sicher auf 2,5 bis 3 Millionen Euro pro Tag in ganz Österreich“, schildert Sailer. Nur rund 400 von 1.000 Busunternehmen können seit gestern Überbrückungsfinanzierungen beantragen, da diese nur für Betriebe zur Verfügung stehen, die auch über ein Reisebüro verfügen.

Ungewissheit durch notwendige Schulschließungen

„Die nächste Woche in Kraft tretenden Schulschließungen sind für die Bekämpfung des Corona-Virus unverzichtbar und notwendig“, stellt Sailer klar. Die Auswirkungen auf die Schülerbeförderung seien derzeit noch nicht abzuschätzen, da keiner wisse, wie viele Kinder bis zum Beginn der Osterferien tatsächlich zur Betreuung in die Schule zu befördern sind. „Eines ist bereits jetzt klar: Sollte auch der öffentliche Busverkehr reduziert werden, dann brauchen wir auch hier vollen Kostenersatz für die Lenker und die Busse, die nicht eingesetzt werden können. Wenn es diese Kompensation nicht gibt, wird auch die Wiederaufnahme des öffentlichen Verkehrs nicht funktionieren. Denn es werden die Unternehmer dazu fehlen und sicher auch die Lenker, von denen es schon jetzt zu wenige in der Branche gibt“, stellt Sailer klar und ergänzt: „Wenn wir nach der Corona-Krise noch Busunternehmen in Tirol haben wollen, dann braucht es jetzt dringend eine Übernahme der derzeitigen und etwaiger künftiger Schäden.“

Überleben der Betriebe sicherstellen

Der Brachensprecher betont, dass die Tiroler Autobusunternehmen keineswegs Interesse daran haben, ihre oftmals langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kündigen, es unter den derzeitigen Voraussetzungen aber schwer sei, den Personalstand im Reisebus-Bereich zu halten. „Wir können und möchten unsere Mitarbeiter jetzt auch nicht in den Urlaub zwingen, denn auch unserer Mitarbeiter haben ein Anrecht mit ihrer Familie einen Sommerurlaub zu verbringen“, so Sailer, der die prekäre Situation abschließend auf den Punkt bringt: “Es braucht jetzt schnelle Maßnahmen, die das Überleben unserer Tiroler Busbetriebe sicherstellen!”

Infoservice rund um den Corona-Virus: Unter wko.at/corona finden Sie branchenspezifische Informationen, Antworten auf häufig gestellte Fragen, zahlreiche Musterformulare und vieles mehr.

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