Die Faszination des Abhebens

Was haben Skispringer und Ein-Personen-Unternehmen gemeinsam? „Seine Begabungen, Interessen und Potenziale finden – das ist mitunter das Schwierigste für uns Sportler und EPU“, startete Toni Innauer in den EPU-Tag 2020.

„Mister Skisprung“ – diesen Titel trägt Toni Innauer, geboren 1958 im Bregenzerwald in Vorarlberg, zurecht. Seine Zeit als Sportler, Trainer und Sportdirektor beim Österreichischen Skiverband machte ihn zu einer internationalen Ikone. In seiner 17-jährigen Amtszeit als Sportdirektor prägte Innauer den Nordischen Skisport wie kein anderer, seine Lebenserfahrung und sein Fachwissen gab er an den Nachwuchs weiter. Heute ist er erfolgreicher Unternehmer, Autor mehrerer Bücher, Kolumnist, seit Jahren TV-Experte für Skispringen im ZDF sowie gefragter Seminarleiter und Wirtschaftsreferent.

Sport und Wirtschaft

Beim Tiroler EPU-Tag 2020 erzählte Toni Innauer von den Parallelen im Sportbusiness und der Wirtschaft. Worin liegt die Schnittmenge zwischen dem Extremsport und dem normalen Berufsleben? „Die Rahmenbedingungen sind für den Erfolg von Sportlern und EPU besonders wichtig, deshalb wird man in Tirol auch Skifahrer oder Skispringer und nicht Kricketspieler“, so Innauer schmunzelnd. „Im Sport geht es darum, nicht nur einmal zufällig gute Leistung zu bringen, sondern konstant. Der Sport ist gnadenlos und Weiterentwicklung unumgänglich.“

Mentale Stärke

Egal, ob Extremsport oder Wirtschaft, es gelten dieselben Gesetzmäßigkeiten und Erfolgsprinzipien: „Sich jeden Tag neu zu motivieren, neue Ziele und Visionen zu setzen. Ausdauer, Durchhaltevermögen, Eigenmotivation und Selbstmanagement sind in allen Lebensbereichen wichtig“, so Innauer. Vor allem aber die mentale Stärke und die eigene Vorstellungskraft seien die Grundsteine des Erfolgs und bedeuten auch mal, über den eigenen Schatten zu springen. „Auf dem Weg zum Ziel gehören Hindernisse, Rückschläge und schwierige Situationen einfach dazu. Die Kunst besteht darin, in solchen Momenten nicht aufzugeben, sondern diese Krisensituation zu meistern und weiter beharrlich seinen Weg zu gehen. Ob im Sport, Beruf oder Alltag.“

Fehlerkultur und Gespür

Was kann man lernen? Sich immer weiterentwickeln und nicht für Neuerungen verschließen. Aber es gehört auch eine gewisse Beständigkeit dazu. „Besonders im EPU-Bereich muss man sich auf sich selber verlassen, wie auch im Sport. Man sitzt allein am Balken, muss fokussieren und gut vorbereitet sein. Ich kann mich nicht nur in ein System reinfallen lassen und hoffen, dass es das für mich macht. Eigenleistung und Verantwortung sind hier alles. Aber auch zu akzeptieren, dass es einmal nicht ganz so funktioniert wie erwartet und sich dann wiederaufzurichten.“ Fehler seien wichtig, um ein Gefühl für die richtige Balance zu entwickeln.

„Wir werden künftig auch vermehrt Grenzen neu definieren“, so Innauer. Das Vertrauen und der Austausch mit Mitspielern ist wichtig, um sich mit schwierigen Aufgaben nicht allein zu fühlen. „Das Gefühl ,Ich bin nicht allein und ich kann mir Hilfe holen´ hilft extrem. Wir können uns für alle Bereiche, die ich selbst nicht bedienen kann, Experten dazu holen.“ Und so wird auch in unserem Leben oder Berufsalltag nicht immer alles gleichbleiben. „Oft müssen wir den Sprung machen und die Flexibilität besitzen, dass sich im Beruf oder Privatleben auch mal etwas ändern wird. Potenziale ausnützen und spüren, wo es mich hinzieht, ist hier dann wichtig. Abspringen und Loslassen.“

Aus dem Sport heraus können sinnvolle Parallelen in die Wirtschaftswelt gezogen werden. Lebenslanges Lernen und die Entwicklung von Leistungsfähigkeit ist in beiden Bereichen ein großer Erfolgsfaktor.

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