Seifenfabrik Walde: Immer der Nase nach

Seit mehr als 230 Jahren werden in der Seifenfabrik Walde mit Leidenschaft, Geschick und Expertise Seifen auf höchstem Qualitätsniveau hergestellt. Die drei Standorte in der Innsbrucker Innstraße, der Dörrstraße und am Domplatz sind gut besucht. Gerade jetzt, wird wieder Wert auf nachhaltige Produkte aus der Region gelegt.

Entspannung, Wohlbefinden und Wärme. Genau danach riecht es hier. In der Innsbrucker Innstraße heißt es „immer der Nase nach“, die einen schnell in die Seifenfabrik Walde in St. Nikolaus führt. Dort werden Schätze gehütet, welche die tägliche Körperpflege zum Genuss-erlebnis machen. Der angenehme Duft wird von kleinen Quadern verströmt: Sie heißen Zirbe, Himmelschlüssel, Gletschermilch oder auch Vergissmeinnicht.

Die Firmengeschichte der Familie Walde startet mehr als 230 Jahre in der Vergangenheit und war von Generation zu Generation ein Wechselbad der Gefühle. Das Unternehmen überstand zwei Weltkriege und auch die Industrialisierung in den 1970er-Jahren. „Ich führe das Unternehmen jetzt in siebter Generation und verkaufe mein Lebensglück in Form von Seifen“, erzählt Geschäftsführer Peter Walde erfreut. Der Aufstieg der Walde-Brüder, die vor 250 Jahren aus der deutschen Lausitz eingewandert waren, begann mit der Beleuchtung der Stadt Innsbruck. Aus den erfolgreichen Beleuchtern wurden bald schon genauso erfolgreiche Geschäftsleute. Jeder machte seinen Weg – der eine mit Keksen, der andere mit Gemälden und einer mit Seifen. Sie kauften damals schon in der Innstraße in Innsbruck-St. Nikolaus jene Häuser, die später als Produktionsstandort dienten und noch heute der Stammsitz der Familie Walde sind.

Saubere Sache

2005 übersiedelte Walde mit der Produktion von der Innstraße in das Arzler Gewerbegebiet. Insgesamt kümmern sich rund 50 Mitarbeiter um Verkauf, Herstellung und auch den Online-Shop der duftenden Wohlfühlprodukte. „Unser Unternehmen fertigt Reinigungsmittel (Wasch- und Waschhilfsmittel, Geschirrspülmittel, Schmierseife, Reinigungsmittel für Böden, Bad und Küche, Pflegemittel, Industriereiniger und Seifen (Bio-Seifen, kaltgerührte Seifen, Glycerin-Seifen und viele mehr) und Kosmetik (Haarshampoos, Schaumbäder, Cremen, Körperlotions, Badesalze) in Lohnerzeugung an, sprich für andere Unternehmen“, erklärt Walde. „Wir stellen hohe Ansprüche an die Qualität unserer Produkte und verwenden daher nur beste Rohstoffe. Strenge hausinterne Qualitätskontrollen und freiwillige Zertifizierungen gewährleisten die Hochwertigkeit. Die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften sehen wir als Selbstverständlichkeit.“

Die Seife wird im Kessel gerührt und von Hand geschöpft. Nach dem Erhärten wird sie in entsprechende Stücke geschnitten.

Die Seife wird im Kessel gerührt und von Hand geschöpft. Nach dem Erhärten wird sie in entsprechende Stücke geschnitten. Foto: Walde

Duftende Zukunft

Die Seifenfabrik produziert rund 20.000 Seifen pro Tag. Geschäftsführer Peter Walde sieht zuversichtlich in die Zukunft: „Waschen ist schließlich ein Grundbedürfnis des Menschen. Momentan könnten wir das Dreifache produzieren. Aber wir müssen aufpassen, dass es nicht zu viel wird und wir im Rahmen des Möglichen bleiben.“ Seit der Erfindung des Duschgels ist dieses aus den Badezimmern dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Körperhygiene funktioniert heute fast ausschließlich so. Dabei ist Seife ein uraltes Produkt. Doch in den vergangenen Jahrzehnten wurde die Seife sukzessive zurückgedrängt. Es macht aber den Anschein, als würde sich eine Zeitenwende anbahnen. „Immer mehr Personen achten beim Einkauf auf natürliche Produkte. Seife ist durch ihre rückfettende Wirkung sehr gut für die Haut – dadurch wird ihre Austrocknung verhindert“, erklärt Walde. Nachhaltige Produkte gewinnen mehr und mehr an Wertschätzung. Zum Beispiel festes Haarshampoo oder Deo-Cremes mit natürlichen Inhaltsstoffen und ohne Aluminium. „Der Trend zur Nachhaltigkeit und Regionalität kommt uns durchaus zugute“, gibt Walde Auskunft. „Junge Menschen legen Wert auf verpackungsfreie Produkte, die dem Körper guttun – dafür geben sie auch gerne mehr Geld aus.“

Renaissance der Seife

Eine Expansion steht in Zukunft vorerst nicht an: „Wir möchten mit dieser Größe, wie wir sie aktuell haben, arbeiten. Viele Seifenfabriken mussten in den letzten Jahren zusperren, wir können uns über Aufträge nicht beschweren. Ich hoffe, dass das für meine Nachfolger Lisa und Lukas auch so bleibt. Denn in irgendeiner Form wird es Seife immer geben, denn der Mensch wird sich immer waschen.“

» Mehr über das Unternehmen: Walde Seifenfabrik

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