Tiroler Innovationsbarometer 2020: Wir machen Zukunft

Wie geht es den Tiroler Unternehmen mit dem Thema Innovation? Dieser Frage ist die Tiroler Wirtschaftskammer in ihrer Befragung, dem Innovationsbarometer, auf den Grund gegangen.

Innovation klingt nach technischem Fortschritt, nach Verbesserung, nach Zukunft. Innovationen sind der Motor von Fortschritt und wirtschaftlichem Wachstum. Doch genau den Innovationsturbo zu zünden, stellt Unternehmen in der heutigen Zeit vor teils enorme Herausforderungen. “Für Unternehmen ist Innovation wichtig, um mit verändernden Kundenbedürfnissen Schritt zu halten und ihre Kundenorientierung zu steigern. Innovationsmanagement ist dabei kein normales Projektmanagement. Von der Ideenentwicklung bis zur erfolgreichen Innovation sind zahlreiche Hindernisse zu überwinden”, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Wie geht es den Tiroler Unternehmen mit dem Thema Innovation derzeit?

Dieser Frage ist die Tiroler Wirtschaftskammer  in ihrer Befragung, dem „Innovationsbarometer“, erneut auf den Grund gegangen und die Ergebnisse wurden heute am WIFI Campus in Innsbruck präsentiert. Rund 200 Unternehmen aller Größen und Branchen nahmen im Jänner 2020 an der Online-Befragung teil. Diese umfasste rund zwölf Fragen zum Themenbereich Innovation. „Als Vertreterin aller Unternehmer in Tirol hat die Tiroler Wirtschaftskammer den Anspruch, erste Ansprechpartnerin zum Thema Innovation zu sein“, so Präsident Christoph Walser. „In einem breiten Netzwerk bieten wir den Unternehmen Service rund um das Thema, aber setzen uns auch politisch dafür ein.“

Die Ergebnisse zeichnen ein umfassendes Bild der Tiroler Innovationslandschaft. “Jeder sollte sich darüber klar sein, wo seine Stärken liegen und diese nutzen. Nur so kann er seine Ziele verfolgen”, so Walser. Nach wie vor ist für die Hälfte der Befragten das knappe Zeitbudget der größte Hemmschuh beim Innovieren. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen beurteilen die Rahmenbedingungen in Tirol, um Innovationen umzusetzen, als gut bis sehr gut, weitere 25 Prozent als befriedigend. „Die jeweils zwölf Prozent ausreichend bzw. ungenügend sehen wir als Auftrag an uns als Wirtschaftskammer“, so Präsident Walser. Der Innovationsprozess ist durch ein Höchstmaß an Unsicherheit geprägt. “Wie können wir eine Welt schaffen, in der die Menschen zuversichtlich in die Zukunft schauen? Stattdessen prägen Zukunftsskepsis und Angst vor Wohlstandsverlust unsere Gesellschaft. Deshalb ist es so wichtig, darüber nachzudenken, was das Neue ist und wie die Tiroler Unternehmen es für sich nützen können”, motiviert der Tiroler WK-Präsident.

Was macht die Tiroler Wirtschaftskammer konkret dafür, dass Unternehmen beim Innovieren unterstützt werden?

Eine Antwort auf diese Problemstellungen bietet die Innovationswerkstatt der Tiroler Wirtschaftskammer. Die Innovationswerkstatt stellt ein Schulungs-/Coaching-/Management-Angebot des Inncubators für Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU) dar, um innerhalb eines Ökosystems (digitale) Innovationsprojekte voranzutreiben und erfolgreich umzusetzen. Es ist als Modulsystem aufgebaut, dauert bis zu vier Monate und startet zwei Mal im Jahr. Pro KMU werden zwei Mitarbeiter aufgenommen, der Aufwand für den Mitarbeiter wird der Verfügbarkeit angepasst. Fazit, so Präsident Walser: „Die Tiroler Unternehmen sind auf einen guten Weg, aber es gibt noch einiges zu tun. Vor allem, wie ich als Unternehmen klug kooperiere und so Synergien für ein innovatives Geschäftsmodell nützen kann. Tirol hat die Chance durch seine mitteleuropäische Lage eine Vorreiterrolle einzunehmen“.

Kopf schlägt Kapital

„Im Hinblick auf Innovation leben wir in einer wunderbaren neuen Zeit“, schlägt Mario Eckmaier, neuer Mastermind zum Thema „Digitalisierung“ in der Tiroler Wirtschaftskammer, eine Brücke von den politischen Rahmenbedingungen zur unternehmerischen Praxis. „Wunderbar“ deshalb, weil Idee und Köpfchen das Kapital als Treiber von Innovationen abgelöst hat. „Für Tirol sind das großartige Aussichten, denn wir haben ganz viele großartige und kluge Köpfe in unserem Land – wie die beiden Bespiele ‘Monkee’ und ‘BHS’, die wir heute im Rahmen unserer Pressekonferenz noch vorstellen können, eindrucksvoll beweisen.“

Wie kommt das Neue in die Welt?

Innovation: Im Grunde ist es ein sperriger Begriff, der alles umfasst und dennoch kaum greifbar ist. „Im unternehmerischen Alltag stellen wir uns die Frage ganz anders, nämlich: wie kommt das Neue in die Welt?“, so Eckmaier weiter. Hinter „Neuem“ stehen oft schräge Typen: Neudenker, Andersdenker und Querdenker. Für den Digitalisierungsexperten Eckmaier sind das Typen, „die einen anderen Blick auf die Dinge haben, eine andere Perspektive.“ Kurzum: Typen, die sprichwörtlich etwas unternehmen. Für diese unternehmerischen Chancen gilt es, den Boden zu bereiten. Eckmaier: „Die Voraussetzungen für Innovation waren noch nie so gut wie heute: wir verfügen heute über Technologien, von denen eine Generation vor uns nicht zu träumen gewagt hätte, der Zugang zu Wissen ist so einfach wie nie zuvor und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen ebenso.“

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ruft Eckmaier auf, das bestmögliche Ökosystem für Innovation in Tirol zu schaffen. „Wir müssen als Gesellschaft jungen Menschen und allen Andersdenkern den Rücken stärken und sie motivieren, ihren Weg zu gehen. Wir müssen sie hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen unterstützen, ihren Weg gehen zu können. Und wir müssen sie mit einem bestmöglichen Ökosystem in Tirol unterstützen, damit ihre Ideen in diesem Ökosystem wachsen, gedeihen und prosperieren können.“

BHS Technologies

BHS Technologies ist ein Medizintechnikunternehmen. Die Idee entstand aus einer Unzufriedenheit, wie das Thema digitale Mikroskopie von anderen Herstellern, ohne modernste Technologien und den Markt im Blick zu haben, bearbeitet wurde. BHS Technologies wurde dann im Februar 2017 gegründet und  beschäftigt heute 37 Mitarbeiter und wird im Mai dieses Jahres die ersten vorbestellen Serienprodukte in wichtige Universitäten und Kliniken in der EU liefern. BHS will nachhaltig am Markt erfolgreich sein und seine Technologie stark erweitern, denn 2020 ist der Start in eine neue Ära in der minimal invasiven Mikrochirurgie.

www.bhs-technologies.com

Monkee

Im Konsumbereich werden Milliarden dafür ausgeben, um uns immer geschickter zum Kauf zu stimulieren. Heute ist es technisch und psychologisch einfacher Geld auszugeben als Geld zu sparen. Mit vielen negativen Konsequenzen. Monkee (www.monkee.rocks) hat die Mission, Menschen dabei zu helfen, finanziell gesünder zu leben. Die Monkee App kombiniert Behavioral Design, Gamification und Machine Learning, um über digitale “Nudges” dabei zu unterstützen, mehr Geld für die Zukunft zu sparen und finanzielle Puffer aufzubauen. Denn das in Tirol gegründete Start-up ist davon überzeugt, dass die finanzielle Gesundheit mindestens genauso wichtig für unserer ganzheitliches Wohlbefinden ist, wie die mentale und physische Gesundheit.

Bild oben: Zeichneten ein Bild der Tiroler Innovationslandschaft: Natalie Hinkkanen von der BHS Technologies GmbH, Mario Eckmaier, Digitalisierungsbeauftragter der Tiroler Wirtschaftskammer, Martin Granig von Monkee, WK-Präsident Christoph Walser und Gregor Burger von der BHS Technolgies GmbH (v.l.).

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