Im Rahmen des Möglichen

Die Herstellung von Rahmen und die Einrahmung von bleibenden Werten ist seit fast 50 Jahren eines der Spezialgebiete von Hofinger Rahmen in Zirl. Auf mehr als 500 m2 hängen unzählige Rahmen aller Art und Größen aus allen Epochen der Kunstgeschichte.

Wir betreten Rahmen Hofinger, die Eingangstür klingelt. Beim ersten Atemzug vernehmen wir einen feinen Duft aus frisch geschnittenem Holz und Farbe. Vom Verkaufsraum geht es direkt über in die Werkstatt, weiter in das Museum und somit auf eine Zeitreise durch verschiedenste Epochen der Rahmen-Kunst. Aus dem hintersten Raum vernehmen wir Sägegeräusche. Matthias Hofinger ist gerade dabei, die Bilderrahmenleisten mit einer sogenannten Gehrungssäge auf die richtige Länge zuzuschneiden. Dann werden die Enden von ihm zusammengeleimt und mit einem Nanospray vollendet. Es wird verglast, kartoniert und verpackt.

1973 gründete das Künstlerehepaar Franz und Ilona Hofinger das erste „Atelier Hofinger“ und legte so den Grundstein für einen Betrieb, der bis heute die Bedeutung des Einrahmens prägt. „Ein Bild ohne Rahmen ist wie eine Seele ohne Körper“, sagte einst der legendäre Künstler Vincent van Gogh und wie Recht er dabei doch hat. Im Atelier Hofinger in der Zirler Bahnhofsnähe werden Kunstwerke oder private Schätze aller Art in individuellen Rahmen inszeniert. Zu finden gibt es Rahmen für Gemälde und Zeichnungen, Grafiken, Holzschnitte und Kupferstiche, Fotografien, Zertifikate sowie Landkarten und vielem mehr. „Vom schlichten kleinen Fotorahmen bis hin zu Repliken in Originalantikrahmen, Bild- und Rahmenrestaurierung – bei uns findet man unzählige Eindrücke und Ideen. Und was man nicht findet, kann hier angefertigt werden“, erzählt Geschäftsführer Matthias Hofinger schmunzelnd. Auch exklusive Künstler-Rahmen werden und wurden in Kooperation mit namhaften Tiroler Künstlern wie Max Weiler entworfen und angefertigt.

Geschäftsführer Matthias Hofinger von Hofinger Rahmen in Zirl.

Geschäftsführer Matthias Hofinger von Hofinger Rahmen in Zirl.

Betriebsübernahme

Sohn Matthias ist von Kindesbeinen an mit Bilderrahmen aufgewachsen und gründete 2012 einen weiteren Produktionsbetrieb und kombinierte altes Wissen mit modernen Ideen. Resultierend daraus entstanden hinterleuchtete Bilderrahmen, Motion-Frames und vieles mehr. „Die rund 500 m2 Firmenfläche sind in drei Bereiche aufgeteilt: Museum, Verkauf und Fertigung. Tischlerei, Glasbearbeitung, Vergolderei, Restaurationswerkstatt, Leistenlager, Antik-Rahmenlager, Warenlager, Kreativwerkstatt, Forschung und Entwicklung, Verwaltung und seit 2015 auch Beratung und Verkauf wurden zusammengeführt und bilden somit die wohl größte und umfassendste Bilderrahmen-Fachwerkstatt Westösterreichs“, erklärt Geschäftsführer Matthias. Im Familienbetrieb ist umfassendes Fachwissen angesiedelt, an dem man zu fünft arbeitet.

Franz und Ilona Hofinger haben bereits vor 50 Jahren begonnen antike Rahmen zu sammeln und zu restaurieren. Dadurch entstand die Idee eines Museums, das seit September 2019 auch in Zirl beheimatet ist. Die Sammlung umfasst derzeit über 500 Exponate aus fünf Jahrhunderten: Es beginnt 2500 vor Christus und geht dann alle Epochen entlang bis in die Neuzeit. Das älteste Stück stammt aus dem 15. Jahrhundert und Repliken noch davor. „Eigentlich ist es eine Leidenschaft. Der Rahmen ist ein Stück, das verschwindet im Unbewussten. Wir wollten aufzeigen, was alles hinter diesem Gebrauchs-Objekt steckt.“ Das Museum soll ein Ort für Kunst und Kreativität sein. Vielfältige Ausstellungen, Workshops, Fortbildungskurse und Events sollen im einzigartigen Ambiente des Museums Platz finden.

Kreative Berufswahl

Einrahmung ist ein relativ unzugänglicher Berufszweig, es ist kein Lehrberuf im eigentlichen Sinne, sondern eine Mischung aus rund 16 Berufen – darunter Glaser, Tischler oder auch Restaurator. Daher hat Matthias Hofinger auch eine recht vielfältige Ausbildung genossen. Nach dem Gymnasium besuchte der 30-jährige Geschäftsführer die Rahmenakademie, diverse Restaurierungs- und Vergoldungskurse, hat bei vielen Produzenten mitgearbeitet und sich einiges an Wissen im Selbststudium und durchs Ausprobieren angeeignet. „Bei mir war nie das Ziel, möglichst viel Geld auf dem Konto zu sammeln, sondern eher die Zeit, die ich habe mit sinnvollen Dingen und Tätigkeiten zu nutzen. Etwas Schöneres als Kunst kann ich mir nicht vorstellen.“

Abwechslungsreich

Im Familienbetrieb der Familie Hofinger versteckt sich großes Fachwissen. Mama Ilona ist Meister-Vergolderin und Kunstmalerin und veredelt jeden Bilderrahmen genau nach Kundenwunsch. „Es gleicht kein Tag dem anderen und dass macht alles so spannend und schön. Durch das Arbeiten mit unterschiedlichsten Materialien und den Kontakt zu vielen Menschen. Wir haben mit Kunst in 1000enden von Bildern zu tun – das hält das Ganze spannend.“ Derzeit geht der Trend wieder in Richtung lebendige Materialien wie naturverwitterte Hölzer für Rahmen. „Ich habe gerade einen alten Stadel aufgekauft, damit wir aus den alten Traben, die teilweise aus dem 16. Jahrhundert stammen, richtig schöne Rahmen rausfräsen können, um den Bedarf etwas zu decken“, so Hofinger begeistert. Im Atelier Hofinger in Zirl werden Rahmen in jeder Größe und Art gefertigt. Preislich liegen die Rahmen von fünf Euro bis unendlich und alles dazwischen.

» Weitere Infos: Rahmen Hofinger

» Weitere Unternehmerporträts finden Sie auf unserem Youtube-Channel

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