Gewerbe und Handwerk: Mit Optimismus ins neue Jahrzehnt

Trotz abflauender Wirtschaftsdynamik herrscht bei den Tiroler Betrieben überwiegend Zuversicht – nicht zuletzt aufgrund des Programms der neuen Bundesregierung, das zusätzliche Impulse verspricht.

Die positive konjunkturelle Entwicklung der letzten Jahre hat sich im Tiroler Gewerbe und Handwerk auch im Jahr 2019 fortgesetzt. Vom 1. Bis zum 3. Quartal 2019 sind die Auftragseingänge bzw. Umsätze gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres durchschnittlich um 0,6 Prozent gestiegen. Das ist deutlich besser als der Österreichdurchschnitt, der bei einem Plus von 0,2 Prozent lag. Und auch im 4. Quartal beurteilten die Tiroler Gewerbe- und Handwerksbetriebe überwiegend positiv. 28 Prozent der Betriebe schätzten die Geschäftslage mit gut, 62 Prozent mit saisonüblich und nur zehn Prozent der Betriebe mit schlecht ein“, berichtet der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Tiroler Wirtschaftskammer, Franz Jirka.

Gute Ausgangslage

Den Schwung aus dem Vorjahr nehmen die Betriebe zum großen Teil auch ins neue Jahrzehnt mit. Die optimistischen Einschätzungen für das 1. Quartal 2020 überwiegend die negativen per Saldo um 5 Prozentpunkte. Damit ist die Erwartungshaltung im Hinblick auf die Auftragseingänge und Umsätze zwar gedämpfter als im Vorjahresquartal (+10 %-Punkte), allerdings ausgehend von einem enorm hohen Niveau. „Die Stimmung in den allermeisten Brachen ist ausgesprochen gut. Das zeigt sich unter anderem auch darin das 17 Prozent der Betriebe den Beschäftigtenstand im 1. Quartal zu erhöhen. Dem gegenüber stehen neun Prozent die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraussichtlich verringern. Die meisten davon aber nicht, weil es zu wenige Aufträge gibt, sondern – im Gegenteil – weil sie zu viele Aufträge haben und einen Gang zurückschalten wollen“, so Jirka.

Obwohl die Gesamtwirtschaft zuletzt deutlich an Dynamik verloren hat, sieht der Spartenobmann gerade das Gewerbe und Handwerk für die Zukunft gut aufgestellt – nicht zuletzt aufgrund des neuen Regierungsprogramms. „Wenn es darum geht die festgeschriebenen Punkte, vor allem im Zusammenhang mit dem Klimaschutz, umzusetzen, dann sind die Gewerbe- und Handwerksbetriebe geradezu prädestiniert dafür. Denn das notwendige Know-how dafür ist längst vorhanden“, so der Spartenobmann.

Großes Entwicklungspotenzial

Der Holzbau steht stellvertretend für viele Branchen, die durch einen verstärken Fokus auf klimaschützende Maßnahmen großes Potenzial haben. „Der Holzbau hat in den vergangenen 30 Jahren eine enorme Entwicklung vollzogen. Während die Holzbauer früher klassischerweise für den Dachstuhl, Balkone und andere Anbauten zuständig waren, werden heute ganze Hochhäuser in Holzbauweise errichtet. Mittlerweile beträgt der Anteil des Holzbauvolumens am gesamten Hochbauvolumen in Tirol rund 30 Prozent“, weiß Simon Kathrein, Landesinnungsmeister des Tiroler Holzbaugewerbes. Gerade in den Bereichen großvolumiges Bauten und öffentliche Bauten gibt es aber noch viel Luft nach oben – das soll sich mit dem neuen Regierungsprogramm ändern, das unter anderem eine Vorbildwirkung der öffentlichen Hand in Sachen Holzbau einfordert.

„Holz ist als nachwachsendes Naturprodukt der nachhaltigste Baustoff überhaupt und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. In einem Kubikmeter Holz wird rund eine Tonne CO2 gespeichert. Deshalb ist es sinnvoll so viel wie möglich Holz in langlebige Bauwerke zu stecken, um dem Stoffkreislauf möglichst viel CO2 zu entziehen“, so Innungsmeister Kathrein, der ergänzt: „Man kann also mit Fug und Recht sagen, Holz kann Klimaschutz. Wenn es darum geht, das Ziel der Regierung, nämlich Gebäude nachhaltig und energiesparende zu heizen, zu kühlen, zu bauen und zu sanieren, dann müssen alle Brachen an einem Strang ziehen – vom Elektriker bis zum Installateur, vom Baumeister bis zum Glaser.“

Zusätzliche Impulse

Doch nicht nur im Zusammenhang mit dem Klimaschutz erwartet sich das Tiroler Gewerbe und Handwerk positive Impuls von der neuen Bundesregierung. „Es gibt beispielsweise erfreuliche Signale für eine weitere Stärkung der dualen Ausbildung. Und auch die Meisterausbildung soll aufgewertet werden – unter anderem dadurch, dass die Meisterinnen und Meister einen offiziellen Titel mit dem Kürzel ,Mst.’ bekommen”, so Spartenobmann Franz Jirka abschließend.

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