Wirtschaft ist Bewegung: Der Neujahrsempfang Kufstein

Verkehr und Mobilität sind die Grundlage für eine positive wirtschaftliche Entwicklung der Region, sind sich WK-Präsident Christoph Walser und Bezirksobmann Martin Hirner beim Neujahrsempfang in Kufstein einig.

Die Wirtschaft ist ständig in Bewegung: Neue Technologien, neue Kundenwünsche, neue Konkurrenz – unsere heimischen Betriebe sind laufend gefordert, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Dass sie das in der Vergangenheit ausgezeichnet bewältigt haben, zeigt sich daran, dass Tirol innerhalb der 30 stärksten von 281 EU-Regionen liegt. „Dieser Spitzenplatz ist keine Erbpacht und muss alljährlich neu verdient werden“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Dafür benötigt es einerseits agile Betriebe und Mitarbeiter, andererseits ist auch von der Politik Bewegung gefragt. „Die politischen Rahmenbedingungen bilden die Leitplanken für die zukünftige Entwicklung“, so Walser, „sie müssen ebenfalls mit der Zeit gehen.“ Der WK-Präsident fordert weniger Problem- und mehr Lösungsdenken: In vielen Bereichen wird derzeit versucht, mit einzelnen Ge- und Verboten lenkend einzugreifen. „Doch das bremst eher als es lenkt – wir brauchen mutige Reformen, welche die Steuerlast senken, die Bürokratie schlanker machen und Anreize für Investitionen setzen“, betont Walser. Auch die heißen Themen wie Wohnen und Verkehr verlangen nach innovativen Ansätzen, damit Tirol für die Herausforderungen des neuen Jahrzehnts gerüstet ist.

Verkehr und Mobilität

Verkehr und Mobilität sind die Grundlage für eine positive wirtschaftliche Entwicklung der Region. Die Herausforderungen im Bezirk Kufstein sind vielschichtig, wobei im vergangenen Jahr ein wichtiger Teilerfolg erzielt werden konnte. „Es war kein einfacher Weg, aber schlussendlich wurde mit 15. Dezember 2019 die Mautbefreiung durchgesetzt. Das Verkehrsproblem in und rund um Kufstein ist damit nicht mit einem Schlag gelöst, aber es ist eine wichtige Maßnahme, um die Belastung zu reduzieren. Die anhaltenden Grenzkontrollen sind uns jedoch weiterhin ein Dorn im Auge,“ erklärt Bezirksobmann Martin Hirner.

Den Bezirk Kufstein beschäftigen allerdings noch weitere verkehrstechnische Angelegenheiten, die mithilfe des Mobilitätsforums nun in Angriff genommen werden. Ziel dieses Forums, dessen organisatorische Arbeit das Regionalmanagement übernimmt, ist es, betriebliches Mobilitätsmanagement in Unternehmen einzuführen. „Damit wird versucht, die Rahmenbedingungen für Mitarbeiter so zu verbessern, dass sie eher bereit sind, auf das private Auto zu verzichten und auf öffentliche Alternativen oder das Rad zurückgreifen“, so Hirner. Von jedem der vorerst zehn teilnehmenden Betriebe wurde ein Mobilitätsbeauftragter ernannt, der an gemeinsamen Workshops teilnahm und nun für die Umsetzung im Betrieb verantwortlich ist. Zudem konnten sich die Unternehmen untereinander vernetzen und so ist in einigen Firmen das Mobilitätsmanagement bereits gut in den Betrieb integriert.

Erweiterung des Mobilitätsforums

Im Jahr 2020 sollen neue Betriebe ins Forum aufgenommen werden und eine mittel- und langfristige Ausweitung auf andere Bezirke ist ebenso angedacht. „Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs beispielsweise eine Busverbindung vom Kufsteiner Krankenhaus zum Bahnhof Kufstein muss optimiert werden, da die derzeitige Lage nicht zufriedenstellend ist. Die Betriebe appellieren hier an die Politik und treten gemeinsam mit starker Stimme auf“, betont der Bezirksobmann.

Auch innerhalb des WK-Großprojektes „Wirtschaft in Bewegung“, das den Verteilerverkehr in Tirol effizienter gestalten will, spielt der Bezirk Kufstein eine wichtige Rolle. Eines der zentralen Pilotprojekte findet in Wörgl statt, wo innovative Lösungen für die Citylogistik erarbeitet werden.

Coding & Makers Club Kufstein

Die Digitalisierung hält Einzug in immer mehr Lebensbereiche und ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Entsprechende Kenntnisse im Bereich Programmierung gehören vielfach zu erforderlichem Basis-Know-how. Ein Grundverständnis für alle Themen der Digitalisierung ist deshalb wichtig, weil in Zukunft immer mehr Lebensbereiche und so gut wie alle Berufsbilder davon betroffen sein werden. Was also tun, damit Kinder die Technik nicht nur nutzen, sondern verstehen?

Es ist die Idee entstanden, ein IT-Kompetenznetzwerk im Bezirk Kufstein zu schaffen, das die Innovationsfähigkeit erhöhen und die Zahl der IT-Fachkräfte langfristig steigern soll. „Dazu haben wir im Vorfeld eine Projektevaluierung im Bezirk durchgeführt. Neben der Begutachtung geeigneter Räumlichkeiten und Förderungen wurde auch eine Befragung mit über 400 Teilnehmern organisiert. Die Resonanz war durchwegs positiv – über 150 Eltern würden den Coding & Makers Club für ihre Kinder nutzen und mehr als 120 Erwachsene zeigten Interesse für ihre eigene Weiterbildung“, erläutert Hirner und führt weiter aus: „Es soll ein Raum zum Experimentieren mit technischen Geräten wie zum Beispiel 3D-Drucker oder Laser Cutter entstehen, wodurch die Bedeutung des IT-Bereichs gefördert wird.“

Umsetzung Herbst 2020

Die Umsetzung soll voraussichtlich mit Schulbeginn im Herbst 2020 über die Bühne gehen. Denn in Zusammenarbeit mit den Schulen kann dieses Projekt als Ergänzung zum Unterricht funktionieren. Dabei werden erste Erkenntnisse zum Programmieren und der Umgang mit digitalen Medien vermittelt. Doch auch für technisch-affine Privatpersonen steht einer Kompetenzförderung oder Community-Bildung nichts im Weg.

Außerdem wird derzeit an der Weiterentwicklung der Innovationsplattform Kufstein kurz i.ku gearbeitet. „Die Plattform soll im Frühjahr eigenständig und für weitere Partner aus der Wirtschaft geöffnet werden“, berichtet Hirner.

Bild oben: Stoßen beim Neujahrsempfang auf ein erfolgreiches 2020 an: WK-Direktorin Evelyn Geiger-Anker, WK-Präsident Christoph Walser, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, Bezirksobmann Martin Hirner und Bezirksstellenleiter Peter Wachter (v.l.).

Eindrücke des Neujahrsempfangs Kufstein:

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