Neujahrsempfang Schwaz: Familienbetriebe im Fokus

Es ist Zeit, mutig Reformen anzupacken und unseren Standort für das neue Jahrzehnt zukunftsfit zu machen. Für Bezirksobfrau Martina Entner ist im Jahr 2020 das Thema Familienbetriebe vorrangig, betonte sie beim Neujahrsempfang.

Die Wirtschaft ist ständig in Bewegung: Neue Technologien, neue Kundenwünsche, neue Konkurrenz – unsere heimischen Betriebe sind laufend gefordert, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Dass sie das in der Vergangenheit ausgezeichnet bewältigt haben, zeigt sich daran, dass Tirol innerhalb der 30 stärksten von 281 EU-Regionen liegt. „Dieser Spitzenplatz ist keine Erbpacht und muss alljährlich neu verdient werden“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Dafür braucht es einerseits agile Betriebe und Mitarbeiter, andererseits ist auch von der Politik Bewegung gefragt. „Die politischen Rahmenbedingungen bilden die Leitplanken für die zukünftige Entwicklung“, so Walser, „sie müssen ebenfalls mit der Zeit gehen.“ Der WK-Präsident fordert weniger Problem- und mehr Lösungsdenken: In vielen Bereichen wird derzeit versucht, mit einzelnen Ge- und Verboten lenkend einzugreifen. „Doch das bremst eher als es lenkt – wir brauchen mutige Reformen, welche die Steuerlast senken, die Bürokratie schlanker machen und Anreize für Investitionen setzen“, betont Walser. Auch die heißen Themen wie Wohnen und Verkehr verlangen nach innovativen Ansätzen, damit Tirol für die Herausforderungen des neuen Jahrzehnts gerüstet ist.

Familienbetriebe als treibende Kraft

Die WK-Bezirksstelle Schwaz setzt auf die Stärkung der regionalen Familienbetriebe, damit Erfolgsgeschichten auch künftig weitergeschrieben werden. „Die größte treibende Kraft der heimischen Wirtschaft sind unsere Familienbetriebe. Sie praktizieren bereits seit Jahrzehnten Nachhaltigkeit – als Auftraggeber für Zulieferer, als verlässliche Arbeitgeber und als Leitbetriebe für ganze Regionen“, weiß Bezirksobfrau Martina Entner.

Im Bezirk Schwaz gibt es etwas mehr als 2.000 Familienbetriebe. Sie beschäftigen fast 16.000 Mitarbeiter und sind ein enormer Wirtschaftsfaktor – mit 2 Milliarden Euro erwirtschaften sie rund die Hälfte des Jahresumsatzes aller Unternehmen im Bezirk. Weil Familienunternehmen derart herausragende Leistungen für den Bezirk bringen, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen. Dazu gehören besonders die folgenden drei Punkte.

  • Übergaben

Gelungene Betriebsübergaben zeichnen sich dadurch aus, dass die Übernehmer wirklich ihre eigenen Ideen umsetzen und neue Wege gehen können. Der Job der Politik ist es, Übernehmern diesen Weg zu ebnen und damit Betriebsübergaben sicherzustellen. Immerhin übergeben in den kommenden Jahren fast 6.000 Betriebe mit rund 50.000 Beschäftigten in Tirol bzw. fast 900 Betriebe mit rund 5.000 Beschäftigten im Bezirk Schwaz.

Die Wirtschaftskammer Schwaz bereitet 2020 die Übergeber und Übernehmer mit speziellen Angeboten, Workshops, Übergabesprechtagen, Beratungsförderungen und der Unterstützung von Experten auf diese Herausforderung vor. Am 21. Jänner 2020 wird außerdem erstmals ein Betriebsanlagensprechtag in der Bezirkshauptmannschaft Schwaz für alle Gewerbetreibende, besonders aber für Betriebsübergaben stattfinden. Anschließend wird er im heurigen Jahr monatlich angeboten. „Familienbetriebe schaffen es, das unternehmerische Feuer von Generation zu Generation weiterzugeben, sonst würde es sie schon längst nicht mehr geben. Darauf sind wir stolz“, freut sich die Obfrau.

  • Betriebserweiterungen

Die Ideen neuer Generationen brauchen Platz. „Die Tiroler Politik muss deshalb gemeinsam mit den Gemeinden die passenden Rahmenbedingungen für Erweiterungsflächen bereitstellen. Wir werden hier bei den Bürgermeistern noch mehr Problembewusstsein schaffen“, kündigt Entner an.

  • Innovation

Familienbetriebe sind höchst innovativ. Ansonsten würde es ihnen nicht gelingen, teilweise geradezu revolutionäre Umwälzungen – wie Globalisierung, Digitalisierung oder Arbeitskräftemangel – zu bewältigen und über Jahrzehnte, teils Jahrhunderte zu bestehen. „Familienbetriebe sind findig, pfiffig und erfinderisch. Sie gehen mit der Zeit. Mit speziellen Workshops und „Best-practice-Beispielen“ wollen wir den Betrieben zusätzlich bei neuen Ausrichtungen, Techniken, Produkten und Dienstleistungen Hilfe anbieten“, betont Bezirksobfrau Entner.

Bild oben: Landeshauptmann Günther Platter, Bezirksobfrau Martina Entner, WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz, WK-Vizepräsident Franz Hörl, WK-Präsident Christoph Walser (v.l.).

Eindrücke des Neujahrsempfangs Schwaz:

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!