Aktuelle Themen beim Neujahrsempfang Innsbruck Land

„Die Übergangsregierung hat brav verwaltet. Nun ist es Zeit, mutig Reformen anzupacken und den Standort zukunftsfit zu machen“, sind sich WK-Präsident Christoph Walser und Bezirksobmann Patrick Weber beim Neujahrsempfang einig.

Die Wirtschaft ist ständig in Bewegung: Neue Technologien, neue Kundenwünsche, neue Konkurrenz – unsere heimischen Betriebe sind laufend gefordert, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Dass sie das in der Vergangenheit ausgezeichnet bewältigt haben, zeigt sich daran, dass Tirol innerhalb der 30 stärksten von 281 EU-Regionen liegt. „Dieser Spitzenplatz ist keine Erbpacht und muss alljährlich neu verdient werden“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Dafür braucht es einerseits agile Betriebe und Mitarbeiter, andererseits ist auch von der Politik Bewegung gefragt. „Die politischen Rahmenbedingungen bilden die Leitplanken für die zukünftige Entwicklung“, so Walser, „sie müssen ebenfalls mit der Zeit gehen.“ Der WK-Präsident fordert weniger Problem- und mehr Lösungsdenken: In vielen Bereichen wird derzeit versucht, mit einzelnen Ge- und Verboten lenkend einzugreifen. „Doch das bremst eher als es lenkt – wir brauchen mutige Reformen, welche die Steuerlast senken, die Bürokratie schlanker machen und Anreize für Investitionen setzen“, betont Walser. Auch die heißen Themen wie Wohnen und Verkehr verlangen nach innovativen Ansätzen, damit Tirol für die Herausforderungen des neuen Jahrzehnts gerüstet ist.

Projekte und langfristige Vorhaben der Bezirksstelle

Die Bezirksstelle Innsbruck-Land setzt jedes Jahr in einer bestimmten Region einen Schwerpunkt. „2019 konzentrierten wir uns auf das Gebiet Zirl, Inzing, Kematen und Umgebung. Gemeinsam mit dem Verein „sal.z.i“ veranstalteten wir beispielsweise das Event ,Hallo Drehmoment‘“, berichtet Bezirksobmann Patrick Weber und führt weiter aus: „Im Zuge dessen fand in Zirl ein Wirtschaftsforum mit einem Vortrag von Johann Stötter zum Thema ,Klimakrise‘ statt. Am darauffolgenden Tag duellierten sich 300 Schüler am Gelände der Firma Hollu bei einer Challenge an einzelnen Stationen der lokalen Unternehmen. Und beim anschließenden ,Open-Day‘ nahmen über 40 regionale Betriebe teil.“ Alles in allem war es eine sehr erfolgreiche Veranstaltung, um Alleinstellungsmerkmale, welche jede Region besitzt, hervorzuheben.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Bezirksstelle ist eine aktive und nachhaltige Standortpolitik. Solche Maßnahmen dienen deshalb nicht nur der Umsatzsteigerung, sondern wirken auch dem Fachkräftemangel entgegen und verbessern die Infrastruktur. Durch die Vernetzung der Unternehmer können Synergien besser genutzt werden und alle gegenseitig vom Know-how des Nachbarn profitieren.

„Natürlich gibt es auch 2020 wieder eine Schwerpunktregion, in diesem Jahr widmen wir uns dem Stubaital. Wir sind gerade dabei, die Stärken der Region zu erarbeiten, damit wir möglichst bald voll durchstarten können. Wir arbeiten hier mit dem Stubaier Talmanager Roland Zankl sehr gut zusammen. In einem ersten Schritt wird eine Arbeitsgruppe ,Wirtschaft‘ gegründet, um auch hier eine Veranstaltung zu etablieren, bei welcher Betriebe sich selbst und ihre Lehrberufe präsentieren und untereinander vernetzen können“, erklärt Weber.

Doch auch das Thema Umweltschutz geht nicht spurlos an den Betrieben im Bezirk vorüber. Sie investieren bereits in die nachhaltige Entwicklung von vorhandenen Ressourcen, schonende Maschinen und Gebäude. Es wird kaum ein neues Betriebsgebäude ohne Photovoltaikanlage errichtet. Das Bewusstsein und die Bereitschaft unserer Unternehmer für den Umweltschutz sind da. Hier ist die Politik gefragt, denn mit dem richtigen Anreizsystem kann man diese Bereitschaft nutzen, um im Klimaschutz einen wichtigen Schritt nach vorne zu kommen.

Zahlreiche Herausforderungen stehen an

Innsbruck-Land ist ein Bezirk mit starkem Zuzug und Wachstum. In den vergangenen zehn Jahren ist die Bevölkerung im Bezirk um rund 10.000 Bewohner gewachsen. Daher wird auch die Verkehrsentwicklung immer mehr zur Herausforderung für die Wirtschaft und die Bevölkerung. Vor allem in den Ballungsräumen ist der Verkehr größtenteils hausgemacht. Der Bezirksobmann wünscht sich deshalb einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie eine Vergünstigung des Angebots: „Speziell in und rund um Innsbruck muss der Nahverkehr besser vernetzt werden. Man muss den gesamten Bereich von Wattens bis Telfs als einen Großraum für den Personennahverkehr betrachten. Besonders in Hinsicht auf den Klimaschutz sollten künftig unnötige Umwege vermieden werden.“

Ein weiteres Problem in den 65 Gemeinden des Bezirks sind leerstehende Geschäfte, Läden und Wirtschaftsgebäude. Dabei wünschen sich sowohl Bürger als auch Vertreter auf Gemeindeebene einen belebten, lebendigen Ortskern. Doch die Ortskernrevitalisierung kann nur unter Einbeziehung der Regionalpolitik, der Eigentümer und der Wirtschaft vor Ort funktionieren. Hier braucht es für jeden Ort individuelle Ansätze und daher versuchen wir als Bezirksstelle, den Einzelfällen entsprechende Konzepte zu finden. Ich würde mir wünschen, dass wir in ein paar Jahren einige Beispiele präsentieren können“, so Weber.

Bild oben: Gemeinsam beim Neujahrsempfang Innsbruck Land: Bezirksstellenleiter Stefan Wanner, WK-Direktorin Evelyn Geiger-Anker, WK-Präsident Christoph Walser, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Bezirksobmann Patrick Weber (v.l.).

Impressionen des Neujahrsempfangs Innsbruck Land:

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