Kitzbühel lud zum traditionellen Neujahrsempfang

Für WK-Präsident Christoph Walser ist es an der Zeit, mutig Reformen anzupacken. Die Problematik der fehlenden Arbeitskräfte und die Entlastung der Betriebe sind dabei für Bezirksobmann Klaus Lackner im Jahr 2020 vorrangig.

Die Wirtschaft ist ständig in Bewegung: Neue Technologien, neue Kundenwünsche, neue Konkurrenz – unsere heimischen Betriebe sind laufend gefordert, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Dass sie das in der Vergangenheit ausgezeichnet bewältigt haben, zeigt sich daran, dass Tirol innerhalb der 30 stärksten von 281 EU-Regionen liegt. „Dieser Spitzenplatz ist keine Erbpacht und muss alljährlich neu verdient werden“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Dafür braucht es einerseits agile Betriebe und Mitarbeiter, andererseits ist auch von der Politik Bewegung gefragt. „Die politischen Rahmenbedingungen bilden die Leitplanken für die zukünftige Entwicklung“, so Walser, „sie müssen ebenfalls mit der Zeit gehen.“ Der WK-Präsident fordert weniger Problem- und mehr Lösungsdenken: In vielen Bereichen wird derzeit versucht, mit einzelnen Ge- und Verboten lenkend einzugreifen. „Doch das bremst eher als es lenkt – wir brauchen mutige Reformen, welche die Steuerlast senken, die Bürokratie schlanker machen und Anreize für Investitionen setzen“, betont Walser. Auch die heißen Themen wie Wohnen und Verkehr verlangen nach innovativen Ansätzen, damit Tirol für die Herausforderungen des neuen Jahrzehnts gerüstet ist.

Problematik der fehlenden Arbeitskräfte

Die Wirtschaft im Bezirk läuft trotz abgeschwächter Konjunktur in Deutschland noch sehr gut und auch die Auftragsbücher für das nächste Jahr sind gefüllt. Doch quer über alle Branchen hinweg dominiert das Thema des Fachkräftemangels. Passende Angestellte zu finden, gleicht immer mehr der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Vor allem im Tourismus kämpft der Bezirk Kitzbühel mit fehlenden Saisonkontingenten. „Qualifizierte Mitarbeiter sind rar und gerade für die Wintersaison gab und gibt es viel zu wenig Arbeitskräfte. Deshalb haben wir massiv interveniert, dass wir zu den nur 36 genehmigten Saisoniers für den laufenden Winter noch eine Erhöhung bekommen, aber dieses Problem wird in Wien ignoriert. Weit über 50 Anträge des AMS mussten wir ablehnen und die Betriebe wissen weiterhin teilweise nicht, wie sie über die Runden kommen sollen“, klagt Bezirksobmann Klaus Lackner und fordert: „Die Betriebe kümmern sich enorm um Lehrlinge und auch die Wirtschaftskammer trägt viel dazu bei, um das Image der Lehre zu heben, aber ohne geregelten Zuzug von Fachkräften, wird dieses Problem in Zukunft nicht zu stemmen sein. Es braucht eine verbesserte Regelung, damit die dringend benötigten Fachkräfte ins Land kommen können. Die Erlassung diesbezüglicher Verordnungen sollten außerdem auf Landesebene stattfinden, damit der tatsächliche Bedarf berücksichtigt werden kann.“

Wirtschaftsimpulse für unseren Standort

Laut einer Studie der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) liegt Österreich bei dem Thema Innovation nur im Mittelfeld. Spitzenreiter ist nach wie vor die Schweiz, Schweden verbesserte sich von Platz 3 auf 2, die USA schaffte diesmal den Sprung aufs Stockerl. Deutschland ist unverändert auf dem 9. Rang. Dieses Ergebnis zeigt klar, dass es nicht nur in Österreich, sondern auch bei uns im Bezirk zusätzlicher Anstrengungen bedarf, um im Bereich Innovation und Digitalisierung weiter nach vorn zu kommen. „Aus diesem Grund hat die WK-Bezirksstelle in Zusammenarbeit mit dem Leader-Regionalmanagement regio3 ein Innovationsnetzwerk gegründet, um heimische Unternehmen und Innovationsträger zu vernetzen und die Themen Innovation und Digitalisierung im Bezirk voranzutreiben“, erklärt der Bezirksobmann. Bereits seit November ist Andreas Holaus als Innovationsmanager angestellt. Er ist bereits fleißig dabei, die relevanten Problemstellungen für die Wirtschaft in diesen Bereichen zu sammeln. „Der Manager soll nicht nur Ansprechpartner sein, sondern auch Fördermöglichkeiten aufzeigen, Ressourcen heben und Lösungen anbieten. Ab dem Frühjahr werden wir mit Veranstaltungen und Workshops konkret starten“, so Lackner.

Weichenstellung für Umfahrung

Die Verkehrssituation im Bezirk hat sich durch verschiedene Maßnahmen wie der Brückenbau in Reith und in Fieberbrunn sowie die neuen Ampelregelungen in St. Johann maßgeblich verbessert. „Dafür ist dem Land Tirol und dem Baubezirksamt Kufstein zu danken. Jedoch fehlen bei der Umfahrung in Kitzbühel nach wie vor die entscheidenden Schritte für eine möglichst baldige Umsetzung“, weiß Lackner. Gerade diese Engstelle und die Staus sowohl in der Wintersaison als auch im Sommer stellen ein großes Problem für die Einheimischen und die Wirtschaft dar. Für Lieferungen von Oberndorf nach Jochberg werden mehrere Stunden benötigt. „Es braucht hier möglichst bald entscheidende Weichenstellungen sowie die Vereinbarungen mit den Grundeigentümern, damit im Jahr 2021 der Spatenstich für den Bau der Umfahrung Kitzbühel durchgeführt werden kann.“

Verbesserung der Lage

„Wir fordern von unserer neuen Bundesregierung, dass sie einige wirtschaftsrelevante Themen dringend angeht. So ist eine Entlastung der Betriebe durch eine Steuerreform schon lange ausständig“, erklärt der Bezirksobmann und führt weiter aus: „Außerdem muss im Bereich Bürokratieabbau endlich etwas weitergehen. Unsere Betriebe werden nach wie vor durch massive Auflagen und Beschränkungen behindert.“ Zu nennen sind hier die überbordenden Regelungen im Bereich der Betriebsanlagegenehmigungen, die zu großen Problemen bei möglichen Betriebsnachfolgen führen. Besonders im Tourismus ist dieses Thema brisant. Das Wirtshaussterben greift im Bezirk um sich, wobei fehlendes Personal und überzogene Auflagen bei der Betriebsanlagegenehmigung Hauptursache dafür sind. „Es braucht diesbezüglich keine salbungsvollen Worte, sondern wirkliche Änderungen bei den gesetzlichen Voraussetzungen“, appelliert Klaus Lackner.

Bild oben: Bezirksstellenleiter Balthasar Exenberger, Bezirksobmann Klaus Lackner, WK-Direktorin Evelyn Geiger-Anker, WK-Präsident Christoph Walser, WK-Vizepräsident Manfred Pletzer, Bezirkshauptmann Kitzbühel Berger Michael, Bürgermeister Kitzbühel Klaus Winkler (v.l.).

Impressionen – Neujahrsempfang Kitzbühel:

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