Neujahrsempfang Innsbruck: Neues Jahrzehnt, neue Chancen

Auch heuer machte der Bezirk Innsbruck den Auftakt und startete mit dem traditionellen Neujahrsempfang ins neue Jahr. Bezirksobmann Karl Ischia und Präsident Christoph Walser berichteten über Herausforderungen und Erfolge.

Die Wirtschaft ist ständig in Bewegung: Neue Technologien, neue Kundenwünsche, neue Konkurrenz – unsere heimischen Betriebe sind laufend gefordert, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Dass sie das in der Vergangenheit ausgezeichnet bewältigt haben, zeigt sich daran, dass Tirol innerhalb der 30 stärksten von 281 EU-Regionen liegt. „Dieser Spitzenplatz ist keine Erbpacht und muss alljährlich neu verdient werden“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Dafür braucht es einerseits agile Betriebe und Mitarbeiter, andererseits ist auch von der Politik Bewegung gefragt. „Die politischen Rahmenbedingungen bilden die Leitplanken für die zukünftige Entwicklung“, so Walser, „sie müssen ebenfalls mit der Zeit gehen.“ Der WK-Präsident fordert weniger Problem- und mehr Lösungsdenken: In vielen Bereichen wird derzeit versucht, mit einzelnen Ge- und Verboten lenkend einzugreifen. „Doch das bremst eher als es lenkt – wir brauchen mutige Reformen, welche die Steuerlast senken, die Bürokratie schlanker machen und Anreize für Investitionen setzen“, betont Walser. Auch die heißen Themen wie Wohnen und Verkehr verlangen nach innovativen Ansätzen, damit Tirol für die Herausforderungen des neuen Jahrzehnts gerüstet ist.

Resümee der Bezirksstelle

Aus Sicht der Wirtschaft ist die derzeitige politische Konstellation der Stadt nicht einfach, weiß Bezirksobmann Karl Ischia. Bei einigen in der nahen Vergangenheit gefassten Beschlüssen konnten sich die wirtschaftsfreundlichen Parteien aufgrund der Mandatsverteilung nicht durchsetzen. Die Aufhebung des Bettelverbotes ist eines dieser Beispiele. „Natürlich muss armen Mitmenschen geholfen werden, aber kriminell organisierte Bettlerbanden haben in Innsbruck nichts verloren. Das war schon 2015 der Grund für die Einführung des Verbotes und das hat sich aus unserer Sicht seither nicht geändert“, so Ischia. Doch leider wurde die Aufhebung mit den Stimmen von Grün, Rot und FI beschlossen. Auch die vor kurzem beschlossene Parkgebührenerhöhung durch die selben Parteien wirkt sich auf die Wirtschaft negativ aus. Einerseits gibt es immer weniger Parkplätze für potenzielle Kunden und andererseits ist 1 Euro pro halbe Stunde einfach zu hoch. Es wird in den nächsten Jahren einen harten Kampf um die Kaufkraft der Bürger geben, wobei der Onlinehandel als Wettbewerber sehr ernst zu nehmen ist. Daher braucht es attraktive Angebote, um die Menschen zum Einkaufen in die Stadt einzuladen.

Zudem muss Innsbruck als Marke wieder stärker in den Fokus rücken. Es gibt viele Projekte rund um Innsbrucks Markenkern „Alpin-urban-leben“, die umgesetzt wurden oder werden beispielsweise die Lange Einkaufsnacht oder die neue INNS’zenierung des Bergsilvesters. Der Inn, die Brücke, die Berge – das sind Alleinstellungsmerkmale von Innsbruck. Trotz mancher Kritik muss der Inn daher weiterhin in das Silvesterevent eingebunden werden. Aber ohne ausreichende Ressourcen sind solche Vorhaben nicht zu stemmen. „Als Aufsichtsratsvorsitzender weiß ich, dass das Innsbruck Marketing mehr Unterstützung braucht. Das kommt in weiterer Folge der ganzen Stadt zugute, denn die Stärkung der einzelnen Stadtteile ist ein großes Anliegen“. 2020 wird endlich der neue Anpruggenweg starten, der die Geschichte des ältesten Stadtteiles erzählt und die lokale Wirtschaft einbindet. Auch in Pradl findet ein Bürgerbeteiligungsprozess zur Neugestaltung statt, bei dem die Wirtschaft gehört werden muss.

Gemeinsam Komprisse finden

Der geplante zentrale Busparkplatz beim MCI muss endlich fixiert werden. Natürlich wäre eine Tiefgarage als langfristige Variante besser. Aber wichtig ist, dass es eine zentrale Lösung gibt. Der Bustourismus ist für Innsbruck bedeutend und darum hätte eine „Kiss and Ride Maßnahme“ negative Auswirkungen für die Stadt. Doch natürlich geht auch das Klimathema an den Wirtschaftstreibenden nicht spurlos vorüber und es gibt bereits einige, die in diesem Bereich sehr viel investieren. „Wir als Bezirksstelle wollen als Bindeglied zwischen den politischen Entscheidungsträgern und den Behörden tätig sein. Es gibt zwar teilweise unterschiedliche Interessen, aber wir möchten weiterhin Kompromisse finden, mit denen alle Seiten leben können“, fasst der Obmann zusammen.

Bild oben: Prost – aufs neue Jahr: Bezirksstellenleiter Stefan Wanner, WK-Direktorin Evelyn Geiger-Anker, WK-Präsident Christoph Walser, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Bezirksobmann Karl Ischia (v.l.).

Impressionen des Neujahrsempfangs Innsbruck:

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