Gebrüder Armbruster: Kostbar geschliffene Emotionen

Sie sind zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Der eine ist ein beredeter Geschäftsmann und passionierter Gemmologe, der andere ein kreativer Handwerker. Jürgen und Stefan Armbruster. Gemeinsam führen sie die „Gebrüder Armbruster – Juwelier und Goldschmied“ im Tiroler Schmuckkastl in Seefeld.

Jürgen und Stefan Armbruster haben vor der Betriebsübernahme 2011 lange überlegt, wie man „zwei Brüder, zwei Berufe und Tradition“ in einem Namen vereinen kann. Was sich im Nachhinein als ganz selbstverständlich erweist, war ihre Erkenntnis: „Wir sind die Gebrüder Armbruster, Juwelier und Goldschmied.“ Jürgen und Stefan Armbruster führen ihr Geschäft in vierter Generation. Die Urgroßmutter hatte bereits im ehemaligen Schlesien ein Schmuckgeschäft. Die Großmutter ist später kriegsbedingt von dort geflüchtet und über mehrere Umwege in Seefeld gelandet. Dort hat sie das Tiroler Schmuckkastl eröffnet. „Die Großmutter war eine sehr starke Frau mit einer großen Persönlichkeit. Sie war eigentlich die treibende Kraft hinter diesem Geschäft“, erzählt Jürgen Armbruster schmunzelnd. Die Eltern haben 1978 das Geschäft offiziell übernommen und vergrößert, ausgebaut und mit internationalen Marken auf starke Beine gestellt. „Durch Einzelanfertigungen in unserer Werkstatt sowie renommierten Marken im Uhren- und Schmuckbereich, die wir hier im Geschäft führen, versuchen wir die heimischen als auch die internationalen Kunden zufriedenzustellen. Wir haben das Glück, unser Geschäft in einem der Top-Tourismusgebiete in Tirol zu haben.“

In einem Familienbetrieb ist es meist gewünscht, dass die eigenen Kinder das Unternehmen weiterführen. „Unsere Eltern haben das sehr geschickt eingefädelt und uns dort hingeführt“, erzählt Jürgen Armbruster mit einem Lachen. Diese haben sehr schnell die unterschiedlichen Talente der Söhne erkannt: „Mein Bruder Stefan ist der Handwerker und der kreative Part bei uns im Haus. Mit seinen Unikats-Anfertigungen macht er ganz besondere Schmuckstücke. Am wohlsten fühlt er sich im Hintergrund in seiner Werkstatt. Ich bin das Gegenteil. Ich verkaufe und berate sehr gerne, ich freue mich, wenn die Damen etwas Schönes für sich finden. In meinen Bereich fällt auch die Gemmologie, sprich die Edelsteinkunde. Das ergibt eine tolle Synergie. Wir leben funktionierendes Teamwork, aber in zwei verschiedenen Bereichen.“

Wie zu Großmutters Zeiten

„Unser Unique Selling Point ist wirklich unser Haus, das Tiroler Schmuckkastl. Es ist wohl das meist fotografierte Haus in Seefeld, einfach ein romantischer Platz, der uns von anderen Juwelieren deutlich abhebt“, erklärt Jürgen Armbruster. Auch das Ambiente im Geschäft ist seit Großmutters Zeiten im Stil gleich geblieben, wurde im vergangenen Jahr umgebaut und zeitgemäß adaptiert. „Das lieben unsere Kunden. Bei uns steht der Mensch im Fokus. Menschliche Nähe und Wertschätzung versuchen wir zu leben und arbeiten jeden Tag daran.“

Stefan hat seine Goldschmied-Lehre in Innsbruck absolviert. Danach hat er etliche Jahre in großen Werkstätten in Wien gearbeitet, dort sein Profil geschärft und sein Wissen erweitert. Jürgen ist gelernter Kaufmann. Mit zwei Mitarbeiterinnen führen die Brüder Armbruster ein kleines schlagkräftiges Team. „Oft glaubt man, der Beruf des Verkäufers sei sehr einfach. Aber das stimmt absolut nicht. Denn die Wünsche und Vorstellungen der Kunden muss man über Jahre herausfinden. Das Fachwissen ist riesig. Wir besuchen sehr viele internationale Messen und sind bemüht, uns immer weiterzubilden, zu informieren und am Laufenden zu bleiben – so erweitern wir unseren Horizont und unseren Spirit“, erzählt Jürgen Armbruster.

Die Romantik-Botschafter

Im Schmuck sehen die Gebrüder Armbruster sehr viele emotionale Verbindungen zusammenlaufen. Dies brachte Stefan auf die Idee, Hochzeitspaare ihrer Eheringe selbst gießen zu lassen. Eine wunderschöne Erinnerung. „Das ist einfach eine menschliche Geschichte. Den Ehering trägt man halt ein Leben lang.” Nachhaltiges Denken, Traditionsbewusstsein und die Wertschätzung dem Handwerk gegenüber mache sich auch bei der jungen Generation wieder bemerkbar: „Das Schöne am Juwelierberuf ist, wir sind quasi der Arzt der Familie. Den wechselt man normalerweise auch nicht“, so die Gebrüder erfreut. „Beginnend bei der Taufkette, dem Erstkommunions- und Firm-Geschenk geht es im Erwachsenenalter über zu den Verlobungs- und Eheringen. Als Juweliere begleiten wir die Menschen oft ein Leben lang.“

Schmuck-Stars

Im Mai fand in Wien die erste Schmuckstars-Gala Österreichs statt. Die Gebrüder Armbruster haben in der Kategorie „Schmuckstück des Jahres“ den zweiten Platz erreicht: „Wir haben unser aufwendigstes Schmuckstück präsentiert. Von der Idee bis zur Vollendung hat es eineinhalb Jahre gedauert. Die erstaunliche Kreation von Stefan ist eine prächtige Nachbildung eines Stiefmütterchens aus Gold, Diamanten, Amethysten, Citrinen und einem Peridot, die sich durch einen Mechanismus um 180 drehen lässt. So wird der Blick auf die darunterliegende Uhr frei“, freut sich Stefan Armbruster. „Die Auszeichnung erfüllt uns mit Stolz und Freude. Österreich ist zwar ein relativ kleines Land, aber die Goldschmiedearbeit ist hier sehr international und hat einen sehr hohen Stellenwert.“
Trotz Internethandel und Digitalisierung wollen die Gebrüder Armbruster künftig ihre Linie weiterverfolgen. „Ich bin überzeugt, dass speziell in unserer Branche der Kunde den Weg ins Geschäft sucht. Vertrauen und Handwerk wird von uns gelebt und wir hoffen, dass auch die heranwachsende Generation diese Wichtigkeit versteht.“

» Mehr über das Unternehmen:  Gebrüder Armbruster

Galerie:
Stefan Armbruster in seiner Goldschmiede-Werkstatt.
Eheringe können Paare bei den Gebrüdern Armbruster selber gießen.
Romantisches Ambiente bei den Gebrüder Armbruster - Juwelier und Goldschmied.
Mit diesem Armreif gewannen die Gebrüder Armbruster bei der Schmuckstar-Gala.
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