Start für das Verkehrsforum “Wirtschaft in Bewegung”

Namhafte Verkehrsexperten an einem Tisch: “Wirtschaft in Bewegung” widmet sich Lösungen im hausgemachten Verkehr, im Fokus stehen Verkehrssteuerung, Transporteffizienz und Ökologisierung.

Schlagzeilen über (zu viel) Verkehr dominieren die Berichterstattung. Bislang steht vor allem der Transitverkehr im Mittelpunkt – inklusive der Bemühungen, diesen mit massiven Ver- und Geboten einzuschränken. Das ist in den letzten Jahren allerdings nur in einem bescheidenen Ausmaß gelungen. Vor allem deswegen, weil sich der Transit nur auf europäischer Ebene lösen lässt.

„Bis jetzt wurde Mobilität meist als Stückwerk gedacht. Es gibt zahlreiche Einzelmaßnahmen, meist in Form von Verboten und Beschränkungen. Doch der Verkehr der Zukunft muss als Gesamtes betrachtet werden“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser, der als Spediteur Expertise und eigene Erfahrungen in diesem Bereich mitbringt.

Die Tiroler Wirtschaftskammer möchte einen Beitrag dazu leisten, aus vereinzelten Ansätzen ganzheitliche Lösungen zu machen. Dazu gehören zu allererst ehrliche Fragen: Ist der Transit tatsächlich für sämtliche Verkehrsprobleme in Tirol verantwortlich? Welchen Beitrag leisten wir selbst – als Pendler, Konsumenten und Reisende? Bringt uns das Verbots-Denken weiter oder sollten wir besser Anreize schaffen? Lassen sich Fahrten mit innovativen Lösungen vermeiden?

Hausgemachter Verkehr im Fokus

Die Tiroler Wirtschaftskammer richtet aus diesen Gründen den Blick auf den hausgemachten Verkehr. Hier gibt es genügend Herausforderungen zu bewältigen, die – im Gegensatz zum Transit – auch von Tirol selbst gelöst werden können. Die WK hat daher das Verkehrsforum “Wirtschaft in Bewegung” gestartet, um als Wirtschaft einen Beitrag zum Quell-Ziel-Verkehr innerhalb Tirols leisten zu können. Oberste Leitlinie ist immer die Realisierbarkeit.

Deswegen stehen Lösungsmöglichkeiten im Einflussbereich der Wirtschaft im Zentrum. Es gilt, das Optimum aus der vorhandenen Infrastruktur und den gesetzlichen Rahmenbedingungen herauszuholen und effektivere Verkehrsströme und damit eine Optimierung der Mobilität in Tirol zu erreichen. Im Fokus stehen dabei drei Ansätze: Beratungs-, Leit- und Kooperationsprojekte. Die von der WK im so genannten Verkehrsforum zusammengestellte Expertengruppe bringt breites Fachwissen aus verschiedensten Bereichen ein – von Verkehrsleitsystemen über E-Mobilität bis hin zur Lebensmittellogistik.

Die Ausgangslage ist für alle, die mit offenen Augen durch Tirol gehen (oder auch fahren) leicht erkennbar: Der Verkehr auf unseren Straßen hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen – und zwar nicht nur der Transitverkehr in der Inntalfurche, sondern auch der heimische Personen- und Güterverkehr in den ländlichen Regionen. Täglich werden 80.000 Pakete in Tirol transportiert – diese Zahl wird in Zukunft weiter wachsen und uns vor zusätzliche Herausforderungen stellen.

Besonders in den Ballungsräumen sind die Nutzungskonflikte unübersehbar. Selbst wenn alle mit E-Autos fahren würden, wären die Probleme nicht gelöst. Es gilt, die Logistik hocheffizient zu gestalten, den Verkehr intelligenter zu leiten und das gesamte im Land vorhandene Expertenwissen zu bündeln.

Verkehrsexperten am einem Tisch

Daher versammelt die WK Tirol im Verkehrsforum “Wirtschaft in Bewegung” eine Reihe von Logistik-Profis unter der verkehrsplanerischen Begleitung der anerkannten Verkehrsexperten Professor Markus Mailer und Helmut Köll (siehe Interview). Im ersten Schritt geht es um die Analyse der Ist-Situation. „Es gibt massenweise Daten über den internationalen Transitverkehr, hausgemachte Verkehrsströme sind dagegen nur mangelhaft erfasst“, erklärt WK-Spartengeschäftsführer Josef Ölhafen.

Die WK wird daher diese Datenbasis verbessern, um seriöse Grundlagen zu schaffen. Es sollen Initiativen unterstützt werden, die Vorbildwirkung und damit das Zeug dazu haben, landesweit Nachahmung zu finden.

Plattform und Drehscheibe

Derzeit werden die Projekte ausgearbeitet und zahlreiche Partnergespräche geführt, um Kooperationen zu ermöglichen. Zudem wird der Zeitplan für die einzelnen Projekte festgelegt. Im Jänner werden die Ergebnisse im Detail vorgestellt. Soviel vorab: Die Tiroler Wirtschaftskammer wird sich bei bestehenden Projekten einbringen, ein E-Carrier-Sharing für die Wirtschaft andenken und die Citylogistik für urbane Räume in Tirol neu aufsetzen.

„Mit dieser Vision für den Verteilerverkehr in Tirol legt die Wirtschaftskammer Leitplanken fest, öffnet Türen und vernetzt die wichtigen Partner im Land“, erklärt Christoph Walser. Die WK versteht sich als Plattform und Drehscheibe, um über ganz Tirol verteilte Einzelprojekte auf eine neue Ebene zu heben und innovative Lösungsansätze zu initiieren.

„Wir wollen als Tiroler Wirtschaft unseren Beitrag zu diesem wichtigen Tiroler Thema leisten – mit Innovation, Kooperation und der nötigen Kommunikation“, so Walser, „wir brauchen Verkehr – aber wir müssen ihn neu denken. Und wer könnte das besser als die Wirtschaft selbst?“

 

Verkehr

Die Herausforderungen im heimischen Verteilerverkehr wurden in drei Lösungsfeldern gebündelt. Intelligente Verkehrssteuerung reduziert Staupunkte und Nutzungskonflikte; verbesserte Transporteffizienz verringert den Verkehr und die Kosten; und die Ökologisierung senkt die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

 

„Das wichtigste Schlagwort ist Effizienz“
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