Süße Leckereien aus Tirol

Vanillekipferl und Co: Seit Jahrzehnten versorgt das Familienunternehmen Gaber nicht nur zur Weihnachtszeit ganz Österreich mit Backwaren. Traditionelle Rezepte und regionale Rohstoffe tragen zum Erfolg bei.

Die Adventzeit steht vor der Tür, der Heilige Abend rückt näher und die Lust auf süßes Gebäck steigt. Beim Backwarenbetrieb Gaber in Hall sieht man dieser Zeit des Jahres jedenfalls entspannt entgegen, denn der vorweihnachtliche Stress flaut gerade ab und Normalität kehrt wieder ins Unternehmen ein. „In der Zeit von August bis November läuft bei uns die Produktion auf Hochtouren, dann fahren wir die Mengen langsam wieder zurück, um möglichst wenig Überschuss zu fertigen“, erklärt Geschäftsführer Siegfried Valentin Gaber und führt weiter aus: „Wir haben mittlerweile ein breites Sortiment, doch Klassiker wie Vanillekipferl, Linzeraugen oder Rumkugeln stehen nach wie vor hoch im Kurs, da brauchen wir gar nicht allzu experimentierfreudig sein.“ Besonders beliebt zur Weihnachtszeit sind Gebäck-Mischungen, welche je nach Größe sechs bis acht verschiedene Sorten beinhalten. „Die Teller werden händisch belegt. Dies ist zwar ein großer Aufwand, aber keine Maschine kann die Arbeit so liebevoll verrichten, wie unsere Mitarbeiterinnen.“

1.250 Tonnen Kekse verlassen mittlerweile in verschiedenste Richtungen jährlich den Gaber-Produktionsstandort in Hall, doch ursprünglich wurde das Unternehmen als reiner Handelsbetrieb gegründet. „Vor genau 50 Jahren wagte mein Vater den Schritt in die Selbstständigkeit. Er vertrieb jahrelang Lebensmittel aus Südtirol wie Schüttelbrot oder Vinschgerl und ebenso süße Backwaren. Als jedoch der damalige Erzeuger seine Backwarenproduktion einstellte, wollten wir unsere Kunden nicht im Regen stehen lassen“, erinnert sich Gaber an die Anfänge zurück: „Kurzerhand nahm mein Vater seinerzeit die Herstellung selbst in die Hand und startete den Produktionsbetrieb von Null auf. Eine alte Werkstatt an der Autobahnauffahrt Hall-West wurde nach seinen Ansprüchen umgebaut und mit einem Maschinenpark ausgestattet. Der Produktionsleiter der Ursprungsfirma hat beim Aufbau mitgeholfen, ansonsten haben wir uns unser gesamtes Know-how über die Jahre selbst angeeignet.“ Um den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden, setzt Gaber auf traditionelle Rezepturen sowie moderne Fertigungstechniken.

Gaber geht mit der Zeit

Die Zutaten kommen größtenteils aus der Region: „Wir verarbeiten jährlich ungefähr 200 Tonnen Fruchtfüllungen bzw. Marmeladen, diese beziehen wir von Darbo. Die Butter kommt von Tirol Milch und das verarbeitete Mehl stammt aus österreichischem Getreide. Das Rohwarenlager beherbergt außerdem sämtliche Zutaten wie Zimt, Zucker, Aromen, Rum, Backmischungen und natürlich Margarine – davon werden bis zu 300 Tonnen pro Jahr gebraucht. Mehl und Schokolade in flüssiger Form kommen aus den hauseigenen Silos.

Viele Schritte sind notwendig, bis die fertig verpackten Kekse im Supermarkt landen. Die Teigbereiter holen die einzelnen Bestandteile aus dem Lager und geben die Komponenten in den Mischer, bis der Teig fertig ist. Anschließend gibt es zwei Möglichkeiten: Ausstechen oder Dressieren. Neben den zahlreichen händischen Tätigkeiten, werden die Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit selbstverständlich von unzähligen Maschinen und inzwischen auch zwei Robotern unterstützt. „Derzeit haben wir 25 Mitarbeiter, früher waren mehr Angestellte für die gleiche Arbeit notwendig, da die Produktion aufwändiger war. Unsere Roboter beispielsweise sind einerseits für die Verpackung und andererseits für das Zudecken der Doppelkekse zuständig. Doch auch traditionelle Geräte kommen zum Einsatz, wie Ausstechwalzen mit unterschiedlichsten Motiven.“

Auch wenn Siegfried Valentin Gaber mit großer Begeisterung durch seinen Betrieb führt, war für ihn die Übernahme keineswegs von Anfang an klar. „Ich hatte mit meinem Vater eine offene Diskussion und schlussendlich fällte ich meine freie Entscheidung. Mir war die Möglichkeit bewusst, einen soliden, überschaubaren Betrieb zu übernehmen und ihn erfolgreich in die Zukunft zu führen.“ Nicht nur beim Thema Palmöl geht Gaber mit der Zeit, auch beim Verpackungsmaterial arbeitet er aktuell intensiv an einer zu 100 Prozent recyclebaren Variante: „Es muss bei vielen Dingen Bewusstsein geschaffen werden, allerdings ohne Übertreibung. Übermaß ist nie gut, weder beim Umweltschutz noch bei Süßigkeiten“, erklärt Gaber mit einem Lächeln.

»Weitere Informationen: Gaber Backwaren

Galerie:
Jährlich werden bis zu 200 Tonnen Konfitüren und Marmeladen des Tiroler Unternehmens Darbo verarbeitet.
Das Auge isst mit. Liebevoll angerichtete Keks-Mischungen in unterschiedlichen Größen sind bei den Kunden beliebt.
Siegfried Valentin Gaber hält am Ende der Fertigungskette das Endprodukt „Linzerstangerl“ in Händen.
Mit modernen Fertigungstechniken wurde die Produktionsleistung im Laufe der Jahre erleichtert und erweitert.
Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!