Tiroler stehen Tourismus positiv gegenüber

Wie denken die Tiroler über den Tourismus im Land und wo drückt der Schuh? Die aktuell vom MCI Tourismus veröffentlichte Studie zum Tourismusbewusstsein ging diesen Fragen nach. 92 Prozent der Befragten sehen den Tourismus als wichtigen Arbeitgeber.

1.500 Personen ab 16 Jahren wurden bei der Studie des MCI Tourismus zum Thema Tourismusbewusstsein in Tirol telefonisch interviewt. Das Ergebnis: Die Tirolerinnen und Tiroler erachten den Tourismus als wichtig. 98 Prozent der Befragten schätzen die wirtschaftliche Bedeutung und den Stellenwert des Tourismus als hoch ein. „Der Tourismus trägt wesentlich zum Wohlstand und zur Lebensqualität in unserem Land bei. Vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat sich der Tourismus als ,Fels in der Brandung’ erwiesen. Insofern ist es erfreulich, dass die Einstellung der Tiroler Bevölkerung zur Branche gut ist. Sie ist sogar besser als oftmals dargestellt“, resümiert Tirols Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter. Die Tirolerinnen und Tiroler betrachten viele Aspekte des Tourismus als positiv. So sehen 92 Prozent den Tourismus als wichtigen Arbeitgeber, für 82 Prozent schafft die Branche wichtige Einrichtungen und Infrastrukturmaßnahmen. Zwei Drittel sagen, dass der Tourismus positiv zur Lebensqualität beiträgt. 77 Prozent sind stolz, dass Gäste nach Tirol kommen, um zu sehen, was das Land zu bieten hat.

Wichtiger Arbeitgeber mit Aufholbedarf

Neben der großen Bedeutung, die dem Tourismus als Arbeitgeber zugesprochen wird (92 Prozent Zustimmung), sagen zwei Drittel der Befragten, dass die Branche attraktive Arbeitsplätze bietet. In tourismusintensiven Gemeinden liegt dieser Anteil sogar bei 87 Prozent. Auf der anderen Seite halten lediglich 35 Prozent der Befragten das Image des Tourismus als Arbeitgeber für positiv. „Hier wirken aus meiner Sicht noch Versäumnisse aus der Vergangenheit nach. Denn die meisten Unternehmen haben längst verstanden, wie wichtig ein wertschätzendes Umfeld für die Beschäftigten ist und investieren in entsprechende Initiativen von modernen Mitarbeiterhäusern über Weiterbildungsmöglichkeiten bis zum Freizeitprogramm“, hält Mario Gerber fest. Der Fachgruppenobmann der Hotellerie in der Tiroler Wirtschaftskammer ist überzeugt, dass sich dieses Engagement langfristig auch im Meinungsbild der Bevölkerung niederschlägt und das Image wieder steigt. „Schließlich bietet der Tourismus nicht nur sichere Jobs, sondern auch vielfältige Karrieremöglichkeiten“, so Gerber.

Entwicklung mit Blick auf den Lebensraum

Für Platter sind die Studienergebnisse eine Bestätigung des bisherigen tourismuspolitischen Kurses: „In Tirol geht es uns schon lange nicht mehr um neue Nächtigungsrekorde, sondern vor allem um eine Steigerung der Wertschöpfung. Wir setzen daher auf keinen weiteren Ausbau der Quantität, sondern der Qualität. Dass die Gesamtbettenanzahl in Tirol rückläufig ist und die Auslastung gleichzeitig gestiegen ist, zeigt, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht“. Gleichzeitig müsse der Lebensraum der Tirolerinnen und Tiroler dabei eine zentrale Rolle spielen. Die Studie zeigt auch, dass eine nachhaltige Weiterentwicklung den Einheimischen ein besonderes Anliegen ist. 73 Prozent sind der Meinung, dass der durch die Gäste verursachte Verkehr die Lebensqualität beeinflusst. „Die Bevölkerung sieht sich mit einer zunehmenden Verkehrsbelastung konfrontiert, die natürlich auch mit dem Tourismus und dem steigenden Individual- und Gästeverkehr zu tun hat. Gerade in diesem Bereich braucht es deshalb noch mehr Angebote, die zu einer Entlastung beitragen“, so Platter.

Nicht nur das Thema Mobilität, sondern auch der verantwortungsvolle Umgang mit Umwelt und Natur werden bei der Weiterentwicklung der Tourismusstrategie des Landes – dem „Tiroler Weg“ – im besonderen Maße Berücksichtigung finden. „Illegalen Natureingriffen gilt es den Kampf anzusagen, auch Fehlentwicklungen gehören aufgezeigt, da nicht nur die Bevölkerung, sondern die gesamte Branche darunter leidet“, erklärt Platter. „Damit die Tourismusgesinnung im Land auch weiterhin positiv bleibt, ist das Miteinander von Einheimischen und Gästen wesentlich. Dafür braucht es neben Werbung nach außen, um Gäste ins Land zu holen, auch Werbung nach innen für die Tirolerinnen und Tiroler. Mir ist es ein zentrales Anliegen, dass es leistbare Angebote für die heimische Bevölkerung zur Nutzung der touristischen Infrastruktur gibt. Das soll forciert werden.“

Regionale Unterschiede beim Tourismus

Eine wichtige Erkenntnis aus der Studie sind die regionalen Unterschiede: „Einwohner von tourismusintensiven Gemeinden haben eine positivere Einstellung zum Tourismus als jene aus weniger tourismusintensiven Gemeinden“, erläutert Hubert Siller, Leiter des MCI Tourismus. Siller hat die aktuellen Ergebnisse auch mit den Resultaten aus dem Jahr 1997 verglichen. Damals wurde das Tourismusbewusstsein in Tirol zum letzten Mal umfassend erhoben. Siller: „Die Tiroler Bevölkerung hat nach wie vor eine positive Grundeinstellung zum Tourismus, von einer bedingungslosen Befürwortungshaltung kann man aber sicherlich nicht sprechen.“

Bild oben: Präsentierten gemeinsam die Ergebnisse der MCI-Studie zum Thema Tourismusbewusstsein (v.l.): Hubert Siller (MCI Tourismus), LH Günther Platter, Mario Gerber (Obmann der Fachgrupper Hotellerie in der WK Tirol) und Florian Phleps (Tirol Werbung). 

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!