Tirols erster digitaler Rezeptionist

Der notorische Mitarbeitermangel im Hotel- und Gastgewerbe zwingt Touristiker, nach Alternativen für die Interaktion mit ihren Kunden zu suchen. Abhilfe können Neuerungen, wie der digitale Rezeptionist Casai Pepper, schaffen, für dessen Entwicklung das Tiroler Unternehmen Casablanca Hotelsoftware beim Tiroler Innovationspreis in der Kategorie „Dienstleistungsinnovation“ nominiert wurde.

Das Hotel- und Gastgewerbe ist von der Digitalisierung so unmittelbar betroffen wie fast keine andere Branche, und das schon seit beinahe 30 Jahren, wie der Unternehmenserfolg der Casablanca Hotelsoftware GmbH zeigt. Bereits zu Beginn der 1990er tüftelte der jetzige Geschäftsführer Alexander Ehrhart in seiner Garage an seiner ersten Hotelverwaltungssoftware. Schon damals war er vom sich gerade anbahnenden Computerzeitalter begeistert und hatte eine Vision: eine Software zu entwickeln, mithilfe derer man den gesamten Hotelbetrieb vom Computer aus steuern kann.

Entlastungsarbeit

Fast 30 Jahre später ist Ehrharts Vision Wirklichkeit geworden. Die Digitalisierung ist in der Branche angekommen: Mehr als 50 Prozent der Nächtigungen in Tirol werden mittlerweile über Onlinedienste gebucht, welche schon jetzt vollautomatisch und ohne Personalaufwand durch die Casablanca Cloudsysteme verarbeitet werden. „Alle Abläufe von der Anfrage bis hin zum Check-out sind digitalisiert und entlasten das Personal zu 100 Prozent“, so der Chef des 25-köpfigen Softwarehauses. Sein Unternehmen hat nun als erster Anbieter im Alpenraum einen humanoiden Roboter auf den Markt gebracht, der die Gäste selbstständig an der Rezeption empfangen kann. „Die Zielsetzung hinter dem Projekt war, die Aufgaben der Rezeption zu automatisieren, damit das Personal voll und ganz für die Anliegen der Kunden zur Verfügung steht“, erklärt Ehrhart.

Der digitale Rezeptionist

Casai Pepper, so der Name des digitalen Rezeptionisten, bietet dem Gast die Möglichkeit, den Check-in und Check-out samt digitalem Meldewesen selbstständig abzuwickeln. Da alle Anweisungen durch sprachliche Kommunikation erfolgen, wird der Umgang mit dem Roboter selbst für Gäste ohne IT-Kenntnisse zum Kinderspiel. Die Innovation hinter Pepper: „Durch eine Gesichtserkennungssoftware kann der Roboter den Gästen auf emotionaler Ebene begegnen und auf Basis einer Chatbot-Software kommunizieren“, berichtet der Geschäftsführer stolz.

Durch die Weiterentwicklung der Software des Roboters soll sein Leistungsspektrum sukzessive erweitert werden: „Unser Ziel ist, dass Pepper immer selbstständiger arbeiten, kommunizieren und auf die Bedürfnisse der Gäste eingehen kann“, erläutert Ehrhart.

» Weitere Informationen: Casablanca Hotelsoftware GmbH

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