Skitourengehen leicht gemacht

Das Milser Unternehmen Koch alpin hat einen neuartigen Klebstoff entwickelt, der die Handhabung von Steigfellen beim Skitourengehen deutlich vereinfacht. Durch den Kleber haften die Felle fest am Ski und sind gleichzeitig aber auch leicht wieder zu lösen. Für seine fortschrittliche Verbesserung wurde das Unternehmen in der Kategorie “Technische Innovation” für den Tiroler Innovationspreis nominiert.

Skitourengehen hat in den vergangenen Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Ursprünglich in erster Linie professionellen Alpinisten vorbehalten, ist das Erklimmen von Bergen mittels Skiern inzwischen zu einer attraktiven Freizeitbeschäftigung für verschiedenste Anwendergruppen geworden. Dadurch haben sich auch die Anforderungen an die dafür nötigen Steigfelle, die auf der Unterseite der Skier angebracht werden, geändert. Werner Koch, der Geschäftsführer des Milser Unternehmens Koch alpin, das sich auf die Produktion solcher Felle spezialisiert hat, erklärt etwa: „Heute werden meist mehrere, dafür kürzere Aufstiege unternommen, die Felle also häufiger ab- und wieder auf den Ski montiert.“

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, hat Koch alpin einen neuartigen Hybridkleber für Steigfelle entwickelt, mit dem deren Handhabung deutlich vereinfacht wird. „Davon profitieren alle Anwendergruppen“, sagt Koch, „sowohl Gelegenheits- als auch erfahrene Extremgeher.“

Sicher und anwenderfreundlich

Steigfelle müssen im Grunde zwei unterschiedliche Ansprüche erfüllen: Zum einen sollen sie fest auf den Skiern haften, zum anderen aber auch leicht wieder von diesen zu lösen sein. Das Problem klassischer Felle bzw. dafür eingesetzter Klebstoffe ist, dass meist ein Aspekt zugunsten des anderen vernachlässigt wird. Felle mit Schmelzkleber halten etwa so stark, dass sie nicht ohne größeren Kraftaufwand vom Ski getrennt werden können und bei der Aufbewahrung oft mit einem Zwischenstoff gefüttert werden müssen. Adhäsionsfelle hingegen sind in der Benutzung zwar einfacher, unterliegen bezüglich Haftung aber mitunter großen Einschränkungen, vor allem bei schwierigen Witterungs- und Temperaturbedingungen.

„Bisher hat man immer versucht, mit nur einer Substanz einen Spagat zwischen diesen konträren Anforderungen zu schaffen“, erläutert Koch. „Wir haben aber einen anderen Weg genommen. Uns ist es gelungen zwei völlig unabhängig formulierte Kleber so miteinander zu verbinden, dass sie zu einem verschmelzen.“ Das Ergebnis ist ein hybrider Klebstofffilm, der an seiner Ober- und Unterseite jeweils verschiedene Eigenschaften aufweist. „Die Verbindung des Klebers zur Rückseite des Fells ist chemisch gesehen eine andere als jene zum Skibelag“, sagt Koch. „Dadurch haben wir die Vorteile der etablierten Systeme vereint, aber ohne deren Nachteile.“ Das heißt, die Felle kleben während der Verwendung sicher am Ski, können im Anschluss aber leicht wieder abgenommen werden.

Jahrelange Entwicklung

Ein weiterer Vorzug neben dem vereinfachten Handling hinsichtlich der Montage der Steigfelle betrifft deren Wartung und Pflege. Im Gegensatz zu herkömmlichen Klebern, so Koch, sei der Hybridkleber keinerlei Alterung unterworfen und leicht zu reinigen: Verschmutzungen befänden sich lediglich an der Oberfläche und könnten deshalb einfach abgewaschen werden.

Die Entwicklung des Hybridklebers habe Koch zufolge insgesamt rund sechs Jahre gedauert, seit der vergangenen Skisaison sei das Produkt jedoch so weit ausgereift, dass „es nichts mehr gibt, wo man den Hebel ansetzen muss“. International hat die neuartige Klebetechnologie bereits für Aufsehen gesorgt – unter anderem schlagen etwa drei Auszeichnungen am amerikanischen Markt zu Buche. Koch freut sich aber besonders, dass man mit der Nominierung zum Innovationspreis nun auch „daheim“ entsprechende Aufmerksamkeit erfahre.

Weitere Informationen: Koch alpin GmbH

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