Innovative Infusionslösungen von Dessl

Infusionslösungen müssen unter strengen Auflagen abgefüllt, verpackt und gelagert werden. Mit dem Collector bietet Dessl Maschinenbau nun ein automatisiertes System, das diesen Prozess nicht nur vereinfacht, sondern auch beschleunigt. Für seine richtungsweisende Verbesserung wurde das Unternehmen für den Tiroler Innovationspreis nominiert.

Pharmazeutikahersteller müssen sich an strengste Auflagen halten, um zu garantieren, dass ihre Erzeugnisse sowohl wirksam als auch risikofrei nutzbar sind. Besonderes Augenmerk gilt dabei unter anderem Infusionslösungen, die intravenös verabreicht werden. „Bislang war es Teil des Prozederes, dass die Produktionsräume nach der Herstellung und Verpackung jeder Charge komplett gereinigt werden“, erklärt Daniel Angerer, stellvertretender Geschäftsführer von Dessl Maschinenbau. Zwar werden die Lösungen noch während der Herstellung steril versiegelt, die Produktionsanlagen laufen beim Verpackungsprozess aber Gefahr, kontaminiert zu werden. „Dieser bislang nötige Zwischenschritt hat jeweils rund 90 Minuten in Anspruch genommen. Und das ist natürlich nicht nur Zeit, sondern auch bares Geld“, sagt Angerer. „Dort haben wir großes Potenzial zur Verbesserung gesehen.“

Komplettpaket

Die Lösung des Schwazer Sonderanlagenbau-Unternehmens nennt sich Collector und setzt sich aus drei Komponenten in einem kompakten, mobilen System zusammen. Fertig produziert und in Fläschchen, den sogenannten Vials, versiegelt, werden die oft sehr teuren Infusionslösungen der Collector-Einheit zugeführt. Dort durchlaufen sie im ersten Schritt eine mit Kameras ausgestattete Kontrolleinheit. Sie überprüft Strichcodes, um zu garantieren, dass wirklich nur Erzeugnisse derselben Charge abgepackt werden. „Die Kameras können aber noch deutlich mehr“, erläutert Angerer. Sie sind zum Beispiel in der Lage, die Flüssigkeiten auf optisch erkennbare Verunreinigungen zu kontrollieren oder auch die Vials auf Beschädigungen zu überprüfen. „Die Parameter sind frei wählbar. So kann die Qualitätskontrolle auf das jeweilige Produkt angepasst werden.“

Sicher verstaut

Im nächsten Schritt werden die Erzeugnisse für den Transfer aus dem Reineraum verpackt. Dabei muss der Collector Vials in unterschiedlichen Formaten handhaben – je nach Inhalt, Hersteller und Volumen. Damit das System so universell und multifunktional einsetzbar ist wie möglich, hat sich Dessl für einen Robotergreifarm entschieden. Dieser kann in kürzester Zeit auch von Laien mit unterschiedlichen Modulen umgerüstet und damit an nahezu jede Vial-Form und -Größe angepasst werden. Der Arm erkennt die einzelnen Fläschchen und verlädt sie in den dritten Teil des Systems: eigens entwickelte, mit gefederten Schienen versehene Transportboxen, die mit wenigen Handgriffen an das Produkt, mit dem sie befüllt werden, angepasst werden können. „Damit garantieren wir eine bruchsichere Zwischenlagerung, in der bei bester Ausnutzung des Volumens nichts verrutschen oder beschädigt werden kann“, erklärt Angerer.

Verpackungskünstler

Wenn die Vials einmal verstaut sind, lässt der Collector seine Nutzer noch lange nicht im Stich. Die Boxen können sowohl zwischengelagert als auch, außerhalb des Produktionsbereichs, einem zweiten Collector überlassen werden, der sie wieder entlädt und dem Verpackungsprozess zuführt. Dadurch wird die Produktion komplett von der Verpackung entkoppelt. So kann der teure Reineraum ohne Reinigungsunterbrechungen weiterproduzieren, während parallel verpackt wird. Zudem dienen die Boxen als Puffer. Denn das Beladen nimmt in der Regel weniger Zeit in Anspruch als das Entladen und Verpacken. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass mit zwei Be- und drei Entladestationen ein optimales Ergebnis erzielt werden kann“, sagt Angerer. „So wird auch ein Produktionsstau vermieden und die Effizienz noch einmal gesteigert.“

» Weitere Informationen: Dessl Maschinenbau GmbH

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