Transparenz in der Landwirtschaft

Das Projekt „I hob an Vogel“ will Lücken zwischen Konsumenten und Landwirten schließen und für mehr Transparenz bei der Produktion von Lebensmitteln sorgen. Das Konzept wurde in der Kategorie Dienstleistungsinnovation für den Tiroler Innovationspreis nominiert.

Auf dem Bauernhof von Gerda Rebitsch und ihrer Familie in Brixlegg steht das Wohl der Tiere im Vordergrund. Bei der Bewirtschaftung ihrer Landwirtschaft setzen sie auf Vielfalt, Transparenz und Verantwortung. Auf diesen Grundwerten ist auch die Idee zu dem Projekt „I hob an Vogel“ entstanden. „Wir wollten Konsumenten zeigen, welche Realitäten hinter den Eiern stehen, die sie im Supermarkt kaufen, und welche hinter jenen, die sie bei einem Bauern beziehen“, erklärt Gerda Rebitsch. Für die Massenproduktion von Eiern werden bestimmte Rassen gezüchtet. „Die müssen mehr leisten, als ihr Körper oft verkraftet“, sagt Rebitsch.

Andere Hühner, wie zum Beispiel ältere Rassen, die auf dem Bauernhof von Gerda Rebitsch leben, legen oft weniger, sorgen aber für Vielfalt und mehr Unabhängigkeit der Bauern von Großkonzernen. Die Rassen, für die sich Rebitsch entschieden hat, sind dafür robust und können das ganze Jahr im Freien leben. „Für welche Eier auch immer man sich entscheidet – ich finde es wichtig, dass die Konsumenten in diesem Zusammenhang Verantwortung übernehmen und sich bewusstmachen, dass sie mit ihrem Kaufverhalten die eine oder andere Art von Landwirtschaft fördern“, sagt Rebitsch.

Tierpate werden

Angefangen hat alles mit Patenschaften für Hühner, die Kunden von Gerda Rebitsch übernehmen konnten – mit folgendem Hintergedanken: „Indem wir das Tier aus der Anonymität holen, schaffen wir ein Bewusstsein dem Lebensmittel gegenüber.“ Aus den ersten Paten wurden bald mehr und auch das Feedback war durchwegs positiv. „Als ich das Projekt begonnen habe, war ich in Karenz, mittlerweile betreibe ich den Hof im Vollerwerb“, erzählt die Landwirtin. Auch der Hof ist gewachsen. Neben den Hühnern tummeln sich dort jetzt auch Hasen, Ponys, Enten, Gänse und Schafe. Auch ein Bienenhaus und eine Hundewiese gehören zum Bauernhof.

Für die Bienen und die Ponys können ebenfalls Patenschaften übernommen werden, für kleine Besucher steht ein Streichelzoo bereit und auch die Hundewiese kann von Zwei- wie Vierbeinern genutzt werden. Gerda Rebitsch hofft, dass sie bald auch weitere Ideen für den Hof umsetzen und damit noch mehr Menschen erreichen kann. „Wir versuchen, nach dem Prinzip der Permakultur zu wirtschaften, setzen auf natürlich vorgegebene Kreisläufe und wollen die Natur nutzen, ohne ihr zu schaden.“

Neben den Tieren sieht Gerda Rebitsch die Paten als wichtigsten Bestandteil des Hofes und will sie daher dazu einladen, sich auf ihrem Hof einen Einblick in die Kreisläufe einer Landwirtschaft zu verschaffen. „Transparenz macht nur Sinn, wenn die Menschen auch hinschauen und Verantwortung übernehmen.“

» Weitere Informationen: I hob an Vogel

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