Mit Steigfellen aus Tirol auf die Berge der Welt

Das Familienunternehmen Koch alpin mit Sitz in Mils zählt seit der Gründung 1975 zu den führenden Herstellern von Steigfellen für Skitourengeher. Der Freerideprofi Matthias Mayr oder der blinde Bergsteiger Andy Holzer vertrauen auf die Contour-Felle für ihre Expeditionen und Touren.

In der Produktionshalle in Mils bei Hall wird gerade ein 1,5 Meter großer Fellballen ausgelegt und zum Zuschneiden vorbereitet. Die Maschine geht an, die Klingen bewegen sich – und schlussendlich bleibt die Silhouette eines Tourenskis über. Ein Mitarbeiter nimmt das Fell, legt es an den Tourenski und zeigt mit dem Daumen nach oben – es passt. Die Marke contour vereint mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Steigfellen und zählt zu den führenden Herstellern weltweit. „Wir sind hier mitten im Herz der Alpen. Das Bekenntnis zu unserem Produktionsstandort ist wesentlicher Bestandteil unserer Philosophie. Hier sind wir direkt an den Händlern, an berufsmäßigen Anwendern, an den Bergführern und alpinen Vereinen. Dadurch erhalten wir direktes Feedback und dies macht es natürlich leichter, dass wir hier mitten im Zentrum des Geschehens produzieren können“, erklärt Werner Koch, Geschäftsführer von Koch alpin. Somit kann sich das Unternehmen rasch und flexibel neuen Anforderungen anpassen. Das Motto „Aus dem Herz der Alpen auf die Berge der Welt“ ist also nicht nur ein Marketing-Gag, sondern für das Unternehmen gelebte Realität.

Produktion in Mils

Im Jahr produziert Koch alpin rund 80.000 Paar Steigfelle. Wobei die Steigerung die letzten Jahre deutlich zu spüren war. „Wir arbeiten das ganze Jahr auf höchster Auslastung – das Lager muss für den Winter gefüllt sein, damit wir auch in der Hauptsaison bei Bedarf noch kurzfristig liefern können. Wir produzieren ja auch für die Skiindustrie, die frühe Liefertermine hat. Alles was nach Übersee geht, muss schon im Mai/Juni versandbereit verschifft werden. So ergibt sich eine gute Auslastung zwölf Monate das ganze Jahr durch“, erklärt Koch. Die wichtigsten Exportmärkte sind Deutschland, Italien, Japan, Norwegen und die Schweiz.
Mit 100 Prozent „Made in Austria“ zeigen contour-Steigfelle ihre Stärken im harten Einsatz auf den Bergen der Welt, im Wettkampf und am Pistenrand. Beginnend beim Aufschneiden der Fell-Ballen über das Bekleben und Endfertigen bis zum Versand des fertigen Fells sorgen elf Mitarbeiter für ein Produkt höchster Qualität. Geschäftsführer Werner Koch ist von Kindesbeinen an im elterlichen Betrieb involviert. Er treibt Innovationen mit Bedacht fort, sorgt somit für ausgereifte Produkte für seine Kunden und für ein gesundes Wachstum der Marke contour. „Wir müssen immer innovativ und am Puls der Zeit bleiben. Durch unseren Standort Mils haben wir den Vorteil, dass wir schnell im Gelände sind – im Winter auf der Piste, im Sommer auf dem Gletscher – um die Sachen auch einfach auszuprobieren.“

contour Produktion - Nähmaschine weiß

Rund um das Jahr werden rund 80.000 Paar Skifell bei Koch alpin in Mils produziert. Foto: Koch alpin

 

contour Produktion - verpacken

Alle Steigfelle, die nach Übersee gehen müssen bereits im Mai/Juni versandfertig sein. Foto: Koch alpin

Der richtige Riecher

„Wieviel Gespür oder Glück wir damals hatten, kann ich nicht mehr sagen. Es war auf jeden Fall viel Riecher. Aber dass das Skitourengehen zu so einer breiten Sportart gerade in Westösterreich wird, hat man vor 40 Jahren noch nicht absehen können“, so Werner Koch schmunzelnd. contour setzt seinen Schwerpunkt der Ausrüstung ganz bewusst auf ein sanftes Wintererlebnis, welche die kalte Jahreszeit ohne Eingriffe in die sensiblen Naturräume erleben und mit allen Sinnen genießen lassen. „Der Trend zum Skitourengehen ist absolut spürbar. Die Leute wollen wieder raus in die frische Luft und die Natur genießen. Die Menschen wollen etwas für die eigene Fitness machen und gemeinsam mit Freunden unterwegs sein. Da ist das Skitourengehen als Einstiegslevel eine ideale Betätigung. Die Technik wird auch immer leichter und auch die Felle, so dass alles einfach von der Hand geht“, erklärt Koch.

Hybrid-Fell

Mohair, die Wolle der Angoraziege, ist das Ausgangsmaterial der contour-Felle. Als eines der exklusivsten Naturmaterialien und spezifisch leichtesten Textilfaser bietet Mohair optimale Eigenschaften zur Verwendung als Steigfell. „Das Besondere, das uns von anderen Fell-Produzenten abhebt ist, dass wir eine besondere Klebetechnologie haben, die zwei Technologien idealerweise vereint“, erklärt der Chef. Die Hybrid-Technologie ist aus zwei unterschiedlichen Lagen aufgebaut. Die Haftschicht hält das Fell zuverlässig am Skibelag, lässt sich mühelos abziehen, hinterlässt keine Rückstände und funktioniert auch bei tiefen Temperaturen und mehrmaligem Auffellen hervorragend. Eine zweite Lage Spezialkleber schafft die Verbindung zwischen dem Fellrücken und der Haftschicht. „Das Hybrid-Fell ist in der Handhabung viel einfacher, man muss nicht aufpassen, wie man es lagert, man muss am Gipfel keine Folie dazwischen kleben, es ist kraftsparend zu trennen, wenn das Fell verschmutzt ist, kann man die Klebefläche reinigen – das geht ganz einfach mit Spülmittel.“

Mohair Goat

Mohair, die Wolle der Angoraziege, ist das Ausgangsmaterial der contour-Steigfelle. Foto: Koch alpin

Doch was macht ein Fell zu einem Top-Fell? „Bei der Einführung dieser Hybrid-Technologie war es wichtig, dass wir viele Skitourengeher dieses Fell testen ließen. Da sind wir in der Zusammenarbeit mit der Alpinmesse gut gefahren, wir haben einen Aufruf in einer Tageszeitung gemacht und haben 150 Testskitourengeher gesucht – so haben wir über eine ganze Saison laufend Feedback bekommen. Das war ein Riesenvorteil unseres Tirol-Standortes, wo wir schnell auf Trends reagieren können“, erklärt Koch. „Das Tiroler Tourenpublikum ist sehr kritisch und hat viel Erfahrung – und wenn wir das überzeugt haben, dann ist schon sehr viel gewonnen. Denn mit dem Hybrid-Fell haben wir momentan wirklich ein Produkt, das in der Summe der Eigenschaften wirklich an der Spitze steht.“ So kommt es auch, dass professionelle Amateure aus dem Freeridebereich mit ausgewählten Filmprojekten, die weltweit gesehen werden, die Marke contour unterstützen.

Zukunft

„In der Vergangenheit haben wir die Fellproduktion unterschätzt. Das hat rasant aufgeholt. Gerade in Skandinavien oder Neuseeland ist der Trend groß, dass es Skitouren mit präparierten Pisten aber ohne Lift gibt. Deshalb lassen wir es auf uns zukommen, was die Zukunft alles bringen wird.“

» Mehr lesen: Contour Steigfelle

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