Innovationspreis für Alpengarnelen aus Tirol

Innovationspreis für Daniel Flock und Markus Schreiner. In der Kategorie “Dienstleistungsinnovationen” konnten die jungen Unternehmer aus Hall den Bewerb für sich entscheiden. Seit 2013 betreiben die beiden ihr Start-up Alpengarnelen. Die kuriose Idee, Garnelen mitten in den Tiroler Bergen zu züchten, entpuppte sich als Erfolgsgeschichte.

Daniel Flock und Markus Schreiner sind gelernte Konstrukteure und arbeiteten im Jahr 2013 schon seit einigen Jahren bei einem Tiroler Unternehmen. Sie sind verwandt und abgesehen davon auch gut befreundet. Als Daniel Flock seinem Cousin Markus Schreiner im Keller ein großes Aquarium zeigt und erklärt, dass man dort eigentlich Garnelen züchten könnte, hält dieser es zunächst für einen Scherz. „Wir haben dort dann Fische gehalten und es hat funktioniert. Von Anfang an wollte ich aber Garnelen züchten“, erklärt Flock, Geschäftsführer des Start-ups, da er die Shrimps schon seit Kindesbeinen gerne gegessen hat.

Regionale Alternativen schaffen

Die größte Motivation bezog Flock aus der Tatsache, dass er als Produzent auch die Kontrolle über die Nahrung, die Produktion, die Verpackung und alle anderen Aspekte hätte. Er wollte nämlich eine Alternative zum bestehenden Angebot bieten – und zwar in möglichst jedem Bereich. Sein Wasser musste er lediglich mit biologischen Filterbakterien und Meersalz versetzen und die Temperatur bei 27 Grad Celsius halten. „In diesem Ambiente fühlen sich die White-Tiger-Garnelen am wohlsten“, erklärt Flock.

Exklusive Qualität für alle

Die Cousins blieben zunächst im Keller und stellten dort etwa 200 bis 300 Kilo pro Jahr her. Sie arbeiteten weiter als Konstrukteure und betrieben das Garnelenaquarium nebenberuflich. Von Anfang an setzten sie Qualität vor Quantität: Die Nahrung der Tiere musste protein- und mineralstoffhaltig sein, sie arbeiteten gänzlich ohne wachstumsfördernde Mittel, bezogen die Larven aus Übersee, achteten dabei auf einen einwandfreien Stammbaum und ein Qualitätszertifikat.

Die Strategie war ein voller Erfolg: „Kaum waren die ersten Garnelen erhältlich, waren wir ausverkauft“, sagt Daniel Flock. Hotels, Delikatessenläden und Restaurants in ganz Tirol wollten das kuriose, aber hochwertige Produkt anbieten, und den Hallern war schnell klar, dass sie damit weitermachen wollten – wenn möglich sogar im großen Stil.

Meeresfrüchte der harten Arbeit

Der Durchbruch gelang Anfang 2019: Ein Investor stieg beim Start-up ein und ermöglichte die Umsiedlung in eine Halle in Thaur. Hier konnten die Garnelenzüchter ihre Ideen weiter verwirklichen: Das Wasser für die Becken beziehen sie nun aus dem Arealbrunnen neben der Halle, stellen die Energieversorgung nahezu gänzlich auf Sonnenenergie um und können statt der bisher 200 bis 300 Kilo ganze zehn Tonnen im Jahr produzieren. Die beiden Unternehmer haben mit ihrer Idee, Garnelen nachhaltig in Tirol zu produzieren, eine echte Innovation geschaffen, die langsam, aber sicher von einer Kuriosität zur Normalität wird.

Bild oben (v.l.): Die Gründer von Alpengarnelen, Markus Schreiner und Daniel Flock.

» Weitere Informationen: Alpengarnelen

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