Wirtschaftsimpulse für Innsbruck-Stadt

„Der Bezirk Innsbruck-Stadt ist ein sehr lebendiger und aktiver Wirtschaftsraum. Umso wichtiger ist es auch zukünftig der Wirtschaft genügend Spielraum zu geben, um sich weiterhin frei entwickeln zu können und Platz für Innovationen zu bieten.“

Die Tiroler Wirtschaft hat in den letzten Jahren deutliche Impulse gesetzt. „Wir sind seit 2017 österreichweit quasi auf der Überholspur unterwegs“, sagt WK-Präsident Christoph Walser und verweist auf niedrigste Arbeitslosigkeit in ganz Österreich (4,7%; Juli 2019), beinahe 27 Mio. Nächtigungen im I. Halbjahr oder die mehr als 11 Mrd. Euro Absatz der Tiroler Industrie im Vorjahr.

Den Grund für die gute Performance der Tiroler Unternehmen sieht Walser in den fleißigen und innovativen Betrieben in allen Tiroler Bezirken, den vielen Familienbetrieben und der ausgewogenen Struktur der Tiroler Wirtschaft. „Aber auch die Politik hat in der letzten Zeit sehr gut gearbeitet und uns das ermöglicht, was wir im Grunde wollen: etwas unternehmen!“

Seit dem Sommer des Vorjahres ist im Konjunkturverlauf so etwas wie Normalität bzw. Stagnation eingekehrt. „Damit ist jetzt die beste Zeit, um neue Anreize für unsere Bezirke zu setzten“, hält Walser fest. Denn die Herausforderungen für die Unternehmen werden nicht weniger, die Problemfelder haben die Unternehmen zuletzt im Tirol weiten Diskurs „Wirtschaft. Impulse.“ selbst ganz klar skizziert.

„Die brennendsten für alle Bezirke sind die fehlenden Fachkräfte, der Verkehr, die Behörden- und Genehmigungsverfahren, ganz klar auch die Raum- und Bauordnung und natürlich auch die Digitalisierung“, sagt Walser und ergänzt noch ein Thema, welches den Unternehmen unter den Nägeln brennt: „Wir haben so viele tolle Unternehmen, die mit ihren Mitarbeitern fantastisches leisten. Wir haben Leitbetriebe und Weltmarktführer hier in Tirol und in keinem anderen Land auf der ganzen Welt versteht man zum Beispiel so viel von Tourismus, wie wir hier in Tirol. Was wir aber schaffen müssen bzw. woran wir arbeiten müssen ist, dass die Tirolerinnen und Tiroler wieder stolz sind auf ihre Arbeit und ihre Betriebe.

Innsbruck als starke Marke

Gerade in einer Stadt wie Innsbruck ist ein Nebeneinander von stationärem und digitalem Handel wichtig. Da gibt es noch viel Potenzial nach oben und der Onlinehandel muss weiter verbessert und forciert werden, damit wir konkurrenzfähig bleiben. Man hat oft den Eindruck, dass das Internet für viele Unternehmer noch als „Feind“ angesehen wird, aber man sollte es für seinen Vorteil nutzen. Es braucht auch eine IT-Strategie, um sich über die Stadtgrenze hinaus mit dem Bezirk Innsbruck-Land zu vernetzen.

„Es ist wichtig, dass die Stadt Innsbruck als Marke stark wird bzw. bleibt. Darum ist es für mich auch als Aufsichtsratsvorsitzender vom Innsbruck-Marketing GmbH notwendig, dass diese Institution gestärkt wird und mehr Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Die Innsbruck Marketing GmbH steht vor entscheidenden Weichenstellungen“, erklärt Bezirksobmann Kalr Ischia. Im Prinzip geht es darum, den aktuellen Herausforderungen in einer Stadt die entsprechenden Antworten geben zu können.

In der Vergangenheit war das Innsbruck Marketing im Wesentlichen von drei Handlungsfeldern gekennzeichnet: Eventmanagement, Standortmarketing und Kommunikation. Über die letzten zwanzig Jahre gab es immer wieder unterschiedliche Schwerpunktfestlegungen. Die Herausforderung wird sein, bestehende Ziele und Aufgaben zu analysieren, zu bewerten und weiterzuentwickeln, um sie mit den neuen Aufgaben und Zielen im Gleichklang zu bringen – bei meist gleich oder sogar sinkenden Budgetmittel.

Baustellen als Herausforderung

Die Baustellen in Innsbruck sind eine große Herausforderung für die Wirtschaft und die Bevölkerung. Vor allem in letzter Zeit gewinnt man den Eindruck, dass die Anordnung der Baustellen sehr gezielt gewählt wird, um den Verkehr aus der Stadt zu verbannen. „Unnötige Staus sind die Folge und wir fordern deshalb immer wieder, dass die Wirtschaft von Anfang an eingebunden wird. Sobald ein Projekt fixiert ist, müssen die betroffenen Unternehmer ins Boot geholt werden. Gemeinsam mit der Baustellenkoordination der Stadt Innsbruck versuchen wir, bei Problemen gemeinsam eine Lösung zu finden“, betont Ischia.

Außerdem braucht die Wirtschaft auch genügend Parkplätze und Lieferzonen. Leider ist aktuell das Gegenteil der Fall und es werden immer mehr solche Flächen vernichtet. Das sieht man auch beim geplanten Busparkplatz beim MCI, wo seit Wochen/Monaten diskutiert wird. „Fakt ist, dass wir einen zentralen Busparkplatz in der Stadt brauchen und man sieht an Salzburg, dass ein ,Kiss&Ride-System‘ nicht funktioniert und noch mehr Verkehr produzieren würde. Die Parkraumbewirtschaftung der Stadt Innsbruck benötigt ein passendes Parkleitsystem und es muss eine offene Kommunikation mit Politik und Behörden geben. Das fordern wir von Seiten der Bezirksstelle Innsbruck-Stadt schon seit Jahren, aber es passiert leider nichts. Für mich als Bezirksobmann steht fest, dass es unbedingt zu Anpassungen des Parkraumkonzepts kommen muss, um eine nachhaltige Schädigung der wirtschaftlichen Strukturen in den Innsbrucker Stadtteilen abzuwenden. Unsere Klein- und Kleinstbetriebe stehen ohnehin genug unter Druck. Sei es durch ständig zunehmende Konkurrenz aus dem Internet oder bürokratische Hindernisse. Da ist es wirklich mehr als entbehrlich, dass die Stadtpolitik den Wirtschaftsstandort zusätzlich belastet“, so Ischia.

Wirtschaftsimpulse für den Standort

Die Gewerbegebiete in der Stadt Innsbruck müssen unterstützt und bereits vorhandene Konzepte umgesetzt werden. Der Standort muss attraktiv bleiben und die Rahmenbedingungen für potenzielle neue Betriebe brauchen eine Verbesserung. Die Bedeutung der Wirtschaft für Innsbruck ist unbestritten, aber die Interessen werden oft nicht genug berücksichtigt.

„Da müssen wir gemeinsam mit der Politik und den Behörden ansetzen und endlich ins Tun kommen, damit Projekte umgesetzt werden können. Gerade das Gewerbegebiet Rossau als größtes Gewerbegebiet in Innsbruck darf nicht vernachlässigt werden, weil dort viele Arbeitskräfte angeboten werden uns viel Wirtschaftskraft geleistet wird“, fordert der Bezirksobmann. Das Gewerbegebiet Rossau ist mit über 600 Betrieben und über 150 ha das größte zusammenhängende Gewerbegebiet der Stadt Innsbruck. Dieses Gebiet hat sich in den letzten 50 Jahren sukzessive entwickelt.

Gleichzeitig befindet sich südlich angrenzend an das bereits entwickelte Wirtschaftsgebiet Rossau mit ca. 34 ha die größte zusammenhängende Potenzial- und Wirtschaftsentwicklungsfläche der Stadt Innsbruck, die Rossau Süd. Dieser Flächenreserve kommt somit bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt eine Schlüsselfunktion zu. Mehr als genug Gründe, um sich dem Gewerbegebiet Rossau auch von Seiten der Stadt zu widmen und der Entwicklung Rechnung zu tragen. Doch das Gewerbegebiet ist die letzten Jahre enorm gewachsen, die Verkehrsinfrastruktur ist entsprechend stehen geblieben.

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