„Lehre war für mich die richtige Entscheidung“

Eine Lehre beginnen oder doch eine weiterführende Schule besuchen? Andras Hohlrieder hat das Glück beim Schopf gepackt und eine Lehre als Mechatroniker mit Schwerpunkt Robotik bei der Firma Reku in Radfeld gestartet. Die Chance seines Lebens, wie der 21jährige selbst sagt.

“Lehre bildet Geister“ ist nicht nur eine alte Weisheit, sondern gelebte Realität. Motivierte Lehrlinge mit guter Allgemeinbildung, das wünschen sich Betriebe und unterstützen diese auch. Andreas Hohlrieder aus Radfeld absolviert derzeit eine Mechatronik-Lehre bei der Firma Reku Produktion & Entwicklung GmbH. Reku zählt seit 2004 zu den ausgezeichneten Tiroler Lehrbetrieben. Stanzen, kanten, laserschneiden – von der Lohnfertigung über Baugruppenfertigung bis hin zum Anlagenbau wickeln die rund 60 Mitarbeiter das gesamte Leistungsspektrum ab.

Andreas hat ursprünglich drei Jahre die HTL für Bau und Design in Innsbruck besucht. „Ich wollte mehr Praxis, weniger Theorie“, so der junge Mann lachend. Durch einen Freund hat er von der Lehre bei Reku erfahren und sich dort beworben. Bald war klar: „Ich will bleiben.“ Zur Freude seines Lehrlingsausbilders Roland Neuhauser. Die Firma Reku hat eine eigene Lehrlingswerkstatt in der gerade 13 Lehrlinge als Mechatroniker oder Metalltechniker ausgebildet werden. Die Reku-Lehrlinge werden nach der dualen Ausbildung vom Unternehmen übernommen. Die praktische Erfahrung wird künftig immer wichtiger werden. Der zunehmende Fachkräftemangel garantiert engagierten Lehrlingen beste Berufsaussichten.

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Ausbildungsleiter Roland Neuhauser (l.) betreut derzeit 13 Lehrlinge in der Lehrwerkstatt bei der Firma Reku in Radffeld. Bild: WKT

Der Schweißroboter

Der fußballbegeisterte Andreas Hohlrieder hat in seiner Mechatronik-Lehre das Zusatzmodul Robotik gewählt, dadurch verlängert sich seine Lehrzeit um sechs Monate. Für den 21jährigen kein Problem, im Gegenteil. „Ich darf tagtäglich Maschinen bedienen, davon habe ich als kleiner Junge schon geträumt. Ich arbeite täglich mit einem Schweißroboter. Das zu schweissende Material wird durch einen Laserstrahl geschmolzen.“ Der Roboter kostet rund 500.000 Euro und Hohlrieder ist stolz diesen bedienen zu dürfen. Zudem befindet sich im Radfelder Unternehmen die erste Highspeed Biegezelle Westösterreichs. Durch die Automatisierung des schnellsten Systems der Welt, können hier kleine bis mittlere Bauteile bei konstanter Qualität kostengünstig produziert werden. Für Andreas Hohlrieder liegen die Vorteile der Lehre klar auf der Hand: „Wir haben ein tolles Betriebsklima und ich kriege von allen Bereichen etwas mit. Mein Arbeitgeber ist innovativ und bemüht immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Zudem lerne ich früh eigenständig zu sein und mit meinem Gehalt auszukommen.“ Die Höhe der Lehrlingsentschädigung richtet sich nach dem jeweiligen Branchenkollektivvertrag. In jedem Fall haben Lehrlinge gegenüber Studienabsolventen einen Verdienstvorsprung von etwa zehn Jahren und können mit einem sicheren Arbeitsplatz rechnen. „Wenn ich die Lehre erfolgreich absolviere könnte ich mir auch vorstellen später die Meisterprüfung abzulegen.“

Alle Türen stehen offen

Reku-Lehrlingsausbilder Roland Neuhauser hat selbst 2004 eine Lehre als Maschinenmechaniker begonnen, seit 2013 kümmert er sich um die Auszubildenden. „Die jungen Menschen haben mit 19 Jahren eine fixfertige Ausbildung und den Fachkräften stehen alle beruflichen Türen offen“, so Neuhauser. „Ein unglaublicher Vorteil, den viele Jugendliche erst spät erkennen.“ Die Firma Reku legt viel Aufmerksamkeit in die Lehrlingsausbildung. „Die Lehrlinge bekommen von der Firma den Stapler-Führerschein organisiert und bezahlt und diverse Firmenveranstaltungen laden die Lehrlinge ein, sich auch abseits der Arbeit untereinander auszutauschen.“ Mit diverse Wochenpläne und die Planung für Lehrlinge behält er den Überblick in der Lehrwerkstätte. „Ich hoffe, dass sich in Zukunft wieder mehr junge Menschen für die Lehre begeistern können. Und dass auch Eltern sehen, dass die duale Ausbildung ein absolut toller und erfolgversprechender Lebensweg ist.“

Voraussetzungen für den Erfolg

Doch nur ehrlicher Einsatz wird belohnt. Darum sollte ein junger Mensch, der sich für einen Lehrberuf mit oder ohne Matura entscheidet, unbedingt entsprechendes Interesse und Motivation am Erlernen des Berufes mitbringen. Zudem ist das nötige Rüstzeug aus der Pflichtschule grundlegend wichtig, da die Ansprüche in den einzelnen Lehrberufen immer höher werden. Dabei geht es vor allem um gute Mathematik- und Deutschkenntnisse.

» Weitere Informationen zum Unternehmen: REKU

 

Duale Ausbildung
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